Gleichstellung im Hochschulgesetz

Auf dem Weg zur echten Chancengerechtigkeit

Foto: Wissenschaftlerin mit Kollegen in einem Labor
Der Wissenschaftsstandort NRW braucht seine Frauen. Das Hochschulgesetz stärkt die vorhandenen Gleichsstellungsinstrumente und führt neue ein. (Foto: fotolia.com)

Die Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit im Hochschul- und Wissenschaftssystem ist ein zentrales Ziel des Hochschulgesetzes (HZG NRW). Jüngste Studien zeigen, dass die Beteiligung von Frauen im Hochschul- und Wissenschaftsbereich auf allen Qualifikationsstufen zwar zugenommen hat. Trotz aller Fortschritte ist der Weg zur echten Chancengerechtigkeit zwischen Männern und Frauen jedoch noch weit.

Die Förderung der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eine gesetzliche Aufgabe der Hochschulen. Das Hochschulrecht führt neue Gleichstellungsinstrumente ein und stärkt bestehende Instrumente in ihrer Wirkung und Sichtbarkeit.

Folgende Fortschritte hält das Hochschulgesetz fest:

  • Geschlechtergerechte Gremienbesetzung

Das Gebot der geschlechterparitätischen Zusammensetzung von Hochschulgremien wird durch eine hochschulspezifische Regelung (Artikel 1§ 11c HZG NRW) sichtbarer, transparenter und durchsetzungsstärker gestaltet. Ausnahmen von der paritätischen Besetzung  sind nur im Einzelfall zulässig und müssen dokumentiert werden. Hochschulen können hier eine Umsetzungshilfe herunterladen. 

  • Mindestens 40 % Frauen im Hochschulrat

Alle Hochschulräte müssen künftig zwingend mit mindestens 40 % Frauen besetzt werden. Ausnahmen hiervon sind nicht zulässig (Artikel 1 § 21 Absatz 3 HZG NRW).

  • Chancengerechte Berufungsverfahren

Zur Gewährleistung der Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern in Berufungsverfahren legen die Hochschulen fächergruppenbezogene Gleichstellungsquoten fest. Ziel ist es, die Anzahl der Professorinnen künftig zu steigern. (Artikel 1 § 37 a HZG NRW). Mehr dazu

  • Gender Budgeting

Mit der Integration der Geschlechterperspektive in die haushalterischen Entscheidungen der Hochschulen kann die Geschlechtergerechtigkeit verbessert werden – Gender Budgeting soll künftig stärker als Aspekt wahrgenommen werden (Artikel 1 § 24 Absatz 5 HZG NRW).

  • Starke Gleichstellungsbeauftragte

Die Gleichstellungsbeauftragung an den Hochschulen wird durch Verdeutlichung der Strukturen und Aufgaben (Zentrale Gleichstellungsbeauftragte, Fachbereichsgleichstellungsbeauftragte und Gleichstellungskommission) gestärkt (Artikel 1 § 24 HZG NRW).

  • Gute Vereinbarkeit von Familie und Studium

Die Gewährleistung einer guten Vereinbarkeit von Familie (Kinderbetreuung und Pflege) und Beruf oder Studium  ist eine gesetzliche Aufgabe der Hochschulen (Artikel 1 § 3 Absatz 5 HZG NRW). Mit den Regelungen zum individuellen Studium in Teilzeit  und dem echten Teilzeitstudium werden neue Wege aufgezeigt (Artikel 1 § 62 a HZG NRW).