Durchführung der Prüfung - Mündliche Prüfung

Die mündlichen Prüfungen legt der Prüfling vor Fachprüfungsausschüssen ab, die jeweils aus der Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden, der Fachprüferin oder dem Fachprüfer und der Schriftführerin oder dem Schriftführer bestehen.

Die mündliche Prüfung dauert in der Regel mindestens 20, höchstens 30 Minuten. Jeder Prüfling erhält vor der Prüfung in der Regel 30 Minuten Zeit zur Vorbereitung.

Die mündliche Prüfung besteht aus zwei Teilen

  • Im ersten Teil soll der Prüfling selbständig eine ihm gestellte und in der Vorbereitungszeit bearbeitete Aufgabe in einem zusammenhängenden, freien Vortrag zu lösen versuchen. Fehlerhafte Darstellungsteile müssen in der Prüfung nicht sofort korrigiert werden, es sei denn, dass schon der vom Prüfling gewählte Ansatz zu keinem sinnvollen Ergebnis führen kann. Der Prüfling sollte sich während der für die Lösung der Aufgabe vorgesehenen Vorbereitungszeit Stichpunkte machen, in denen er sein methodisches Vorgehen und die wichtigsten Analyse-Ergebnisse geordnet festhält.
    Der freie Vortrag, der sich an den Aufzeichnungen orientiert, ist eine für die mündliche Prüfung geforderte Leistung. Ein bloßes Ablesen der Aufzeichnungen ist unzulässig.
  • In dem zweiten Teil erfolgt ein Prüfungsgespräch, in dem vor allem größere fachliche und fachübergreifende Zusammenhänge überprüft werden.

Der 1. und 2. Prüfungsteil nehmen zeitlich etwa den gleichen Umfang ein.

Falls die Prüfungsaufgabe in einem naturwissenschaftlichen Fach, in Ernährungslehre, Informatik oder Technik einen experimentellen oder praktischen Teil, im Fach Musik eine Höraufgabe oder im Fach Kunst eine Gestaltungsaufgabe enthält, kann die Vorbereitungszeit angemessen verlängert werden.

Der Fachprüfungsausschuss berät über die einzelnen Prüfungsleistungen und setzt eine Gesamtnote, gegebenenfalls mit Tendenz, fest.

Mündliche Prüfungen erfolgen in den vier Fächern des zweiten Prüfungsteils, wenn die Bestehensbedingungen im ersten Prüfungsteil erfüllt wurden oder durch weitere Prüfungen im zweiten Prüfungsteil der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden kann.

Im ersten Prüfungsteil werden mündliche Prüfungen auch dann angesetzt, wenn das Bestehen der Abiturprüfung gefährdet ist, weil die Mindestbedingungen nicht erfüllt sind. Wird ein Prüfling im ersten Prüfungsteil in mehreren Fächern mündlich geprüft, bestimmt er die Reihenfolge. Eine mündliche Prüfung findet nicht mehr statt, wenn aufgrund der vorliegenden Ergebnisse in den schriftlichen Arbeiten auch bei Erreichen der Höchstpunktzahl in der mündlichen Prüfung ein Bestehen der Abiturprüfung nicht mehr möglich ist. In diesem Fall wird dem Prüfling mitgeteilt, dass er die Abiturprüfung nicht bestanden hat. Hat der Prüfling nach einer mündlichen Prüfung den ersten Prüfungsteil bestanden, so wird ihm das mitgeteilt. Auf seinen Antrag ist ein Prüfling von weiteren festgesetzten mündlichen Prüfungen zu befreien.

Zur Verbesserung der Note im ersten Prüfungsteil kann sich ein Prüfling zur mündlichen Prüfung auch dann melden, wenn eine mündliche Prüfung nicht erforderlich ist. Dies muss er spätestens eine Woche nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Arbeiten dem Vorsitzenden des zentralen Abiturausschusses mitteilen.