13.03.2020

Ministerin Pfeiffer-Poensgen: Wir lassen Kultur und Wissenschaft nicht alleine

Vorlesungsbeginn an Hochschulen auf den 20. April verschoben – Unterstützung für durch Corona in Finanznot geratene Kultur-Initiativen – Dank für herausragende Arbeit der Unikliniken

Um die Einrichtungen und handelnden Akteure in Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen, sind von Seiten des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft für beide Bereiche heute weitreichende Maßnahmen beschlossen worden bzw. werden vorbereitet:

Nach eingehender Beratung mit den Landesrektoren- und Kanzlerkonferenzen der Hochschulen wird der Beginn der Vorlesungszeit in Nordrhein-Westfalen auf den 20. April verschoben, um die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. Die landeseigenen Kultureinrichtungen werden bis einschließlich 19. April für die Öffentlichkeit geschlossen. Zugleich plant das Ministerium, Kultureinrichtungen und Akteure zu unterstützen, die im Zuge von Corona unverschuldet in finanzielle Nöte geraten. „Wir lassen die Betroffenen in Kultur und Wissenschaft nicht mit ihren Problemen alleine. Im Kampf gegen das Corona-Virus und die damit einhergehenden Herausforderungen können wir nur gemeinsam erfolgreich sein“, fasst Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen die Maßnahmen zusammen.

Die Entscheidungen im Einzelnen:

Hochschulen:

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 in Nordrhein-Westfalen wird der Vorlesungsbeginn an den nordrhein-westfälischen Hochschulen auf den 20. April verschoben. Das ist das Ergebnis eines Treffens der Ministeriumsspitze mit Vertretern der Hochschulen.

„Es hat für uns oberste Priorität, Studierende, Hochschulmitarbeiter und Bevölkerung vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen. Mit der Verschiebung des Semesterstarts wollen wir Verbreitungswege minimieren und dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So können wir auch einer Überlastung des Gesundheitssystems entgegenwirken. Denn es geht nun vor allem darum, Zeit zu gewinnen“, so Ministerin Pfeiffer-Poensgen.

Digitale Veranstaltungen sowie kleinere Präsenzveranstaltungen können die Hochschulen im Einklang mit den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts auch vor dem Vorlesungsbeginn nach eigenem Ermessen durchführen.

Derzeit findet an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen wegen der noch laufenden Semesterferien kein Vorlesungsbetrieb statt. An den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften wäre der Vorlesungsbetrieb regulär am 23. März gestartet, an den Universitäten und Kunst- und Musikhochschulen am 6. April.

Spätestens Anfang April werden das Ministerium und die Hochschulen gemeinsam eine Neubewertung der Lage vornehmen, bei der auch etwaige Folgemaßnahmen besprochen werden.

Kultur:

1) Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, bleiben die landeseigenen Kultureinrichtungen (Schauspielhaus Düsseldorf, Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Kunsthaus NRW Kornelimünster) ab sofort und zunächst bis einschließlich 19. April für die Öffentlichkeit (Spiel- und Ausstellungsbetrieb) geschlossen. Gleiches empfiehlt die Landesregierung dringend auch für alle anderen Kultureinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft.

2) Die Landesregierung ist sich der schwierigen Situation bewusst, in die gerade kleinere und privat getragene Initiativen und Einrichtungen sowie Künstler geraten können, die wegen der aktuellen Corona-Pandemie Veranstaltungen in allen Teilen Nordrhein-Westfalens absagen müssen. Hiervon sind vor allem die Bereiche Musik und darstellende Künste betroffen.

Isabel Pfeiffer-Poensgen: „Meine Botschaft ist klar: Wir werden Initiativen, Einrichtungen und Einzelkünstler, die durch die aktuelle Lage unverschuldet in existenzielle Nöte geraten, unterstützen und ihnen unter die Arme greifen. Das Corona-Virus darf nicht zu einer Krise der Kultur führen.“

Zu den Details und der konkreten Ausgestaltung der Unterstützung befindet sich das Kulturministerium in Gesprächen innerhalb der Lan-desregierung, mit dem Kulturrat sowie mit Betroffenen. Parallel zu den Anstrengungen auf Landesebene werden auch die Bundesländer und der Bund kurzfristig über eine gemeinsame Initiative zur Unterstützung des Kulturbereichs in Deutschland beraten.

Das Thema Corona war auch Gegenstand der heutigen Beratungen der Kultur-Ministerkonferenz der Länder. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Kulturminister hierzu eine nationale Kraftanstrengung und erwarten, dass der Bund vergleichbar zu den Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und der Abfederung wirtschaftlicher Härten aus der Corona-Pandemie gezielte Instrumente zur wirtschaftlichen Existenzsicherung kultureller Einrichtungen und Akteure ergreift.

Universitätskliniken:

Den Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen, die als Einrichtungen von Forschung und Lehre dem Wissenschaftsbereich angehören, spricht Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen ihren ausdrücklichen Dank aus:

„Die Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen leisten einen außergewöhnlichen Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus sowie für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten.

Bei der Versorgung von Corona-Patienten spielen die Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen eine besondere Rolle: Sie behandeln die Patientinnen und Patienten, die besonders schwer erkrankt sind und für die in anderen Krankenhäusern keine ausreichenden Therapie-möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Den Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegekräften, die hier Tag und Nacht im Einsatz sind, möchte ich ganz herzlich danken. Ihre Leistungen und ihr Engagement verdienen unsere besondere Anerkennung. Die nordrhein-westfälischen Universitätskliniken sind in der Intensivmedizin hervorragend aufgestellt. Ich habe großes Vertrauen, dass sie diese besondere Herausforderung auch weiterhin bravourös meistern werden.“