Sammlungsraum mit Werken

Kunst in Landesbesitz

Digitales Kunstregister des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Land verfügt über verschiedene Kunstsammlungen, die sich hinsichtlich ihrer Sammlungsstrategien unterscheiden. Die Sammlungsgegenstände gehören unterschiedlichen Epochen und Gattungen an und wurden aus unterschiedlichen Beweggründen erworben.

Nur ein Teil dieses Kunstbesitzes ist auch öffentlich sichtbar. Dies betrifft die Sammlungen der beiden landeseigenen Museen, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und des Kunsthauses NRW in Kornelimünster. Andere Kunstobjekte befinden sich im öffentlichen Raum oder sind als Kunst am Bau in öffentlichen Gebäuden zu erleben. Kunstbesitz des Landes befindet sich aber auch an Orten und in Institutionen, die nicht dauerhaft zugänglich sind, und dort, wo nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass es sich um Landesbesitz handelt.

Um den Kunstbesitz des Landes in stärkerem Maße öffentlich bekannt zu machen und Transparenz in Bezug auf die Objekte und deren Aufbewahrungsorte herzustellen, wird auf den folgenden Seiten schrittweise ein Überblick über sammelnde Institutionen zusammengestellt, die sich mittelbar oder unmittelbar in Landeseigentum befinden. Neben Informationen zur jeweiligen Sammlung und Sammlungsstrategie finden Sie hier Links zu den Institutionen, den dortigen Ansprechpersonen und – sofern vorhanden – einer Vorstellung des Kunstbesitzes in Wort und Bild. Die Zusammenstellung wird in den kommenden Monaten Zug um Zug erweitert und versteht sich als Work in Progress.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wurde 1961 gegründet. Sie ist das staatlich geförderte Landesmuseum in Nordrhein-Westfalen, das sich der modernen Kunst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts widmet. Den Grundstock bildet eine umfangreiche Gruppe von Werken von Paul Klee, die das Land 1960 erworben hat.

Mit diesem Ankauf sollte der von den Nationalsozialisten verfolgte Künstler gewürdigt werden, der 1933 nach knapp dreijähriger Lehre an der Düsseldorfer Kunstakademie entlassen wurde und emigrieren musste. In den Jahren nach der Gründung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen entstand eine international einzigartige Sammlung von Gemälden der historischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts. Schlüsselwerke von bahnbrechenden Künstlern der Moderne wie Henri Matisse, Amedeo Modigliani, Pablo Picasso, Georges Braque, Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, den europäischen Surrealisten sowie wichtigen Vertretern der Nachkriegsmoderne wie Mark Rothko, Kenneth Noland, Jackson Pollock und Andy Warhol wurden von dem Gründungsdirektor Werner Schmalenbach (1962–1990) nach dessen subjektiven Kriterien von Qualität und Einzigartigkeit erworben. Sie repräsentieren beispielhaft den Kanon einer westlichen Moderne, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa etabliert hatte.

Seit einigen Jahren befindet sich die Kunstsammlung unter dem Leitgedanken „Rethinking the Museum“ in einem Prozess, in dem das Erbe der Sammlung gewürdigt und zugleich das Museum im Zeichen der Vielstimmigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit weitergedacht wird. Durch gezielte Erwerbungen wurde der Bestand sowohl um nicht-westliche Positionen der Moderne als auch um bedeutende Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts erweitert und das Ausstellungs- und Bildungsprogramm für wegweisende internationale Stimmen geöffnet.

Heute treten im K20 am Grabbeplatz die Bilder von Pablo Picasso mit Skulpturen von Kader Attia in einen Dialog. Gemälde von René Magritte, Max Ernst oder Salvador Dalí begegnen surrealistischen Werken von Künstlern aus dem arabischen Raum wie Hassan El-Telmisani oder Fouad Kamel. Neu erworben wurden Werke von wegweisenden Malerinnen wie Etel Adnan, Helen Frankenthaler, Carmen Herrera, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Lygia Pape. Das K21 im Ständehaus zeigt die aktuellen Entwicklungen im Bereich der internationalen zeitgenössischen Kunst und präsentiert Installationen und multimediale Arbeiten von Cao Fei, Isa Genzken, Zanele Muholi, Thomas Ruff, Tomás Saraceno, Hito Steyerl, Ai Weiwei und vielen anderen.

https://www.kunstsammlung.de/de/collection/artists/

Kontakt:
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel +49 (0)211 8381-204
service[at]kunstsammlung.de

Sammlung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft

Das für Kultur zuständige Ministerium erwirbt seit 1948 Kunstwerke junger Künstlerinnen und Künstler, um diese zu fördern. Diese Sammlung wird im Kunsthaus NRW Kornelimünster aufbewahrt und ausgestellt. Durch diese Sammlungstätigkeit ist über die Jahrzehnte eine detaillierte Dokumentation des künstlerischen Schaffens im Rheinland und in Westfalen, Lippe entstanden. Die Ankäufe für die Sammlung werden heute vom Kunsthaus NRW und einer Fachjury ausgewählt.

Bei einem Rundgang durch das Kunsthaus erhalten Besucherinnen und Besucher Einblick in die Geschichte der Kunst in Nordrhein-Westfalen von der unmittelbaren Gegenwart bis zurück zu den Anfängen der Moderne. Die Sammlung umfasst inzwischen über 4.000 Werke u.a. von Christian Rohlfs, August Macke, Max Ernst, Heinrich Campendonk, Karl Otto Götz, Emil Schumacher, Ernst Wilhelm Nay, Günther Uecker, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Joseph Beuys, Katharina Sieverding, Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Katharina Grosse, Cornelius Völker, Alexandra Bircken und Erika Hock. Die Wechselausstellungen des Kunsthauses zeigen aktuelle Entwicklungen der Kunst in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.

https://www.kunsthaus.nrw/sammlung/uebersicht/

Kontakt:
Kunsthaus NRW
Abteigarten 6
52076 Aachen - Kornelimünster
Telefon: +49 (0)2408 6492
info[at]kunsthaus.nrw.de

Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Freiheit der Kunst ist in Artikel 5 des Grundgesetzes festgeschrieben. Die Kunst dient dabei immer auch als Seismograf für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und als Mittel der kritischen Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen.

Bereits seit dem Jahr 1949 stellt der Landtag Nordrhein-Westfalen jährlich Haushaltsmittel für den Erwerb von Kunstwerken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Bundesland zur Verfügung, so dass in den vergangenen 75 Jahren eine Sammlung von annährend 800 Werken entstanden ist. Der Landtag lädt als politisches Forum der Willensbildung die Bürgerinnen und Bürgern ein, sich über das politische Geschehen zu informieren und dazu gehört auch die Kunst, die sowohl im Außen- als auch im Innenbereich des Parlamentsgebäudes zu sehen ist. Nicht alle Kunstwerke können dauerhaft präsentiert werden, immer wieder jedoch werden Arbeiten neu inszeniert bzw. durch Neuankäufe ergänzt. Viele, insbesondere kleinere Arbeiten dürfen durch Abgeordnete und deren Mitarbeitende für die eigenen Büroräume im Landtag NRW ausgeliehen werden.

Die Sammlung kann mitnichten ein vollständiges Abbild der Kunstlandschaft in Nordrhein-Westfalen zeichnen und soll dies auch nicht. Über die Jahrzehnte erzählt sie dennoch von einem lebendigen Austausch zwischen dem Landesparlament und einer vielfältigen und bunten Kunstlandschaft, den großen Kunstakademien in Münster, Essen, Köln und Düsseldorf, zahllosen Museen, Galerien und Kunstvereinen.

https://www.landtag.nrw.de/home/mediathek/publikationen.html

Hier geht es zur Pressemitteilung des Landtags.

Kontakt:
Elfi Zimmerling M.A.
Tel +49 (0)211 884-2024.
Elfi.Zimmerling[at]landtag.nrw.de

Unselbstständige Stiftung "Kunst im Landesbesitz"

Im Zuge der Abwicklung der ehemaligen Westdeutschen Landesbank (WestLB, Nachfolgerin ist die Portigon AG) hat das Land Nordrhein-Westfalen 2016 einen Großteil der Kunstsammlung der Bank erwerben und somit als Kunstbesitz des Landes erhalten können. Die Werke wurden in eine unselbständige Stiftung eingebracht, die von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen als Treuhänderin verwaltet wird. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere durch Erwerb von Kunstwerken, die den Bürgerinnen und Bürgern des Landes öffentlich zugänglich gemacht werden.

Von der Portigon AG wurden insgesamt 277 Kunstwerke, vor allem aus dem Bereich der Nachkriegsmoderne und der Gegenwartskunst, sowie ein historisches Streichinstrument übernommen. Die Kunstwerke befinden sich heute zum größten Teil als Dauerleihgaben in den Museen des Landes. Die Violine „Lady Inchiquin“ von Antonio Stradivari wurde an den Violinisten Frank Peter Zimmermann verliehen und begleitet diesen bei seiner internationalen Konzerttätigkeit.

Im Jahr 2019 gelangte ein Konvolut von weiteren 51 Kunstwerken als Dauerleihgabe der NRW.BANK in die unselbständige Stiftung. Diese Werke, die zuvor in den Spielcasinos des Landes gezeigt wurden, hatte die Bank zuvor von der WestSpiel AG erworben, deren Privatisierung unmittelbar bevorstand. Auch diese Werke werden heute als Dauerleihgaben in den Kunstmuseen des Landes gezeigt.

Mithilfe der unselbständigen Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ werden auf diese Weise Sammlungsschwerpunkte kleiner und großer Museen in Nordrhein-Westfalen gestärkt und Sammlungslücken geschlossen.

Kontakt:
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel +49 (0)211 8381-204
service[at]kunstsammlung.de