Weiterbildung

Allgemeine Weiterbildung

Weiterbildung gewinnt durch den raschen Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft immer mehr an Bedeutung. In den letzten Jahren verändern sich die persönlichen und gesellschaftlichen Anforderungen und Perspektiven, im Zusammenleben mit anderen sowie in Hinblick auf den Beruf. Lebensbegleitendes Lernen ist damit sowohl eine Chance wie auch eine persönliche und gesellschaftliche Herausforderung.

Alphabetisierung und Grundbildung

Alphabetisierung ist eine wesentliche Voraussetzung für Grundbildung und das Nachholen eines Schulabschlusses. Erst wer lesen und schreiben kann, kann sich lebensbegleitend weiter bilden. Alphabetisierung und Grundbildung sind im Pflichtangebot der Volkshochschulen verankert (§ 11 Absatz 2 Weiterbildungsgesetz).

Förderung von Einrichtungen und Regionalkonferenz

Die Förderung der Weiterbildung ist gemäß § 7 WbG gesetzliche Aufgabe des Landes Nordrhein-Westfalens. Das Land beteiligt sich dabei an den Kosten für das hauptamtliche bzw. hauptberufliche pädagogische Personal und für die Maßnahmen, die nach Unterrichtsstunden und Teilnehmertagen berechnet werden.

Qualitätssicherung in der Weiterbildung

Um sicher zu stellen, dass die Qualität der WbG-geförderten Angebote unterschiedlicher Einrichtungen nach gleichen Kriterien zertifiziert werden und den Nutzerinnen und Nutzern eine Orientierungshilfe für einen Vergleich der Angebote zu geben, hat der Landtag im Jahr 2007 – im Rahmen der Haushaltsberatungen – beschlossen, dass die Einrichtungen der Weiterbildung sich einer Qualitätsprüfung unterziehen müssen.

Arbeitnehmer-Weiterbildung

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Beschäftigungsverhältnis schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen ist, haben einen Anspruch auf Bildungsfreistellung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Die Freistellung von der Arbeit kann zum Zwecke der beruflichen und politischen Weiterbildung in vom Land Nordrhein-Westfalen anerkannten Einrichtungen der Weiterbildung erfolgen.

Externen-Abiturprüfung

Nicht alle Bildungswilligen können die allgemeine Hochschulreife an einer schulischen Einrichtung erwerben. Die Externen-Abiturprüfung ermöglicht das Abitur außerhalb der Schule (extern) zu erlangen.

Zweiter Bildungsweg

Das Weiterbildungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (WbG) sichert jedem Bürger und jeder Bürgerin das Recht, Kenntnisse und Qualifikationen zu erwerben und zu vertiefen, die zur freien Entfaltung der Persönlichkeit und zur freien Wahl des Berufs beitragen. Einrichtungen der Weiterbildung haben die Aufgabe, Bildungsgänge zur Vermittlung von Kenntnissen und Qualifikationen für die Zeit nach Beendigung der ersten Bildungsphase bereit zu stellen.

Zentralstelle für Fernunterricht

Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln wurde durch den Staatsvertrag über das Fernunterrichtswesen vom 16. Februar 1978, zuletzt geändert durch Staatsvertrag vom 04. Dezember 1991, für alle Länder der Bundesrepublik Deutschland errichtet.

Europäischer Sozialfonds

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt für die Weiterbildung jährlich 5 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Maßnahmen der lebens- und erwerbsweltorientierten Weiterbildung zur Verfügung.

Sprachförderung für neu Zugewanderte ab 16 Jahren

Die Landesregierung hat im Haushalt 2017 erneut für Volkshochschulen und andere nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannte Einrichtungen rund 3,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel sind als Projektförderung vorgesehen für zusätzliche Kurse zur Sprachförderung.

Berichtswesen

2015 ist der erste Probelauf eines onlinegestützten Berichtswesens in der Weiterbildung (mit den Daten aus 2014) durchgeführt worden. Eine Überarbeitungsphase, die sich auf die Rückmeldungen der Weiterbildungseinrichtungen stützt, schließt sich nun an, bevor das Berichtswesen in den Echtbetrieb geht.

Weiterbildungsrecht

Das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz regelt den Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Freistellung von der Arbeit zum Zwecke der beruflichen und politischen Weiterbildung in anerkannten Bildungsveranstaltungen bei Fortzahlung des Arbeitsentgelts.Das Weiterbildungsgesetz soll eine plurale und leistungsfähige Weiterbildungslandschaft ermöglichen.