DUZ spezial: Eine gute Betreuung während des Studiums - NRWege ins Studium

Februar 2019: Warum es sinnvoll ist, in die Hochschulbildung Geflüchteter zu investieren, erläutert Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Frau Pfeiffer-Poensgen, welche Bedeutung hat das Programm „NRWege ins Studium“ für die Integration von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen?

Isabel Pfeiffer-Poensgen: Mit diesem Programm arbeitet die Landesregierung gemeinsam mit verschiedenen Partnern daran, die heterogene Gruppe der Geflüchteten bestmöglich in die Gesellschaft zu integrieren. Das fängt bei der frühkindlichen Bildung und Schulbildung an und geht über die Ausbildung bis zur Integration in den Arbeitsmarkt. Die Hochschulbildung ist dabei ein bedeutender Baustein: wir ermöglichen Geflüchteten mit entsprechenden Voraussetzungen einen deutschen Hochschulabschluss und leisten so auch einen Beitrag, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

Welche konkreten Maßnahmen sollten aus Ihrer Sicht an Hochschulen in NRW insbesondere ergriffen werden und wie kann die Politik sie dabei unterstützen?

Pfeiffer-Poensgen: Der Spracherwerb im Vorfeld und die Betreuung während des Studiums stehen für mich im Zentrum. Eine erfolgreiche Integration erfordert zudem eine enge Zusammenarbeit verschiedenster Stellen. Für studierfähige Geflüchtete sind nicht nur die Hochschulen zuständig, sondern auch Jobcenter, Städte und Gemeinden. Hier muss eine enge Vernetzung aller zuständigen Institutionen stattfinden. Das wird an vielen Standorten bereits erfolgreich umgesetzt. Mit unserem Programm NRWege verbessern wir hierfür die Rahmenbedingungen und stärken den Dialog der Verantwortlichen untereinander.

Wo sehen Sie die Potenziale des Programms, den aktuellen Bedarfen an den Hochschulen in NRW gerecht zu werden?

Pfeiffer-Poensgen: Viele Hochschulen entwickeln Konzepte, den Übergang in den Arbeitsmarkt zu gestalten – und zwar nicht erst wenn der Abschluss bevorsteht, sondern bereits im Studium. Die Förderung von Geflüchteten darf nicht nach der Immatrikulation aufhören, sondern eine gute Betreuung während des Fachstudiums und eine gezielte Vorbereitung auf die Zeit nach dem Studium sind meines Erachtens ebenso entscheidend. Dabei können Angebote wie z. B. Bewerbungstrainings oder auch die Unterstützung bei der Praktikumssuche hilfreich sein. Das Potenzial dieser Maßnahmen liegt darin, die Internationalisierung der Hochschulen in NRW insgesamt voranzubringen und Geflüchtete, aber auch internationale Studierende im Allgemeinen, zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen.

Linn Hildebrandt ist Referentin im Referat Hochschulprogramme für Flüchtlinge im DAAD.