Nico Joana Weber und Vanja Smiljanic erhalten Medienkunststipendien

Beide Medienkünstlerinnen erhalten für sechs Monate jeweils rund 7.700 Euro für die Realisierung von neuen Projekten

23.07.18

Zwei nordrhein-westfälische Medienkünstlerinnen sind mit Stipendien des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden: Mit den Stipendien in Höhe von jeweils rund 7.700 Euro fördert das Land Nico Joana Weber und Vanja Smiljanic für ein halbes Jahr bei der Realisierung eines neuen Projekts.

Nico Joana Weber, 1983 in Bonn geboren, arbeitet in ihren Werken mit Video, Fotografie und multimedialen Rauminstallationen. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind häufig architektonische Körper, durch die sie sich mit historischen und kulturellen Prozessen befasst. So auch im Projekt „Hybrid Moments“, für das sie das Stipendium erhält: Die Künstlerin nähert sich der kolonialen Vergangenheit Nigerias über die unterschiedlichen architektonischen Stile, die dort als Erbe der Kolonialgeschichte noch heute zu finden sind. 

Vanja Smiljanic, 1986 in Belgrad geboren, ist Bildende Künstlerin und Performancekünstlerin. Sie interessiert sich für einen neuen Materialismus, der das Physische mit dem Jenseitigen verbindet. So setzt sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit der Bewegung „Cosmic People“ auseinander, einer an die Existenz von Außerirdischen und UFOs glaubenden religiösen Gemeinschaft. Das Stipendium erhält sie für ihren experimentellen Dokumentarfilm „Herland“ über die Bewegung „Unarius“, einem weiteren religiösen UFO-Kult.

„Nordrhein-Westfalen ist seit den Pioniertagen der Videokunst eine wichtige Wirkungsstätte für Medienkünstlerinnen und Medienkünstler. Mit den beiden Stipendien wollen wir in diesem Genre tätige Frauen bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen. Nico Joana Weber und Vanja Smiljanic haben mit ihren ambitionierten Konzepten die Fachjury überzeugt. Dazu gratuliere ich herzlich“, sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Die alle zwei Jahre vergebene Förderung richtet sich an Medienkünstlerinnen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen. An die Stipendien ist keine Residenzpflicht gebunden. So können auch Künstlerinnen gefördert werden, die aufgrund von Familie örtlich gebunden sind. 

Eine vom Hartware MedienKunstVerein / Büro medienwerk.nrw in Dortmund in Absprache mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft berufene Jury hat über die Vergabe der Stipendien entschieden. Die Jury setzt sich zusammen aus Dr. Inke Arns, Kuratorin und künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVereins Dortmund, Pauline M'Barek, Künstlerin und Empfängerin des Stipendiums 2017, sowie Tasja Langenbach, Kuratorin und künstlerische Leiterin der Videonale, Bonn.

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