Ausländische Abschlüsse und Grade

Diese Regelungen gelten nur in Nordrhein-Westfalen!

Die Befugnis zur Führung akademischer Grade ist in § 69 Hochschulgesetz geregelt; diese Vorschrift finden Sie am Ende dieses Hinweisblattes. Grade in diesem Sinne sind die Bezeichnungen, die man zum Abschluss eines Studiums bekommt (z.B. „Bachelor of Arts [BA]“, „Master of Science [MSc]“, „Doctor Medicina, aber auch Ehrentitel und andere Bezeichnungen, die von einer Hochschule verliehen werden.

Das Zustimmungsverfahren zum Führen im Ausland erlangter akademischer Grade ist ab dem 01.01.2005 weggefallen. Von hier aus werden also keine Einzelfallentscheidungen mehr getroffen. Die Inhaberin oder der Inhaber eines Grades muss eigenverantwortlich prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für dessen Führung erfüllt sind. Die inhaltlichen Anforderungen an die Führbarkeit sind diese:

  • Die verleihende Institution muss nach dem Recht des Herkunftslandes eine staatlich anerkannte Hochschule sein. Der Grad muss aufgrund einer Prüfung im Anschluss an ein tatsächlich absolviertes Studium von der Hochschule verliehen worden sein. Damit ist insbesondere die Führung von Graden unzulässig, die als Gegenleistung für eine finanzielle Zuwendung verliehen wurden.
  • Bei der Führung des Grades muss grundsätzlich die verleihende Institution in Klammern angeführt werden (z.B. "Master of Arts (Harvard University)"). Bei Abschlüssen aus der EU und bei einigen Doktorgraden braucht der Hochschulname nicht mit angegeben zu werden. Einzelheiten dazu finden Sie in der Verordnung über die Führung von akademischen Graden (Doktorverordnung) am Ende dieser Information.
  • Grade aus fremden Schriftarten dürfen in die lateinische Schrift übertragen werden. Es darf die im Herkunftsland zugelassene Abkürzung geführt sowie eine wörtliche Übersetzung in Klammern hinzugefügt werden, sofern dies aus sprachlichen Gründen nötig ist. Informationen zu anerkannten Hochschulen, ausländischen Abschlüssen, deren Übersetzung und Abkürzung finden Sie in der Datenbank Anabin der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen. Diese Zentralstelle ist als Teil des Sekretariats der Kultusministerkonferenz eine Einrichtung der Länder.
  • Bestimmte ausländische Doktorgrade können in der Form "Dr." mit Angabe der verleihen-den Hochschule geführt werden (Näheres finden Sie in der Doktorverordnung).
  • Eine Umwandlung eines ausländischen Grades in einen entsprechenden inländischen Grad ist nicht zulässig.
  • Förmliche Genehmigungen zur Führung eines ausländischen Grades, die ein Wissenschaftsministerium eines deutschen Bundeslandes nach früherem Recht erteilt hat, behalten ihre Gültigkeit.

Weitere Hinweise:

1. § 69 Hochschulgesetz regelt nur die Befugnis zur Führung eines Grades, nicht aber die Frage, was ein bestimmter ausländischer Grad im Vergleich zu einem deutschen Grad "wert" ist oder ob ein bestimmter Beruf ausgeübt werden kann.

2. Der Begriff "Anerkennung" hat mindestens drei verschiedene Bedeutungen, die unbedingt voneinander getrennt zu betrachten sind:

  • a) Die Anerkennung eines akademischen oder sonstigen Grades.
  • b) Die Anerkennung des Studienabschlusses und seine Wertigkeit.
  • c) Die Anerkennung zu beruflichen Zwecken, also zur Ausübung eines bestimmten Berufs.

Alle drei Bedeutungen haben nichts miteinander zu tun und je nach Wunsch der "Anerkennung" müssen verschiedene Wege gegangen werden.

Zu a) finden Sie vorliegend alle nötigen Informationen, da für die formale Gradführung i.S.d. Hochschulgesetzes meine Zuständigkeit gegeben ist.

Zu b) finden Sie umfangreiche Informationen auf der Seite der Kultusministerkonferenz. Möchten Sie erfahren, mit welchem deutschen Studienabschluss Ihr eigenes Studium am ehesten vergleichbar ist, sind Sie hier richtig, denn dort können Sie eine Zeugnisbewertung beantragen. Dazu erteilt die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen auf Antrag eine ausführliche Bescheinigung. Einzelheiten dazu hier.

Zu c) finden Sie leider keine gebündelten Informationen, da für die berufliche Anerkennung unterschiedliche Behörden und Dienststellen verantwortlich sind.
Sofern es um Befugnisse zur Ausübung bestimmter Berufe geht, ist das Sache der für das jeweilige Berufsrecht zuständigen Stelle (z.B. Industrie- und Handelskammer, Ärzte- und Ingenieurkammer) oder die Bezirksregierung, wenn es um geschützte Berufsbezeichnungen wie "Ingenieur" geht oder um reglementierte Berufe wie Lehrer, Erzieher oder Sozialarbeiter.

3. Es lässt sich oft auch nicht ohne weiteres sagen, ob ein bestimmter ausländischer Studien-abschluss an deutschen Hochschulen zu einem bestimmten weiterführenden Studium be-rechtigt. Dies muss im Einzelfall vom zuständigen Prüfungsamt der Hochschule entschie-den werden. Dies gilt auch, wenn Sie Ihr Auslandsstudium "nicht" abgeschlossen haben.