26.06.2020

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn und Hamburger Centrum für Naturkunde bilden künftig ein gemeinsames Leibniz-Institut

Gemeinsame Wissenschaftskonferenz stimmt für Erweiterung und Schaffung eines neuen Forschungsinstituts zum Biodiversitätswandel

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn wird Anfang 2021 mit dem Hamburger Centrum für Naturkunde (CeNak) zusammengeführt und durch die Aufnahme der Hamburger Einrichtung in die Förderung der Leibniz-Gemeinschaft strategisch erweitert. Ziel ist ein neues „Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels“ mit zwei Standorten in Bonn und Hamburg. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, dieses Institut gemeinsam zu finanzieren. Die Einrichtung soll sich in Forschung, Monitoring, Wissensvermittlung und Dokumentation mit dem Wandel der Biodiversität beschäftigen, also mit Veränderungen bei der Zusammensetzung der Ökosysteme und der Vielfalt der Arten. Die Ergebnisse sollen in den beiden Forschungsmuseen der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßt die Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz: „Gemeinsam mit dem Hamburger Centrum für Naturkunde wird das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn seine international herausragende Spitzenposition bei der molekular basierten Biodiversitätsforschung ausweiten und weiter stärken. Das neu entstehende Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels wird damit zu einem wichtigen Pfeiler der deutschen Naturforschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft.“

„Ich freue mich sehr, dass Hamburg Teil eines weiteren Leibniz-Instituts wird! Das CeNak ist mit seinen umfangreichen Sammlungen eine der renommiertesten Adressen für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung in Deutschland. Die Zusammenführung mit dem Bonner Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig und damit verbundene Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft wird die herausragende Forschung am Standort stärken – und für mehr Strahlkraft sorgen“, sagt Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

Nordrhein-Westfalen und Hamburg hatten im September 2018 einen gemeinsamen Antrag gestellt, das ZFMK in Bonn, das als Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere bereits langjähriges Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft ist, um das CeNak in Hamburg zu erweitern. Damit verbunden ist auch die Bereitstellung eines Forschungs- und Ausstellungsgebäudes an einem attraktiven Standort in Hamburg. Bereits im Sommer 2019 hatte sich die Leibniz-Gemeinschaft für die Realisierung der Zusammenführung der Bonner und Hamburger Naturkundemuseen ausgesprochen. Im Februar 2020 hatte zudem der Wissenschaftsrat den Antrag als „sehr gut“ bewertet. Im Laufe der nächsten Monate werden nun parlamentarische Verfahren in Hamburg und Nordrhein-Westfalen angestoßen, um das länderübergreifende Vorhaben umzusetzen.