Lebendige Traditionen im Landesinventar für das immaterielle Kulturerbe von Nordrhein-Westfalen

Inventar des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen

In das "Inventar des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen" können gemäß des Kabinettbeschlusses vom 17. September 2013 auf Empfehlung der unabhängigen Landesjury für das immaterielle Kulturerbe diejenigen lebendigen Traditionen aufgenommen wurden, die einen besonderen Bezug zu Nordrhein-Westfalen besitzen.

Am 30. Juni 2014 wurden die folgenden ersten lebendigen Traditionen per Urkundenübergabe in das Landesinventar aufgenommen:

  • Flussfischer an Rhein und Sieg
    Bräuche, Traditionen und Handwerkstechniken der Flussfischer an Rhein und Sieg, wie sie von der Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg getragen werden. Mehr
  • Schützenwesen
    Als egalitäre Vereinigung prägen Schützen in vielen örtlichen Gemeinschaften das lokale kulturelle und soziale Leben ganzjährig auf vielfältige Weise und wirken dabei für viele Menschen integrierend und identitätsstiftend. Mehr
  • Rheinischer Karneval
    Brauchkomplex, Tradition, Kulturgut "Rheinischer Karneval" mit all seinen lokalen Varianten. Mehr
  • Osterräderlauf in Lügde
    Eine bemerkenswerte Besonderheit unter den Osterfeuerritualen, die seit Generationen eine lokale Gemeinschaft rhythmisiert und prägt. Die Lebendigkeit dieser Tradition drückt sich in einer breiten, intergenerationellen Beteiligung der Bevölkerung der Stadt aus. Mehr
  • Bochumer Maiabendfest
    Das Bochumer Maiabendfest zählt zu den historischen Heimatfesten in Deutschland. Die Traditionen und Bräuche werden von der gemeinnützigen Bochumer Maiabendgesellschaft für die nachfolgenden Generationen bewahrt. Mehr

Im April 2018 wurden fünf weitere Traditionen in das Landesinventar aufgenommen:

  • Martinstradition: Bei der Martinstradition handelt es sich um Bräuche mit Laternenumzug, Martinsliedern, Martinsfeuer, Darstellung der Mantelszene, Verteilung von Süßigkeiten an Kinder und der moralischen Botschaft zur Nächstenliebe. 
  • Anlage und Pflege von Flechthecken: Das Flechten und die Erhaltung von lebenden Zäunen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke sowie die besondere Technik des Knotens gehören zur Anlage und Pflege von Flechthecken.
  • Bolzplatzkultur: Eine jugendkulturelle Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, die ihren Ursprung in den städtischen Milieus der 1920iger Jahre hat.
  • Brieftaubenwesen: Es umfasst die Brieftaubenhaltung und Zucht sowie Wettbewerbe im Hinblick auf Distanzflug und Schönheit.
  • Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen: eine nachhaltige gemeinschaftliche Form der Waldbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten im Siegerland ausgeübt wird.