Fortschrittskolleg "RePliR"

Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region

Die Koexistenz unterschiedlicher Religionen sowie das Nebeneinander von religiösen und nicht-religiösen Traditionen bildet eine der grundlegenden Herausforderungen für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft. Die Bundesrepublik Deutschland ist infolge von Entkirchlichung, Individualisierung und Globalisierung, vor allem aber infolge von Zuwanderung und weltweiten Flüchtlingsströmen, mit einer schnellen und umfassenden Veränderung der religiösen Landschaft konfrontiert. Das Fortschrittskolleg Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region (RePliR) untersucht die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Es verfolgt das Ziel, religiöse Pluralität und ihre Regulierung zu erforschen, deren Auswirkungen und potentielle Konflikthaftigkeit im Blick auf andere gesellschaftliche Bereiche zu analysieren und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Das religiöse Feld lässt sich dabei in einer doppelten Perspektive betrachten: Einerseits verfügen Religionen selbst über regulatives Potential, andererseits werden Religionen von anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik und Medien etc. reguliert. In dieser doppelten Perspektive richtet sich der Blick sowohl auf politische oder rechtliche Verfahren im Umgang mit der Vielzahl von Religionen als auch auf die Religionen selbst: Welche Lernprozesse sind aufseiten der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, in der Wirtschaft und in den Medien etc. erforderlich, um Rahmenbedingungen für ein friedliches Miteinander zu schaffen? Und wie wird die wachsende religiöse Pluralität von den Religionen selbst wahrgenommen, wie werden Lernprozesse befördert oder Lernblockaden aufgelöst?

Kolleg besteht aus inter- und transdisziplinärem Konsortium

Von 2016 bis 2020 werden elf Promovierende aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu diesen Fragen arbeiten. Das Kolleg besteht insgesamt aus einem inter- und transdisziplinär zusammengesetzten Konsortium. Neben den Promovierenden und einer wissenschaftlichen Koordinatorin sind 19 Hochschullehrerinnen und -lehrer (u. a. Religionswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Rechtswissenschaft, Psychologie, Geographie, Wirtschaftswissenschaft, Theologie, Geschichte, Medienwissenschaft, Schulpädagogik) und 13 Praxispartner (u. a. Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Weltanschauung und Religion, Medien, Zivilgesellschaft) vertreten. Hinzu kommen Kooperationspartner (u. a. Stiftungen und Museen), die das Kolleg beraten und unterstützen.