Erhaltung des immateriellen Kulturerbes

Ministerium koordiniert und begleitet die Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Regional verankerte Bräuche, traditionelle Handwerkstechniken, bestimmte Lied- und Musiktraditionen sowie Tänze prägen neben vielen anderen Kulturformen das vielfältige Kulturland Nordrhein-Westfalen.

Die UNESCO hat die identitätsstiftende Rolle solcher lebendiger Traditionen mit dem Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes anerkannt, das am 10. Juli 2013 in Deutschland in Kraft getreten ist. Ein wesentlicher Bestandteil des Übereinkommens ist die Einrichtung nationaler Inventare für die immateriellen Kulturgüter. Nordrhein-Westfalen hat aufgrund der Vielfalt seines kulturellen Lebens zudem ein Inventar des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

Im Rahmen ihrer Kulturhoheit sind die Länder auch für die Bewerbungen zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland zuständig. Sie werden hierbei von der Deutschen UNESCO-Kommission in Bonn in Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt unterstützt. In den Jahren 2013 und 2015 konnten sich Trägerinnen und Träger immaterieller Kulturgüter aus Nordrhein-Westfalen, also Kulturinstitutionen, Gruppen, Vereine und andere Gemeinschaften, die eine mehrere Generationen alte, identitätsstiftene kulturelle Ausdrucksform lebendig praktizieren, bereits um die Aufnahme in die genannten Verzeichnisse bewerben.

Der nächste Bewerbungszeitraum dauert vom 1. April bis zum 30. Oktober 2017. Dabei ist Verschiedenes zu beachten. Die Bewerbungen sollen zum Beispiel die immaterielle Tradition in ihrer Gesamtheit umfassen und nicht nur eine lokale Ausprägung haben und müssen zwei Empfehlungsschreiben von unabhängigen, sachkundigen Personen enthalten. Detaillierte Informationen und Merkblätter erhalten Sie auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission oder bei der Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW an der Universität Paderborn. Die Bewerbungen sind beim zuständigen Bundesland, wie in den Unterlagen erläutert, vollständig einzureichen.

Auswahlverfahren

An dem mehrstufigen Verfahren sind die Bundesländer, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche UNESCO- Kommission beteiligt. Für das Inventar des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen kann die unabhängige Landesjury Bewerbungen für solche lebendigen Traditionen vorschlagen, die einen besonderen Bezug zu Nordrhein-Westfalen besitzen. Für das bundesweite Auswahlverfahren kann jedes Bundesland etwa vier Bewerbungen auswählen, die es an die Kultusministerkonferenz (KMK) weiterleitet. In Nordrhein-Westfalen geschieht dies aufgrund der Empfehlungen der unabhängigen Landesjury. Die Bewerbungen werden dazu von der Landesjury begutachtet und von ihr mit einem Votum versehen. Die KMK leitet die Bewerbungen an das unabhängige nationale Expertenkomitee bei der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. weiter. Dieses prüft und bewertet die Bewerbungen.

Die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigen die Empfehlungen des nationalen Expertenkomitees. Auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. finden sich die Einträge in das bundesweite Verzeichnis.

Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen

Die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW ist angesiedelt am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe an der Universität Paderborn und arbeitet im Auftrag des Ministeriums und unterstützt Bewerber im Verfahren um die Aufnahme von kulturellen Ausdrucksformen in das Inventar des immateriellen Kulturerbes des Landes NRW und die weiteren nationalen und internationalen Listen.

Leitung:

Prof. Dr. Eva-Maria Seng
Universität Paderborn
Fakultät für Kulturwissenschaften
Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe
Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Tel.: +49 (0) 5251 60-5488
Fax: +49 (0) 5251-60-5461
Mail: em-seng@mail.uni-paderborn.de 
Web: www.kulturerbe-forschung.de

Zur Beantwortung von inhaltlichen oder formalen Fragen zu Ihrer Bewerbung steht Ihnen zur Verfügung:

Maria Harnack M. A.
Tel.: +49 (0) 5251-60-5462
Mail: mharnack@mail.uni-paderborn.de

Hinweise für Bewerbungen

Für Bewerbungen gelten folgende Hinweise:

  • Bewerbungen müssen innerhalb einer Bewerbungsfrist eingereicht werden.
  • Es können nur diejenigen Bewerbungen berücksichtigt werden, bei denen die Bewahrung und Weitergabe des lebendigen kulturellen Erbes durch seine Trägerinnen und Träger ersichtlich ist.
  • Gruppen, Gemeinschaften und Einzelpersonen können nur dann eine Bewerbung einreichen, wenn mit der Ausübung und Pflege des immateriellen Kulturerbes nachweislich nicht vorrangig kommerzielle Interessen verfolgt werden.
  • Für die Bewerbung innerhalb Deutschlands wurde ein einheitliches Bewerbungsformular entwickelt.
  • Außerdem sind sachverständige Empfehlungsschreiben von zwei unabhängigen Expertinnen oder Experten beizufügen, die nicht mehr als 5.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen.
  • Das von der Gemeinschaft oder einer Vertreterin oder einem Vertreter vollständig ausgefüllte Bewerbungsformular ist in zweifacher Ausführung (einmal im PDF-Format und einmal im Original mit Unterschrift eingescannt im PDF- oder JPG-Format) gemeinsam mit zwei Empfehlungsschreiben (im DOC/DOCX- oder PDF-Format) und zehn Fotos sowie gegebenenfalls Film- und/oder Tondokumenten elektronisch bei der oben genannten zuständigen Stelle einzureichen. Genaue Anforderungen zu den einzureichenden elektronischen Dokumenten finden sich im Merkblatt zur Bewerbung.