Professor Wottawa zum Studifinder: "Viele Menschen wissen nicht, für welche Studiengänge sie Potenzial haben"

10.07.15

Im Interview erläutert Prof. Dr. Heinrich Wottawa (emeritierter Psychologie-Professor an der Ruhr-Universität Bochum), was der Studifinder nach dem Relaunch kann, wieso ein solches Orientierungstool wichtig ist und wie Studieninteressierte es bei ihrer Studienwahl optimal einsetzen können.

Herr Professor Wottawa, Sie sind einer der Köpfe hinter dem Studifinder. In diesem Semester haben Sie und Ihre Kollegen die Funktionen des Online-Tools deutlich erweitert. Was kann der Studifinder jetzt, was er vorher nicht konnte?

Professor Wottawa: Die Bedienbarkeit wurde deutlich verbessert, auch die Schlagwortsuche wird viel besser angeboten. Es gibt jetzt mehr Möglichkeiten, nach speziellen Studienformen zu suchen, etwa duale oder Teilzeitstudienangebote. Besonders wichtig ist aber, dass wir in Ergänzung zu den „Studichecks“, also der Möglichkeit zu prüfen, ob das eigene Vorwissen in ausgewählten Teilen für den Einstieg in den Studiengang ausreicht, auch darauf abgestellte E-Learning-Angebote haben. Man kann damit sein Wissen aus der Schule in Mathematik und der Arbeit mit Texten rechtzeitig auffrischen, und wird damit auch besser motiviert, einen eventuell vom ausgewählten Studiengang angebotenen Vorkurs zu besuchen.

Sie sind vor allem für die Orientierungstests verantwortlich und entwickeln Fragen, die Studieninteressierten dabei helfen sollen, den passenden Studiengang zu finden. Warum ist ein solches Angebot wichtig, warum bedarf es eines Studifinders?

Professor Wottawa: Selbst wenn man sich nur auf die Studiengänge in NRW beschränkt, sind das über 2.000. Es gibt niemand, der die vielen dazu verfügbaren Informationen rezipieren und mit seinen eigenen Interessen und Fähigkeiten abgleichen kann. Man ist gezwungen, die Informationssuche auf eine kleine Auswahl zu beschränken. Und gerade dabei kann der Studifinder helfen. Das Ergebnis ist aber nie: "Mit diesem Studiengang werden Sie glücklich und erfolgreich." Sondern immer nur: "Es könnte sich lohnen, sich vor allem über diese vielleicht passenden Studiengänge näher zu informieren." Gut informiert entscheiden muss sich dann natürlich jeder selbst.

Welchen Tipp können Sie Studieninteressierten für die Nutzung des Studifinders geben?

Professor Wottawa: Man sollte unbedingt alle vier angebotenen Tests zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten machen. Viele Menschen interessieren sich für Studiengänge, für die sie überhaupt nicht begabt sind, und wissen gar nicht, für welche Studiengänge sie besonderes Potenzial haben.

Hier erfahren Sie mehr über den Studifinder.