Ein Seminar, vorne spricht ein junger Mann

NRW Forschungskollegs

In den interdisziplinär zusammengesetzten Forschungskollegs lernen die Promovierenden von Beginn an, mit Forscherinnen und Forschern verschiedener Disziplinen sowie mit nicht wissenschaftlichen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten und deren Erkenntnisse für die eigene wissenschaftliche Arbeit zu berücksichtigen.

Anwendungsbezogene Forschung Forschungskollegs NRW

Die NRW Forschungskollegs sind mit anwendungsbezogener Forschung auf Themenfeldern von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz befasst. Kennzeichnend für ihre Forschungsansätze ist eine hohe Komplexität. Durch die Anwendung von inter- und transdisziplinären Forschungsmethoden werden ausgewogenere und besser umsetzbare Lösungsansätze erwartet. In den Kollegs sollen entsprechende Forschungsmethoden vermittelt und weiterentwickelt werden.

Die Kollegs zielen auf eine weit gefasste Interdisziplinarität, die nicht nur aus der schon lange üblichen Kooperation mit den engen Nachbardisziplinen besteht. Dabei sollen die Ingenieur- und Naturwissenschaften insbesondere auch mit den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften verknüpft werden. Die Kollegs arbeiten außerdem transdisziplinär. Das heißt, es wird mit nicht wissenschaftlichen gesellschaftlichen Akteuren als Träger praktischen und regionalen Wissens aktiv und mit definierten Rollen zusammengearbeitet (Stakeholdereinbindung). Durch die Einbindung der Partner soll der Anwendungsbezug der Promotionen zusätzlich gestärkt werden. Die Promovierenden werden weiterhin befähigt, in komplexen interdisziplinären und lösungsorientierten Projekten zu forschen und sie zu managen.

Die Forschungskollegs sind an Universitäten in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Soweit in einem Hochschulkonsortium Fachhochschulen eingebunden sind, sind kooperative Promotionen möglich. In einem Forschungskolleg sollen zwischen zehn und 15 Doktorandinnen und Doktoranden forschen. Promoviert wird in den beteiligten Disziplinen. Die individuelle Promotion erfolgt in Verantwortung der jeweiligen Fakultät. Das Kolleg muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die einzelne Promotion in der Regel in drei bis dreieinhalb Jahren durchzuführen ist.

Die erste viereinhalbjährige Förderphase der Forschungskollegs kann auf der Grundlage einer positiven Evaluation und eines positiv bewerteten Fortsetzungsantrags um eine zweite dreieinhalbjährige Förderperiode verlängert werden.

Das Land fördert zwölf Forschungskollegs aus zwei Ausschreibungsrunden für jeweils viereinhalb Jahre mit einer Fördersumme von bis zu 2,72 Millionen Euro pro Kolleg. Die Kollegs, die 2014 gestartet sind, wurden im Jahr 2018 von einer unabhängigen Jury positiv evaluiert. Ihre zweite Förderperiode beginnt am 1. Januar 2019. Die Stellen für Promovierende werden von den Kollegs beziehungsweise den Hochschulen ausgeschrieben.

Im Überblick Die Forschungskollegs

„Online-Partizipation“

Bürgerbeteiligung als Herausforderung und Chance

Die umfassende und direkte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an für sie relevanten politischen und administrativen Entscheidungen stellt eine zentrale Herausforderung für eine Demokratie dar. Die Konflikte um „Stuttgart 21“ und das Scheitern der Schulreform in Hamburg im Jahr 2010 sind zwei besonders bekannte Beispiele für die Forderung von Bürgern nach einer stärkeren Partizipation. Daneben existiert eine Vielzahl von weiteren kontroversen Entscheidungen, insbesondere auf der lokalen und kommunalen Ebene, die auf Unverständnis und Widerstand in der Bevölkerung treffen. Dies zeigt, dass demokratische Repräsentation alleine nicht immer ausreichend für eine nachhaltige Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist, und dass Betroffene häufig aktiv eine weitergehende und frühzeitige Beteiligung einfordern, die über regelmäßige Wahlen hinausgeht. Das Internet bietet die Möglichkeit, eine solche Teilhabe in Form von Online-Partizipation zu realisieren. Trotz ihrer erheblichen Potentiale wird diese Form der Partizipation nur punktuell in der Praxis eingesetzt. Darüber hinaus führt Online-Partizipation – dort wo sie bereits in der Praxis eingesetzt wird – bisher nur zum Teil zu den erhofften Ergebnissen.

Im  Forschungskolleg Online-Partizipation forschen angehende und erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die Eigenschaften von Online-Partizipation besser zu verstehen und ihr Potential zielgerichtet zu erschließen. Dabei konzentriert sich das Kolleg auf den besonders vielversprechenden Einsatz im kommunalen Bereich und stellt folgenden leitende Fragestellung in den Mittelpunkt seiner Forschung: „Wie und unter welchen Bedingungen kann das Potential von Online-Partizipation auf kommunaler Ebene systematisch entwickelt, praktisch genutzt und wissenschaftlich evaluiert werden?“

Das Forschungskolleg Online-Partizipation verfolgt drei zentrale Ziele:

  1. Die Entwicklung eines interdisziplinären wissenschaftlichen Fundaments für Online-Partizipation.
  2. Die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf strukturierte Weise, so dass sie Online-Partizipation in einem inter- und transdisziplinären Team in allen relevanten Aspekten wissenschaftlich analysieren und in der Praxis umsetzen und gestalten können.
  3. Die schrittweise Vernetzung zwischen den Praxisakteuren von Online-Partizipationsprojekten, Anbietern für Online-Partizipationslösungen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Im Forschungskolleg kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Betriebswirtschaft, Informatik, Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft, Recht und Soziologie. Die Betreuung der Doktorandinnen und Doktoranden erfolgt durch interdisziplinäre Teams. Die relevanten, von den Problemstellungen betroffenen Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft werden als Träger praktischen Wissens von Beginn an aktiv in den Forschungsprozess des Projektes mit einbezogen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten eng mit Praxispartnern zusammen, um relevante Problemstellungen zu identifizieren und zu lösen. Das Graduiertenkolleg wird von der Universität Düsseldorf und der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW getragen.

Nach einer positiven Evaluation beginnt das Kolleg ab Januar 2019 seine zweite Förderphase.

Kontakt: Prof. Dr. Martin Mauve, Universität Düsseldorf, E-Mail: mauve[at]cs.uni-duesseldorf.de, Tel.: 0211 81-11636

www.cn.uni-duesseldorf.de

„FUTURE WATER – Globale Wasserforschung in der Metropole Ruhr“

Wasser ist die Grundlage jedweden Lebens auf der Erde. Kaum eine Ressource ist so vielfältigen Nutzungen unterzogen. Allein der Mensch benötigt Wasser z.B. als Trinkwasser, zur Nahrungsgewinnung, zur Körperpflege, zur Naherholung, als Verkehrsweg sowie zu Produktionszwecken in Industrie und Landwirtschaft. Jedoch stehen die einzelnen Nutzungen nicht selten in Konkurrenz zueinander. Die Etablierung und Sicherstellung einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ist deshalb eine zentrale Herausforderung unserer Zeit.

Schadstoffe gelangen über unterschiedliche Wege in unsere aquatische Umwelt. Neben direkten Einträgen über kommunale Kläranlagen oder industrielle Direkteinleiter in Oberflächengewässer spielen diffuse Einträge, z. B. über ablaufendes Niederschlagswasser von versiegelten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen eine entscheidende Rolle. Betroffen ist davon der gesamte Wasserkreislauf einschließlich des Grundwassers. Schadstoffeinträge haben negative Wirkungen auf die in den Gewässern lebenden Organismengemeinschaften. Aber auch die Trinkwasserversorgung wird im Rahmen der Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser oder Uferfiltrat beeinflusst, da möglicherweise kostenintensive weitergehende Behandlungsschritte notwendig werden.

Durch die Auswirkungen des Klimawandels, wie z.B. der Zunahme von Extremniederschlagsereignissen, wird diese Problematik verschärft. Ökologische und sozioökonomische Veränderungen äußern sich in Form von sich wandelnden Infrastrukturanforderungen und stellen neue Ansprüche an eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Regenwasserbewirtschaftung. Zugleich entsteht die Notwendigkeit, innovative siedlungswasserwirtschaftliche Konzepte zu entwickeln und diese in künftige Stadt- und Regionalplanungen einzubeziehen.

Die Umsetzung effektiver und effizienter Maßnahmen zur Reduktion diffuser Stoffeinträge sowie damit verbunden die Etablierung und Sicherstellung einer integrierten Regenwasserbewirtschaftung sind gerade auch auf regionaler Ebene wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Das Forschungskolleg FUTURE WATER wird sich deshalb in seiner zweiten Förderphase genau diesem Themenbereich – „Diffuse Stoffeinträge und Regenwasserbewirtschaftung“ – mit dem regionalen Schwerpunkt Metropole Ruhr widmen. Dabei kann das Kolleg auf die etablierte, deutschlandweit einzigartige Agglomeration von Wasserexpertise im Ruhrgebiet, die schon heute zu großen Anteilen im Zentrum für Wasser- und Umweltforschung gebündelt wird, zurückgreifen.

Die skizzierten Problemstellungen erfordern eine intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wasserwirtschaft, Industrie, Politik und (Zivil)Gesellschaft. Weder einzelne Fachdisziplinen noch die Wissenschaft allein sind in der Lage, als Treiber für notwendige Innovationen zu fungieren. Inter- und Transdisziplinarität sind daher im Forschungskolleg FUTURE WATER fest verankert. Neben den Universitäten Duisburg-Essen und Bochum, Hochschule Ruhr-West, EBZ Business School und dem Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. beteiligen sich zahlreiche Partner aus der Praxis an FUTURE WATER.

Nach einer positiven Evaluation wird das Kolleg ab Januar 2019 seine zweite Förderphase beginnen.

Kontakt: Prof. Dr. Torsten C. Schmidt, Universität Duisburg-Essen, E-Mail: torsten.schmidt[at]uni-due.de, Tel.: 0201 183-6774

www.nrw-futurewater.de

„GROW – Wohlbefinden bis ins hohe Alter/Gerontological Research On Well-Being“

Das Forschungskolleg GROW ist ein gemeinsames Promotionskolleg der Humanwissenschaftlichen Fakultät mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät der Universität Köln. Die Promovierenden bringen unter anderem als Soziologinnen, Gesundheitsökonomen, Pädagoginnen, Psychologinnen, Rehabilitationswissenschaftlerinnen und Politologen verschiedene Perspektiven in das Forschungskolleg ein.

Das übergeordnete Ziel ist es, praxisrelevante Ressourcen und Barrieren für das Wohlbefinden bis ins hohe Alter zu identifizieren und konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um das Wohlbefinden älterer Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erhalten oder zu verbessern.

  • Die Dissertationsprojekte nehmen dabei eine inter- und transdisziplinäre Lebenslaufperspektive ein. Sie entstehen in einem Netzwerk von Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen wissenschaftlichen Fächern und in Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus der Praxis. In der ersten Kohorte (2014-2018) wurden folgende Themenbereiche in elf Promotionen fokussiert:
  • Technik und Alter
  • Soziale Beziehungen
  • Versorgungslandschaften
  • Quartier und Bürgerschaftliches Engagement

Vom Austausch mit den Praxispartnerinnen und -partnern profitieren die Kollegiatinnen und Kollegiaten in verschiedenen Phasen ihrer Promotionen. Die Erfahrungen der Praxis fließen zunächst in die Fragestellungen ein und die Praxispartnerinnen und -partner beraten die Promovierenden im gesamten Forschungsprozess. Forschungsergebnisse werden in die Praxis kommuniziert und gemeinsam in Lösungen praxisrelevanter Probleme übersetzt. Insbesondere die Wissenschaft-Praxis-Kollegtagungen laden dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie finden zweimal im Jahr statt und bieten einen gemeinsamen Raum zum Austausch.

Nach einer erfolgreichen Evaluation beginnt das Kolleg ab Januar 2019 seine zweite Förderphase. Anknüpfend an die Ergebnisse der Promotionen in der ersten Förderphase werden dann in GROW II die folgenden Themenfelder fokussiert:

  1. Digitalisierung und Technik,
  2. Vernetzte Versorgung: Sorgende Gemeinschaften für vulnerable Menschen im hohen Alter und
  3. Lebenslauf, soziale Ungleichheit und Gesundheit.

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Zank, Universität zu Köln, E-Mail: susanne.zank[at]uni-koeln.de, Tel.: 0221 470-4786

www.grow.uni-koeln.de

"Nachhaltige Energiesysteme im Quartier. Modelle und Strategien zwischen lokalen und globalen Herausforderungen"

Die Orientierung an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung, die ökologische, soziale, wirtschaftliche und technische Rahmenbedingungen und Zielsetzungen gleichermaßen berücksichtigt, stellt die Gesellschaft und damit auch die Wissenschaft vor große Herausforderungen.

Das Forschungskolleg hat sich auf Fragestellungen fokussiert, die sich auf die Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz im Quartier beziehen. Von Oktober 2014 bis Dezember 2018 promovieren in dem inter- und transdisziplinären Graduiertenkollegs fünf Doktorandinnen und sechs Doktoranden. Die Promovierenden befassen sich mit technischen, baulich-räumlichen, wirtschaftlichen, juristischen und sozialen Fragestellungen – entsprechend unterschiedlich ist die fachliche Ausrichtung der beteiligten zehn Professorinnen und Professoren sowie ihrer Lehrstühle.

Die einzelnen Promotionen leisten einen Beitrag zu der übergreifenden Fragestellung:
"Welche Systeminnovationen und Strukturen sind notwendig, um die flächendeckende Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in unterschiedlich konstituierten Quartieren zu erreichen?"

Bisher lag der Betrachtungsfokus eher auf der Steigerung der Energieeffizienz im Einzelgebäude. In Gebäudekomplexen und Quartierszusammenhängen sind jedoch erhebliche Potenziale zu sehen, weil sich bei der gemeinsamen Nutzung von Anlagen ein höherer Ausnutzungsgrad der Technologien ergibt und die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden kann. Um innovative Wege und Handlungsoptionen zur Umsetzung von Maßnahmen zu entwickeln, die sich eben nicht auf einzelne Gebäude und ihre Eigentümer/Nutzer beziehen, sondern sowohl einen größeren Anwenderkreis einbeziehen als auch einen erweiterten räumlichen Fokus haben, müssen unterschiedlichste Wirkungszusammenhänge berücksichtigt werden. Für die Beschreibung und Analyse können unterschiedliche „Dimensionen“ eines Quartiers herangezogen werden: Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Freizeit etc.), baulich-räumliche Gegebenheiten, sozio-demografische Strukturen, ökonomischer Kontext, kulturell-historischer Kontext, technische Voraussetzungen, rechtliche Rahmenbedingungen.

Gerade die Verknüpfungen zwischen den „Dimensionen“ werden in unterschiedlichem Maße in drei interdisziplinären Forschungsschwerpunkten bearbeitet:

  1. Soziotechnische Dynamik
  2. Akteure, Governance und Handlungsoptionen
  3. Übergeordnete Zusammenhänge

Das Kolleg verfolgt das Ziel, Wirkungszusammenhänge, die für die Steigerung der Energieeffizienz relevant sind, besser zu verstehen und daraus strategische Ansatzpunkte für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen im Quartier herzuleiten. Der räumliche Fokus der Forschungsarbeiten liegt auf dem Ruhrgebiet und dort ausgewählten Quartieren. Ein Praxisbeirat mit Mitgliedern aus Unternehmen, Politik und Kommunen begleitet das Kolleg inhaltlich.

Nach einer positiven Evaluation wird sich das Kolleg in seiner zweiten Förderphase ab Januar 2019 umbenennen in: "Nachhaltige Energiesysteme im Quartier. Modelle und Strategien zwischen lokalen und globalen Herausforderungen". Das bisherige Konsortium bestehend aus der TU Dortmund, der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen, der Hochschule Bochum und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie wird um die RWTH Aachen erweitert, die auch die Konsortialführerschaft in der zweiten Phase übernehmen wird.

Kontakt: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher, RWTH Aachen, E-Mail: reicher[at]staedtebau.rwth-aachen.de, Tel.: 0241 80-95033

„Leicht – Effizient – Mobil: Energie und kosteneffizienter Extremleichtbau mit Hybridwerkstoffen“

Der Bereich Leichtbau mit Hybridsystemen ist eine essentielle Säule im Profil der Universität
Paderborn. In diesem Bereich stellt das NRW Forschungskolleg „Leicht – Effizient – Mobil“ einen wichtigen Meilenstein dar.

Im Kolleg beschäftigt sich seit 2014 eine Gruppe von Promovierenden der Fakultäten für Maschinenbau, Naturwissenschaften und Kulturwissenschaften mit vielfältigen Fragestellungen aus den Bereichen Leichtbau und Mobilität. Die übergeordnete Thematik des Kollegs bezieht sich, vor dem Hintergrund des zu beobachtenden Klimawandels und der anwachsenden Weltbevölkerung, auf die effiziente Verwendung von Ressourcen und Energie sowie auf die Lebensqualität und Sicherheit der Gesellschaft.

Eine potentielle Antwort auf diese Problemstellungen liefert der Leichtbau, welcher durch eine Reduktion bewegter Massen in einer Reduzierung des Energieaufwands resultiert. Insbesondere hybride Werkstoffsysteme bieten ein großes Potential da durch Kombination unterschiedlicher Werkstoffe die spezifischen Eigenschaften synergetisch genutzt werden können. Die Erforschung von energie- und kosteneffizientem Leichtbau mit Hybridwerkstoffen erfolgt dabei unter Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus von der Konzeptionierung und Simulation eines Bauteils über die Entwicklung von Werkstoffsystemen und die Fertigungstechnik bis hin zum Recycling.

Dabei wird im Kolleg ein neuer Ansatz verfolgt: durch eine Kombination inter- und transdisziplinärer Forschung werden auf der einen Seite gezielt die relevanten Expertisen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen genutzt sowie auf der anderen Seite die Wechselwirkungen technischer Entwicklungen mit der Gesellschaft berücksichtigt. Dadurch wurde ein intensiver und ertragreicher Diskurs mit projektspezifischen Gesellschaftsvertretern, wie beispielsweise der Feuerwehr, erreicht. Aus diesem Ansatz ergeben sich zahlreiche Fragestellungen, die in Dialogforen wie der jährlich stattfindenden Denkschule aufgegriffen werden; 2018 beispielsweise zum Thema „Mobilität: innovativ und nachhaltig“. In der Denkschule bietet sich für Partnerinnen und Partner des Kollegs und die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, in themenorientierten Workshops wie „Transdisziplinäre Mobilitätsprojekte“; „Mobilitätsunterstützung durch additive Fertigung“ oder „Nachhaltige Mobilität und CO2-Regulierung“ Potentiale und Herausforderungen in den Lebens- und Arbeitswelten der Teilnehmenden abzuleiten, mögliche Lösungsansätze aus dem Bereich Leichtbau zu formulieren sowie über den Beitrag von Forschung und Entwicklung und andere relevante Akteure zu sprechen

Nach einer positiven Evaluation wird das Forschungskolleg ab Januar 2019 seine zweite Förderphase beginnen.

Kontakt: Prof. Dr. Thomas Tröster, Universität Paderborn, E-Mail: thomas.troester[at]upb.de, Tel.: 05251 605331

ilh.uni-paderborn.de/fk-leicht-effizient-mobil/

„Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten – Menschenzentrierte Nutzung von Cyber-Physical Systems in Industrie 4.0“

Für Produktionsunternehmen eröffnet der Übergang zu Industrie 4.0 große Chancen für die Modernisierung und die damit verbundene Effizienzsteigerung der Produktionsprozesse. Neben den noch in großem Maße existierenden technischen Herausforderungen bei der Entwicklung solcher Systeme erfährt insbesondere die Rolle der Beschäftigten über die gesamte Wertschöpfungskette einen erheblichen Wandel. Die durchgängig vernetzten, dynamischen und echtzeitorientierten Abläufe verändern Arbeitsprozesse grundlegend und erfordern eine Flexibilisierung der Beschäftigung. Die Herausforderung liegt in der Entwicklung neuer sozialer Infrastrukturen, welche die weiterhin rasante technologische Entwicklung antizipieren und den Menschen über sein gesamtes Arbeitsleben im Fokus der Entwicklung sehen.

  1. Daher werden in dem NRW Forschungskolleg folgende Themenfelder bearbeitet:
  2. Übergang zu menschen-zentrierten, flexiblen und adaptiven Arbeitsprozessen unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Einbettung und organisationaler Gerechtigkeit
  3. Einsatz von lernenden, intelligenten Assistenzsystemen in Form von Cyber-Physical
  4. Devices
  5. Entwicklung eines anforderungsorientierten Systems Engineering-Ansatzes als Grundlage für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit
  6. Untersuchung der daraus resultierenden Änderungen in den beruflichen Anforderungen mit Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung und das Lernen am Arbeitsplatz.

Das NRW Forschungskolleg wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Paderborn und Bielefeld betrieben. Die beteiligten Fachrichtungen sind Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Elektrotechnik, Mathematik, Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Die im Rahmen von Promotionsprojekten durchgeführten Forschungsarbeiten sind eingebettet in ein inter- und transdisziplinäres Umfeld. Die Forschungsprojekte werden von der Initiierung bis hin zur abschließenden Evaluation von unseren Partnern des inter- und transdisziplinären Umfelds begleitet; dies sind der Spitzencluster it’s OWL, die Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V., die IG Metall NRW, das Innovationsnetzwerk Energie Impuls OWL e.V. und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Nach einer positiven Evaluation wird das Forschungskolleg ab Januar 2019 seine zweite Förderphase beginnen.

Kontakt: Prof. Dr. G. Engels, Universität Paderborn, E-Mail: engels[at]upb.de, Tel.: 05251 60-6817

pace.uni-paderborn.de

„ACCESS! Welche Mobilität können/wollen/müssen/dürfen/werden wir uns zukünftig leisten?“

Zwischen innovativer Forschung und kommunaler Zusammenarbeit.

Die Gestaltung zukunftsfähiger Mobilitätssysteme ist eine langfristige und komplexe Aufgabe großer gesellschaftlicher Tragweite. Im Rahmen des Forschungskolleg ACCESS! erfolgt die Integration zukünftiger (informations-)technischer und infrastruktureller Optionen („Welche Mobilität können wir uns leisten?“) sowie individueller Mobilitätsbedarfe von Nachfragern und Anbietern („Welche Mobilität wollen wir uns leisten?“) mit gesellschaftlichen (Mindest-) Ansprüchen („Welche Mobilität müssen wir uns leisten?“) und globalen, nationalen und lokalen Umweltzielen („Welche Mobilität dürfen wir uns leisten?“). Über zwei Praxisprojekte wird den Herausforderungen in Großstädten (MetropoleRuhr) ebenso Rechnung getragen wie dem ländlichen Raum (Kreis Heinsberg). Damit gelingt die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen an Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Bürger auf dem Weg zur Beantwortung der Frage: „Welche Mobilität werden wir uns zukünftig leisten?“.

Das NRW Forschungskolleg ACCESS! beruht auf der interdisziplinären Zusammenarbeit von Kollegiatinnen und Kollegiaten aus elf Fachgebieten der RWTH Aachen. Diese werden unterstützt von Praxispartnern, deren kontinuierlicher Input den Transfer von wissenschaftlichen Konzepten in praxisnahe Anwendungsgebiete unterstützt. An folgenden Schwerpunkten wird innerhalb des Kollegs geforscht:

Forschungsthema

Institut

KollegiatIn

Carsharing mit funktionsübergreifenden Flotten

Lehrstuhl für Operations Management

Laura Frank

Systemanalyse eines Lufttaxi-Netzwerks

Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme

Michael Husemann

Smart Mobility im ländlichen Raum

Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie

Sophia Gross-Fengels

Potenziale und Barrieren autonomer Fahrzeuge

Lehrstuhl und Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr

Christine Lindner

Mobilitätsbedingte Schadstoffe und Filterwirkung von Stadtvegetation

Institut für Umweltforschung

Hanna Fuchte

Alltagsmobilität junger Familien
 

Lehr- und Forschungsgebiet für Kulturgeographie

Eric Suder

Externe Kosten von Autonutzung

Lehrstuhl für Controlling

Frank Baumgärtner

Nachhaltigkeitsbewertung von Mobilität
 

Lehr- und Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe

Julia Streitz

Elektromagnetische Felder durch Elektromobilität

Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin

Kai Jagielski

Psychische Belastung durch Pendeln & Auswirkungen auf Beruf- und Privatleben

Institut für Psychologie, Personal- und Organisationspsychologie

Ruth Noppeney

Interdependenzen von Umweltbewusstsein und Mobilitätsverhalten

Lehr- und Forschungsgebiet Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften

Jennifer Bosen

Kontakt: Prof. Dr. Grit Walther, RWTH Aachen, E-Mail: walther[at]om.rwth-aachen.de, Tel:. 0241 80-23831

www.accessnrw.rwth-aachen.de

 

„VERBUND.NRW – Ressourceneffizienzsteigerung beim Einsatz von Verbundwerkstoffen und -konstruktionen im Bauwesen“

An der RWTH Aachen und der Fachhochschule Münster forschen elf Promovierende fachübergreifend an der Fragestellung, wie innovative Werkstoffe und Konstruktionen ressourcenschonend eingesetzt werden können.

Was passiert am Ende der Nutzung eines Gebäudes?

Aktuell ist es so, dass 60% der gesamten Abfallmengen in Deutschland im Baubereich anfallen. Gleichzeitig ist die Baubranche eine der ressourcen- und energieintensivsten in Deutschland. Zu beobachten ist eine zunehmende Entwicklung von innovativen und komplexen Verbundwerkstoffen und –konstruktionen und deren Einsatz: Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), sorgen im Zuge der energetischen Sanierung dafür, dass weniger Wärme ungenutzt verloren geht. Mit Hilfe von carbon- und glasfaserverstärkten Bauteilen erreichen Hersteller gegenüber konventionellen Baustoffen eine erhöhte Stabilität bei gleichzeitiger Reduktion des Materialeinsatzes. Ebenso halten Hybridbauteile, bei denen Holz, Stahl und Beton in einer Konstruktion kombiniert werden, Einzug in die Baupraxis.
Wann sollte über die Recyclingfähigkeit eines Bauteils nachgedacht werden?
Die neuen Bauteile sind meist komplex verbunden. Hier stellt sich die Frage, wie beispielsweise ein aus verschiedenen, miteinander verklebten Materialschichten bestehendes WDVS aufbereitet werden kann, sodass eine sortenreine Trennung der Materialien möglich wird. Diese ist für eine Wiederverwendung Voraussetzung. Wie kostenintensiv oder energieintensiv ist ein Recyclingprozess und wer zahlt für das Recycling? Fördert der Staat eine Wiederverwendung durch Gesetze oder Subventionen? Herausforderungen, die am Ende der Wertschöpfungskette, d.h. beim Rückbau und Recycling auftreten, sollten bei der Entwicklung recyclinggerechter Bauteile berücksichtigt werden.

Ein ressourceneffizienter Einsatz erfordert die Kommunikation und Integration von Wissen entlang der Wertschöpfungsketten. Diese umfassen vielschichtige Netzwerke heterogener Akteure mit verschiedensten Interessen: Politikvertreter, Hersteller, Architekten und Ingenieure, Bauherren, Logistik- sowie Recycling- und Entsorgungsunternehmen. Im Kolleg adressieren daher interdisziplinär ausgerichtete Bau-, Umwelt-, Entsorgungs- und Wirtschaftsingenieure, ein Techniksoziologe sowie ein Volkswirt inter- und transdisziplinäre Fragestellungen der Ressourceneffizienz in allen Stufen der Wertschöpfung. In ihren Promotionsprojekten stehen sie in engem Austausch mit Akteuren aus Unternehmen oder Behörden.

Beteiligte RWTH Aachen: Institut für Aufbereitung und Recycling │ LuF Technologie der Energierohstoffe │ Lehrstuhl für Baustoffkunde │ LuF Internationale Wirtschaftsbeziehungen │ Lehrstuhl für Technik- und Organisationssoziologie │ Lehrstuhl für Operationsmanagement │Lehrstuhl für Controlling │ Institut für Textiltechnik │ Beteiligte FH Münster: Institut für Infrastruktur Wasser Ressourcen Umwelt │Institut für unterirdisches Bauen │ Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb/Projektmanagement

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker, RWTH Aachen, E-Mail: quicker[at]teer.rwth-aachen.de, Tel.: 0241 80-95705

www.verbund-nrw.de

„FlüGe – Herausforderungen und Chancen globaler Flüchtlingsmigration für die Gesundheitsversorgung in Deutschland“

Die Zunahme globaler Flüchtlingsmigrationen in den letzten Jahren stellt Deutschland vor gesellschaftliche und politische Herausforderungen, die auch die Gesundheitsversorgung betreffen. Migration und insbesondere die Flüchtlingsmigration stellt ein komplexes Phänomen dar, welches in vielerlei Hinsicht mit Gesundheit verbunden ist. So sind geflüchtete Menschen vielen Risiken vor oder während der Flucht ausgesetzt, welche die körperliche und mentale Gesundheit beeinträchtigen können. Darüber hinaus bestehen in den Aufnahmeländern häufig Barrieren bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen sowie beim Zugang zum sozialen Versorgungssystem und zu bezahlter Beschäftigung.

Daher wird im Forschungskolleg FlüGe die interdisziplinäre Expertise aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (Gesundheitswissenschaften, Molekularbiologie, Kognitive Systeme, Psychologie, Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft) zusammengeführt, um die Breite des Themenfeldes angemessen abbilden und den komplexen Anforderungen und Chancen globaler Flüchtlingsmigration für die Gesundheitsversorgung Rechnung tragen zu können. Die Forschungsziele des Kollegs reichen von der Erhebung des Gesundheitszustands und der Risikofaktoren von Flüchtlingen, der Identifizierung von Barrieren der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen, der partizipatorischen Entwicklung zielgruppenspezifischer Interventionen, der Betrachtung der negativen wie positiven ökonomischen Effekte von Flüchtlingsmigration auf das Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung, der Erarbeitung von Empfehlungen für optimale Strategien zur Integration von Flüchtlingen/Asylbewerbern bis zur Darstellung rechtlicher Grundlagen unter Berücksichtigung der Menschenrechte sowie ethischer Fragen bis hin zu der Weiterentwicklung von Strategien zur Überwindung von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit.

Es werden die kurz-, mittel- und langfristigen gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Gesundheit und Wohlergehen in unserer im Wandel befindlichen Gesellschaft adressiert und praxisnahe Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Für die Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse spielt die von Beginn an aktive Einbeziehung von unterschiedlichen Praxispartnern eine konstituierende Rolle.

Kontakt: Prof. Dr. Alexander Krämer, Universität Bielefeld, Tel.: 0521 106-4252, E-Mail: alexander.kraemer[at]uni-bielefeld.de

www.uni-bielefeld.de/fluege/index.html

„RePliR – Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region“

Die Koexistenz unterschiedlicher Religionen sowie das Nebeneinander von religiösen und nicht-religiösen Traditionen bildet eine der grundlegenden Herausforderungen für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft. In dem von den Universitäten Bochum und Münster getragenen Forschungskolleg "Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region" (RePliR) werden die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, unter besonderer Berücksichtigung der Regionen Münsterland und Ruhrgebiet untersucht.

Das Kolleg verfolgt das Ziel, religiöse Pluralität und ihre Regulierung zu erforschen, deren Auswirkungen und potentielle Konflikthaftigkeit im Blick auf andere gesellschaftliche Bereiche zu analysieren und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. 10 Promovierende stellen sich mit ihren Einzelprojekten dieser Aufgabe. Sie werden dabei von Betreuerinnen und Betreuern aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und Partnern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterstützt.

Forschungsthema

Kollegiat*in

Erscheinungsformen von Religion in Flüchtlingsunterkünften Nordrhein-Westfalens - Eine qualitative Analyse

Natalie Gies-Powroznik

Nafris, Normen, Nachrichten: Die Thematisierung nationaler, ethnischer und religiöser Zugehörigkeiten in der Zeitungsberichterstattung zur Kölner Silvesternacht 2015/2016

Heike Haarhoff

Lebensführung im Spannungsfeld von muslimischer Religiosität und Berufstätigkeit
Weibliche Berufsbiografien in Frankreich und Deutschland

Linda Hennig

Wahrnehmung von religiöser Pluralität im Stadtteil

André Kastilan

Muster und bedingende Faktoren zivilgesellschaftlichen Engagements von Migrantenselbstorganisationen in ausgewählten Kommunen Nordrhein-Westfalens unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Religion

Anna Wiebke Klie

Religiöse Identität jugendlicher Aleviten und Sunniten

Martina Loth

Zwischen Kirchturm und Minarett
Die Geschichte des christlich-islamischen Dialogs in Nordrhein-Westfalen

David Rüschenschmidt

Buddhistische Interpretationen Jesu
Eine Studie zur regulativen Kraft des interreligiösen Dialogs.

Mathias Schneider

Religion in der organisierten Altenpflege

Susanne Stentenbach-Petzold

Psychosoziale Beziehungen im Alltag junger Aleviten und Sunniten.
Eine kulturpsychologische Studie zu ethnischen, religiösen und politischen Dimensionen sozialer Differenzierung in verschiedenen Milieus.

Aysel Tepeli

Kontakt: Prof. Dr. Volkhard Krech, Universität Bochum, Centrum für Religionswissenschaftliche Studien, E-Mail: volkhard.krech[at]rub.de, Tel.: 0234 32-22395

www.forschungskolleg-replir.de

„SecHuman – Schöne neue Welt: Sicherheit für Menschen im Cyberspace“

In der modernen IT-Sicherheit werden zunehmend interdisziplinäre Fragestellungen wichtig, bei denen die Interaktion von Menschen und Technik im Fokus steht.

SecHuman ist ein hoch innovatives Forschungskolleg zu diesem spannenden Forschungsgebiet. Das Besondere und bisher Einmalige des Doktorandenprogrammes besteht darin, dass alle Promovierenden des Kollegs in interdisziplinären Tandems arbeiten. Jedes Tandem besteht jeweils aus einem Geistes- oder Kulturwissenschaftler und einem Ingenieur oder Mathematiker.

Um diese Prozesse der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit in den Tandems nachzuhalten und abzubilden, gibt es eigens eine Promotionsstelle. In dieser Dissertation sollen auf einer kognitiven Ebene Faktoren analysiert werden, die Wissensintegration fördern oder hemmen und es wird ein Trainings- und Unterstützungskonzept erarbeitet. Die Doktorandin arbeitet dabei eng mit den SecHuman-Tandems zusammen, unterstützt aber auch disziplinübergreifende Prozesse der anderen Forschungskollegs NRW.

Thematisch beschäftigt sich das Kolleg SecHuman mit der Sicherheit von Menschen im Cyberspace aus einer inter- und transdisziplinären Sicht. Insgesamt 13 Promovierende bearbeiten technische sowie gesellschaftliche, fachübergreifende Probleme der IT-Sicherheit. Beschreibungen der einzelnen Forschungsthemen finden Sie unter: www.sechuman.rub.de/mitglieder/KollegiatInnen.html.de.

Die Promovierenden werden von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern aus Journalismus, Linguistik, Medienwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaft und technischen Wissenschaften betreut. Als Praxispartner und Berater fungieren Unternehmen und Partner aus der Politik, die dafür sorgen, dass die im Fokus stehenden Fragen für die Gesellschaft relevant sind.
Es soll jungen Wissenschaftlern ermöglicht werden, die komplexen Fragestellungen unserer Zeit in einem inter- und transdisziplinären Forschungsumfeld zu untersuchen. Das interdisziplinäre Umfeld ergibt sich dabei aus den gesellschaftlich relevanten Fragestellungen, deren Beantwortung disziplinübergreifende Expertise erfordern.
Das Forschungskolleg SecHuman ist eingebettet in das Horst Görtz Institut an der Universität Bochum, einem der führenden europäischen Forschungsinstitute im Bereich IT-Sicherheit.

SecHuman wird als Forschungskolleg des Landes NRW gefördert, daran beteiligt sind neben der Universität Bochum die FH Dortmund und die TU Dortmund.

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Christof Paar, Universität Bochum, Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit, E-Mail: christof.paar[at]rub.de, Tel.: 0234 32-22994

www.sechuman.org

„One Health und urbane Transformation“

Das Forschungskolleg „One Health und urbane Transformation - Erkennung von Risiken, Erarbeitung nachhaltiger Lösungen” wird in Kooperation der Universität Bonn (Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)), der Hochschule Bonn Rhein-Sieg (HBRS) und der United Nations University - Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) durchgeführt. Das Forschungskolleg untersucht die verschiedenen Dimensionen und Transformationen von gesundheitsbezogenen Systemen in Bezug auf die menschliche Gesundheit, die Gesundheit der Umwelt und der landwirtschaftlichen Produktionssysteme integrativ. Die diesbezüglichen aktuellen Herausforderungen und die historische Entwicklung in NRW mit dem Schwerpunkt Ruhrgebiet werden mit drei großen (peri-)urbanen Metropolenregionen in São Paulo (Brasilien), Accra (Ghana) und Ahmedabad (Indien) vergleichend gegenübergestellt, um aus der synergistischen Betrachtung Erkenntnisse und Lösungsansätze zu entwickeln.

Das „One Health“ Konzept basiert auf der integrativen und ganzheitlichen Betrachtung von Gesundheit und stellt somit die intrinsischen Zusammenhänge zwischen menschlicher, tierischer und Umweltgesundheit in den Fokus. Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Systeme, sowie deren Transformationen beeinflussen „One Health“. Die Wechselwirkungen zwischen diesen Systemen sowie deren Einfluss auf Gesundheitsindikatoren formen die Basis für die Entwicklung nachhaltiger Lösungsansätze und stellen daher einen Forschungsschwerpunkt da. Die ganzheitliche Perspektive des „One Health“ Konzept benötigt einen transdisziplinären Forschungsansatz, um die komplexen Interaktionen zwischen den verschiedenen Systemen adäquat zu beleuchten und integrativ zu analysieren.
Das Forschungskonzept basiert auf vier miteinander vernetzten Dimensionen:

  1. Ganzheitliches One Health Konzept (Mensch, Umwelt, landwirtschaftsbezogene Systeme) als integrativer Ansatz zur nachhaltigen Entwicklung
  2. Vergleich von NRW/Ruhrgebiet mit drei großen Metropolenregionen weltweit und gegenseitiges Lernen aus Erfahrung
  3. Untersuchung der relevanten interdisziplinären Querschnittsthemen Ernährung, Wasser, Hygiene und Public Health, Gesundheitswesen und Gesellschaft
  4. Drei integrative Arbeitspakete zur Erfassung, Analyse und Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen

Kontakt: Prof. Dr. Christian Borgemeister, Universität Bonn – ZEF, E-Mail cb[at]uni-bonn.de, Tel.: 0228 73-1866

www.zef.de/onehealth.html