Fortschrittskolleg "SecHuman"

Schöne neue Welt: Sicherheit für Menschen im Cyberspace

Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die vernetzte Informationstechnik nahezu alle Lebensbereiche durchdrungen. Beispiele reichen vom „klassischen“ Internet über soziale Netzwerke bis hin zu vernetzten Autos und der Industrie 4.0. Alle IT-Systeme sind prinzipiell jedoch mit dem Risiko des Missbrauchs behaftet, das auch erhebliche Anstrengungen in Wissenschaft und Industrie bisher nicht zufriedenstellend beheben konnten. Die Enthüllungen von Edward Snowden und Vorfälle der letzten Jahre, wie das Stehlen von 50 Millionen Kreditkartennummern von einem einzigen Server oder das Hacken in fahrende Autos, haben das Schadenspotential für Individuen und Gesellschaft nochmals dramatisch in das Bewusstsein gerückt. Durch die herausragende Bedeutung der Informationstechnik für Bürger, Wirtschaft und öffentliche Stellen verbunden mit der großen Verwundbarkeit, ist Sicherheit im Cyberspace zu einer der entscheidenden gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit geworden. Ziel des Fortschrittskollegs SecHuman ist es, die Situation der Cyber-Sicherheit grundlegend zu verbessern. Im Rahmen des Fortschrittskollegs sollen wichtige Forschungsfragen der IT-Sicherheit mit Praxisrelevanz über einen ganzheitlichen Ansatz gelöst werden. 

Ziel ist das Vorantreiben von praktischen Lösungen für IT-Sicherheit

Die bisher fast ausschließlich technischen Lösungen zur Cyber-Sicherheit sind wissenschaftlich zum Teil sehr fortgeschritten, bieten aber in der Praxis oft nicht den gewünschten Schutz. Mit SecHuman wird ein transformativer Forschungsansatz verfolgt, bei dem wichtige Probleme der modernen IT-Sicherheit inter- und transdisziplinär untersucht werden. Im wissenschaftlichen Kern besteht SecHuman aus sechs aktuellen Forschungsthemen, zusammen mit einer begleitenden Dissertation zur kognitiven Wissensintegration in der IT-Sicherheit. Um eine tatsächlich ganzheitliche, d. h. sowohl inter- als auch transdisziplinäre Problemlösung zu gewährleisten, wird jedes Forschungsthema von je einer/m technischen und einer/m geisteswissenschaftlichen Promovierenden bearbeitet, wobei neben den beiden akademischen Betreuern mindestens ein Coach eines Praxisakteurs ebenfalls in das Dissertationsvorhaben eingebunden ist. Durch die Einbettung in das Horst Görtz Institut an der Universität Bochum, einer der führenden Forschungseinrichtungen für IT-Sicherheit in Europa, ergeben sich zahlreiche Synergien. Neben den technisch-mathematischen Disziplinen sind in SecHuman Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Friedensforschung, Germanistik, Journalistik, Medienwissenschaften, Pädagogik und den Sozialwissenschaften paritätisch vertreten. An SecHuman sind die Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund sowie die Fachhochschule Dortmund beteiligt.