14.07.2021

Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2021 für Jugendroman über Widerstandskämpferin

Preisträgerinnen 2021 sind die Autorin Wilma Geldof und Übersetzerin Verena Kiefer – „Reden ist Verrat“ basiert auf der wahren Geschichte einer jungen Niederländerin, die im Widerstand gegen die Nazis kämpfte

Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2021 für Jugendroman über Widerstandskämpferin

Der Jugendroman „Reden ist Verrat. Nach der wahren Geschichte der Freddie Oversteegen“ ist für den Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2021 ausgewählt worden. Das Buch erzählt, wie sich die junge Niederländerin Freddie einer bewaffneten Widerstandsgruppe anschließt und gegen die Nationalsozialisten kämpft. Bei den teils lebensgefährlichen Aktionen gegen die brutalen Unterdrücker stößt die Jugendliche auch an moralische Grenzen. Den mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Preis der nordrhein-westfälischen Landesregierung erhalten die Autorin des Buches, Wilma Geldof, und Verena Kiefer, die das Buch vom Niederländischen ins Deutsche übersetzt hat.

„Der Jugendroman erzählt vom mutigen Widerstand in den von den Nationalsozialisten besetzten Niederlanden und besticht durch einen erfrischenden Schreibstil. Autorin Wilma Geldof thematisiert vielschichtig und psychologisch differenziert die ethischen Dimensionen des Widerstands gegen die Nazis. Das entschlossene Handeln der jungen Frau, die im Kampf für die Freiheit ihr Leben riskiert und auch Zweifel empfindet, spendet Hoffnung. Verena Kiefer schafft es durch ihre Übersetzung, die Geschichte der Freddie Oversteegen anschaulich zu vermitteln“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Romanheldin Freddie erlebt mit, wie Geheimdienst-Männer eine Jüdin und deren kleinen Sohn abholen, die in ihrem Haus untergetaucht waren. Mit ihrer Schwester schließt sich die Jugendliche später einer bewaffneten Widerstandsgruppe an. Dabei stellt sich bald die Frage, wie weit man im Kampf gegen die menschenfeindlichen Besetzer gehen darf. Die Rolle von Gruppendynamiken wird ebenfalls reflektiert. 

Bei ihrer Recherche für das Jugendbuch traf die niederländische Autorin Wilma Geldof die 1925 geborene Freddie Oversteegen, deren wahre Geschichte die Basis für den Roman bildet. Die Widerstandskämpferin starb 2018.

Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur. Für den Preis wird jährlich ein Buch ausgewählt, das junge Leserinnen und Leser ermutigt, sich für Menschenrechte, für zivile Formen der Konfliktbewältigung, für Toleranz und gegen Gewalt zu engagieren. Die Ehrung erinnert an das friedenspolitische Engagement des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1899-1976). Betreut wird die Auszeichnung, die in diesem Jahr bereits zum 38. Mal verliehen wird, von der Landeszentrale für politische Bildung im Ministerium für Kultur und Wissenschaft. In diesem Jahr soll der Preis am 19. November im Düsseldorfer Heine Haus übergeben werden.

Zur Autorin

Wilma Geldof, geboren 1962, arbeitete viele Jahre als sozialmedizinische Pflegekraft in der Psychiatrie und anschließend beim niederländischen Kinderschutzbund. Ihr erstes Kinderbuch erschien 2001. Inzwischen widmet sie sich ganz dem Schreiben.

Zur Übersetzerin

Verena Kiefer, geboren 1964, absolvierte eine Ausbildung zur Buchhändlerin und übte diesen Beruf aus, bis sie Sprach- und Literaturwissenschaften studierte. Seit 1997 ist sie freie Übersetzerin und seit 2010 auch Lehrbeauftragte für Niederländisch an der Universität Siegen.