30.08.2021

Stärkung des Wissenschaftsstandorts: Nordrhein-Westfalen richtet Forschungsförderung neu aus

Landesregierung schafft bessere Rahmenbedingungen für themenoffene Forschung – Erste Projekte mit insgesamt 22 Millionen Euro Fördervolumen ausgewählt – Ministerin Pfeiffer-Poensgen startet Forschungsreise

Wettbewerbsfähigkeit und viel Freiraum für die Entwicklung zukunftsweisender und innovativer Ideen – das sind zwei zentrale Erfolgskriterien für eine starke Wissenschaftslandschaft. Um diese Voraussetzungen zu verbessern und die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen weiter zu stärken, richtet die Landesregierung die Forschungsförderung neu aus. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen dabei unterstützt werden, neue Forschungsprofile und Netzwerke aufzubauen und bestehende Forschungsschwerpunkte weiterzuentwickeln. Hierfür stellt die Landesregierung mit dem Haushaltsentwurf 2022 jährlich 15 Millionen Euro zusätzlich zu den bisherigen Mitteln für die Forschungsförderung zur Verfügung. Ziel des Landes ist es, mit regelmäßigen und themenoffenen Aufrufen vielversprechende Forschungsvorhaben zu fördern. Das dafür entwickelte Konzept enthält vier Handlungsfelder, in denen passende Förderinstrumente angeboten werden: Forschungsprofile, Visionen, Vernetzungen und Transfer.

„Wissenschaftliche Forschung ist ein zentraler Entwicklungsmotor unserer Gesellschaft. Von Künstlicher Intelligenz über die Batterien von Morgen bis zur Entwicklung neuer Therapien und Medikamente gegen Krebs: Forschungsergebnisse verändern und verbessern das Leben der Menschen in Nordrhein-Westfalen. Mit der neuen Forschungsförderung wollen wir die Forscherinnen und Forscher in Nordrhein-Westfalen dabei unterstützen, die Potenziale ihrer Arbeit noch besser zur Geltung bringen zu können. Dabei ist für mich eines ganz klar: Nicht die Politik sollte festlegen, was erforscht wird, sondern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selber. Mit der neuen Forschungsförderung wollen wir als Land mithelfen, Forscherinnen und Forscher und ihre Ideen zielgerichtet miteinander zu vernetzen und zu fördern – weil freie Forschung unsere Zukunft gestaltet“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Im ersten Förderinstrument „Profilbildung“ hat eine unabhängige Auswahljury jetzt neun Projekte in Höhe von insgesamt rund 22 Millionen Euro ausgewählt, die im Rahmen der neuen Forschungsförderung umgesetzt werden sollen. 15 Universitäten und je drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind an den ausgewählten Vorhaben beteiligt.

Die Projekte starten im November. Insgesamt waren 69 Antragsskizzen eingereicht worden. Die Antragsteller konnten die Themen zu einer langfristigen Profilbildung frei aus den Bereichen Lebens-, Natur-, Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, aus Grundlagenforschung ebenso wie aus anwendungsnaher und angewandter Forschung wählen.

Ministerin Pfeiffer-Poensgen betont: „Die in der ersten Förderrunde „Profilbildung“ ausgewählten Vorhaben beschäftigen sich mit Themen wie dem Quantencomputing, dem Wandel der sozialen Interaktion oder mit Veränderungen im Pflegesektor. Diese Fragen haben konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig schaffen wir mit der neuen Forschungsförderung beste Voraussetzungen für die Forscherinnen und Forscher in Nordrhein-Westfalen, damit sie sich auch zukünftig erfolgreich an großen und bedeutsamen Forschungsprojekten auf Bundes- und EU-Ebene beteiligen können.“

Nach dem Baustein „Profilbildung“ wurde inzwischen auch das zweite Förderinstrument, „Netzwerke 2021“, veröffentlicht. Hierzu sind 19 Antragsskizzen eingereicht worden. Nun steht auch dort die wissenschaftliche Begutachtung an, eine Entscheidung wird im Frühjahr 2022 erwartet.

Je Vorhaben kann die jährliche Förderung bis zu fünf Millionen Euro betragen. Der Förderzeitraum ist auf vier Jahre angelegt.

Ab Anfang September wird Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen zahlreiche Standorte der Spitzenforschung in Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Forschungsreise besuchen. Zum Auftakt besucht die Ministerin am 6. September die Heinrich-Heine-Universität und die Uniklinik Düsseldorf, wo sie sich u.a. über den aktuellen Stand der Virus Allianz NRW („VIRAL“) informiert. In diesem Forschungsnetzwerk bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre Kompetenzen auf den Feldern der Virologie und Infektionsforschung, um so gemeinsam erhebliche Fortschritte bei der Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie etwa Covid19 zu erreichen.

Bis Januar werden weitere Stationen, etwa in Münster, Köln, Paderborn, Bochum, Jülich und Bonn folgen.

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