Fortschrittskolleg "Leicht – Effizient – Mobil"

Energie- und kosteneffizienter Extremleichtbau mit Hybridwerkstoffen

Stahl ist ein extrem belastbarer Baustoff und ihm kommt eine hohe gesellschaftliche Relevanz zu – doch muss deshalb eine Fahrzeugkarosse komplett aus Stahl bestehen? Viele Bauteile würden deutlich leichter und damit zum Beispiel klimaschonender, wenn auf einen Materialmix aus Stahl, Leichtmetallen und Kunststoffen zurückgegriffen werden könnte. Hier sieht das Fortschrittskolleg "Leicht-Effizient-Mobil" an der Universität Paderborn große Chancen, knappe Ressourcen zu schonen und zugleich zur Benennung und Lösung gesellschaftlich relevanter Probleme beizutragen – es forscht deshalb zu hybriden Werkstoffen, die in ihrem gesellschaftlichen Entstehungs- und Anwendungskontext analysiert werden.

In technischer Hinsicht ist es das Ziel des Kollegs, artverschiedene Materialien so miteinander zu kombinieren, dass daraus extrem leichte Bauteile für Fahrzeuge, Anlagen und Maschinen entstehen, die an die Belastung angepasste, optimale Materialeigenschaften aufweisen. Der gesellschaftliche Nutzen ist enorm: Eine Gewichtseinsparung von 100 kg bei jedem PKW in Deutschland würde beispielsweise eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 9,1 Mio. Tonnen pro Jahr ermöglichen. Der technische Entwicklungsprozess wird dabei nicht losgelöst davon betrachtet, dass  Technikgenese-  und Technikanwendung immer in einen gesellschaftlichen Zusammenhang eingebettet sind.

Zum Zusammenhang von Technik und Gesellschaft

Die 13 Promovenden des Fortschrittskollegs nähern sich ihrem Forschungsgegenstand aus zwei Perspektiven, die miteinander verwoben werden: In technologischer Hinsicht besteht die Herausforderung darin, in Frage kommende Materialien genau zu beherrschen und Prozesse zu entwickeln, diese Materialien miteinander zu verbinden.  Im Entwicklungs- und Entstehungsprozess von Leichtbaumaßnahmen fließen jedoch stets  auch kulturelle Deutungsmuster ein und ihre Anwendungen haben immer auch gesellschaftliche Auswirkungen. Die technische und die gesellschaftliche Perspektive sollen im Kolleg miteinander verbunden werden. Ein besonderes Augenmerk  liegt dabei auf der Relevanz der Kategorie Geschlecht.