Das Logo des Förderprogramms "Dritte Orte" – die gezeichnete Skizze eines Dorfes mit zahlreichen kulturellen Aktivitäten

Dritte Orte

Dritte Orte sind Plätze des Zusammentreffens und bieten Menschen die Möglichkeit der Begegnung mit Kunst und Kultur in ländlichen Räumen. Deswegen fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Konzeptentwicklung und -umsetzung für solche Orte der Begegnung.

Kulturelle Infrastruktur ausbauen Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen

Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen" soll sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller Ansätze für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung gefördert werden.

Das neue Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2019 bis 2023 und ist aufgeteilt in zwei Förderphasen:

  • Förderphase 1: Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem "Dritten Ort" (Laufzeit 10/2019 bis09/2020)
  • Förderphase 2: Umsetzung von Konzepten "Dritter Orte" (Laufzeit 02/2021 bis 12/2023)

Für die Jahre 2019 bis 2023 sind, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch den Haushaltsgesetzgeber, Fördermittel in Höhe von 9,75 Millionen Euro eingeplant, davon entfallen 750.000 Euro auf die Förderphase 1 und 9 Millionen Euro auf die Förderphase 2.

Hiermit wird die erste Förderphase ausgeschrieben.

Die Ausschreibung als PDF finden Sie unten im Downloadbereich.

Was sind "Dritte Orte"?

Bei einem „Dritten Ort“ im Sinne des Programms handelt es sich im Kern um eine kulturell geprägte Einrichtung. Durch Öffnung und Vernetzung bzw. Bündelung von kulturellen Angeboten wie auch Angeboten der Bildung und Begegnung versteht sich diese Einrichtung als Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt, als ein Beitrag der Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen und zur Stärkung von Identität. Die "Dritten Orte" sichern und erweitern die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum und beziehen dabei haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten gleichermaßen ein.

Zum Verständnis "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms finden Sie im Downloadbereich eine Liste mit Merkmalen.

Das Programm richtet sich an Projektträger im ländlichen Raum. Es liegt die Gebietskulisse "NRW-Programm Ländlicher Raum" zu Grunde. Eine Übersichtskarte und eine Liste der Städte und Gemeinden finden Sie unten im Downloadbereich.

Bewerbung

Bewerben können sich Projektträger, die gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern (Einrichtungen, Vereinen, Initiativen) ein Konzept für einen "Dritten Ort" entwickeln wollen. Bewerbungsschluss ist der 30.04.2019.

Das Bewerbungsformular finden Sie unten im Downloadbereich.

Das vollständig ausgefüllte Bewerbungsformular ist zu richten an:

Programmbüro "Dritte Orte"
c/o startklar a+b GmbH
Burgmauer 20
50667 Köln
E-Mail: info [at] dritteorte.nrw

Förderprogramm "Dritte Orte" Häufig gestellt Fragen und Antworten (FAQ)

Warum wird das neue Förderprogramm mit Fokus "ländlicher Raum" aufgelegt?

In allen Regionen Nordrhein-Westfalens soll der Zugang zu Kunst, Kultur und kultureller Bildung gewährleistet sein. Die Sicherung einer kulturellen Grundversorgung steht in eher ländlichen, strukturschwachen Regionen besonderen Herausforderungen gegenüber. Gleichzeitig brechen auch (andere) Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts wie z.B. Kirchen oder Begegnungszentren weg. Mit einem neuen Programm "Dritte Orte" sollen für bedarfs- und beteiligungsorientierte sowie innovative Vorgehensweisen im Hinblick auf die Transformation von Kultureinrichtungen Anreize geschaffen und Unterstützung angeboten werden.

Was ist ein "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms?

Den "Dritten Ort" gibt es nicht, er entsteht im besten Fall "von unten", anlässlich einer spezifischen Situation vor Ort, orientiert an lokalen Bedarfen und Ressourcen und/oder durch engagierte Personen bzw. Einrichtungen. Als Rahmen gilt: ein "Dritter Ort" im Sinne des Förderprogramms ist

  1. ein Ort der Kultur (und Bildung),
  2. ein Ort der Begegnung,
  3. ein Ort der Vernetzung.

Weitere Merkmale, die bei der Konzeptentwicklung berücksichtigt werden sollten, finden sich in der Anlage zu den Ausschreibungsunterlagen unten im Downloadbereich.

Woher stammt der Begriff des „Dritten Ortes“?

Der Begriff "Dritter Ort" hat seinen Ursprung in der amerikanischen Soziologie und bezeichnet neben dem Wohnort als dem "Ersten Ort", der Arbeitsstätte als dem "Zweiten Ort", einen öffentlichen Ort, an dem man gern und regelmäßig verweilt, sich informell und zwanglos und in angenehmer Atmosphäre begegnet und austauscht.

Wie wird der „Ländliche Raum“ im Rahmen des Förderprogramms definiert?

Als ländlicher Raum im Sinne des Förderprogramms gilt die – weit gefasste – Gebietskulisse des NRW-Programms "Ländlicher Raum 2014-2020", das den Begriff für Nordrhein-Westfalen definiert. Sie wurde vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) entwickelt und wird auch für andere Förderprogramme angewendet. Die Antragsteller müssen in ihrer Bewerbung einen besonderen Bedarf bzw. eine besondere Funktion (z.B. regionaler Ankerpunkt) aufgrund ihrer Lage im ländlichen Raum darstellen bzw. können innovative und kooperative Ansätze für die kulturelle Infrastruktur beschreiben.

Zur Herleitung der Gebietskulisse gibt das unten beigefügte Papier "Herleitung der Gebietskulisse NRW-Programm „Ländlicher Raum“" des MULNV nähere Informationen.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind öffentliche oder private Rechtskörperschaften innerhalb der o.g. Gebietskulisse. Das Programm richtet sich an Einrichtungen in kommunaler oder freier Trägerschaft aber ausdrücklich auch an Vereine und Initiativen, die ein darüber hinaus gehendes Netzwerk weiterer Partner einbringen.

Richtet sich das Förderprogramm an spezielle Einrichtungen wie Bibliotheken, Musik- oder Volkshochschulen bzw. Soziokulturelle Zentren?

Nein, das Förderprogramm nimmt keinen speziellen Einrichtungstyp oder eine spezielle Kategorie von Einrichtungen in den Fokus. Wichtig ist eine kulturelle Programmatik, die bereits vorhanden sein muss oder im Rahmen der Konzeptentwicklung angestrebt wird. Mit dem Förderprogramm soll keine "Konkurrenz" zu bestehenden Einrichtungen, die als Orte der Kultur und Begegnung gut funktionieren, geschaffen werden. Das neue Programm setzt dort an, wo solche Orte fehlen oder wo die Weiterentwicklung vorhandener (Kultur- und Begegnungs-)Orte als sinnvoll erachtet wird.

Können sich auch Initiativen und Projekte für die Förderung einer Konzeptentwicklung bewerben, die noch keine Einrichtung sind?

Ja, das Förderprogramm ist in der Konzeptentwicklungsphase auch offen für Initiativen und Projekte, die noch keine "Einrichtung" sind, sich aber zu einem physischen "Dritten Ort" entwickeln möchten. Wichtig ist dabei, dass diese Entwicklung durch ein Akteursnetzwerk getragen wird und die spätere Umsetzung des Konzepts (mittelfristig) realisierbar wäre. D.h. es sollte bereits ein potenzieller Ort (Gebäude) bei der Bewerbung aufgeführt werden.

Umfasst das Förderprogramm auch mobile bzw. virtuelle "Dritte Orte"?

Nein, im Sinne des Förderprogramms sind "Dritte Orte" als physische Orte zu verstehen. Durch sie soll ein Ankerpunkt für Akteure und Angebote der Kultur und Bildung sowie für Begegnungen etabliert werden. Mobile Angebote können als Teil des Netzwerks eine Ergänzung des Angebots darstellen. "Dritte Orte" sollen explizit auch digitale Infrastruktur zur Verfügung stellen, insofern können auch virtuelle Angebote zum Austausch oder zur Diskussion anregen, sie sind aber als Ergänzung zu verstehen.

Was ist mit „Konzeptphase“ gemeint?

Die Konzeptphase bezeichnet den Zeitraum, in dem die dem Antrag zu Grunde liegenden Ideen für die (Weiter-)Entwicklung eines "Dritten Ortes" konkretisiert und belastbar ausgearbeitet werden. Das Konzept legt am Ende der Phase dar, welche Maßnahmen in welchen Zeitabschnitten mit welchen Verantwortlichen und welchen Ressourcen umgesetzt werden sollen und wie dies finanziert wird. Das Konzept ist die Grundlage für einen Antrag auf Umsetzung (Förderphase 2).

Wie und bis wann können sich Projekte für die Konzeptentwicklungsphase bewerben?

Bewerben können sich Initiativen und Einrichtungen, indem sie den Bewerbungsbogen (Verfügbar im Downloadbereich unten) vollständig ausgefüllt bis zum 30. April 2019 beim Programmbüro "Dritte Orte" einreichen:

Programmbüro "Dritte Orte"
c/o startklar a+b GmbH
Burgmauer 20
50667 Köln
E-Mail: info [at] dritteorte.nrw

Gibt es für die Antragsteller eine Unterstützung bzw. Beratungsmöglichkeiten?

Ja, Antragsteller/Bewerber können sich beim Programmbüro "Dritte Orte" informieren und beraten lassen:

Programmbüro "Dritte Orte"
c/o startklar a+b GmbH
Burgmauer 20
50667 Köln
E-Mail: info [at] dritteorte.nrw
Tel.: 0221 2724-5372

Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich im Rahmen des Auftaktkongresses am 27.02.2019 in Schwerte über das Konzept der "Dritten Orte", das neue Förderprogramm und die Antragstellung zu informieren.

Welche Rolle spielt die Kommune in der Konzeptentwicklungsphase?

Grundsätzlich sollte das Vorhaben in die Stadt- bzw. Dorfentwicklung eingebunden werden. Kommunen können als Antragsteller für eigene Projekte auftreten. Nicht-kommunale Antragsteller sollten die jeweilige Kommune einbeziehen, eine formale Kooperationszusage der Kommune (z.B. in Form eines Ratsbeschlusses) ist jedoch erst in der Umsetzungsphase erforderlich. Im Zuge der Konzeptentwicklung muss jedoch die Rolle der Kommune mit Blick auf den "Dritten Ort" geklärt und konkretisiert werden. Hier sind vielfältige Modelle denkbar.

Sind experimentelle Projekte erwünscht?

Ja, das Förderprogramm ist offen für experimentelle Projekte. Das "Ausprobieren" von kreativen und innovativen Ansätzen ist ausdrücklich erwünscht.

Wie werden Projekte zur Förderung ausgewählt?

Die Bewerbungen werden durch eine Fachjury anhand der in der Ausschreibung beschriebenen Kriterien und Merkmale bewertet. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung trifft das Ministerium für Kultur und Wissenschaft im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und unter Berücksichtigung der Juryempfehlung.

Welche Rolle spielt bürgerschaftliches Engagement?

Die Dritten Orte sollen haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten gleichermaßen einbeziehen bzw. durch diese getragen werden. Das bürgerschaftliche Engagement kann gerade im ländlichen Raum einen wesentlichen Beitrag leisten, identitätsstiftende, kulturelle und gemeinwohlorientierte Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Der Eigenanteil kann vollständig durch bürgerschaftliches Engagement substituiert werden. Damit erkennt der Zuwendungsgeber den besonderen Stellenwert ehrenamtlicher Initiativen bei der Entwicklung von Dritten Orten an bzw. regt die frühzeitige Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements ausdrücklich an.

Wie hoch ist die Förderung in der Konzeptentwicklungsphase?

Pro Projekt stehen in der Förderphase 1 maximal 50.000 Euro zur Verfügung. Der Fördersatz beträgt in der Regel höchstens 80 v.H. der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.

Können sich für die Phase 2 der Förderung („Umsetzungsphase“) auch Projekte bewerben, die in der Phase 1 („Konzeptionsphase“) nicht gefördert wurden?

Ja, die Phase 2 steht sowohl den geförderten Projekten der Phase 1 offen als auch Projekten, die ohne Landesförderung bis zum 30.09.2020 ein tragfähiges Konzept entwickelt haben. Es ist geplant, parallel zur Phase 1 regionale Workshops zum Wissenstransfer und Austausch anzubieten, die allen Einrichtungen oder Initiativen offen stehen.

Wie verbindlich müssen Kooperationen zwischen beteiligten Akteuren bzw. Einrichtungen bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung sein?

Die in der Bewerbung für die Konzeptentwicklung aufgeführten beteiligten Akteure und Einrichtungen sollten Interesse und Bereitschaft an der Mitwirkung haben. Für die Bewerbung sind formale Kooperationsvereinbarungen nicht zwingend notwendig. Aus der Bewerbung sollte hervorgehen, welche Akteure sich in welcher Form oder Rolle beteiligen möchten und welche Akteure im Zuge der Konzeptentwicklung darüber hinaus eingebunden werden sollen.

Wie konkret müssen Ideen für die Bewerbung bereits ausgearbeitet sein?

Die Konzeptentwicklungsphase dient zur Schärfung und Konkretisierung der Idee. Insofern können sich auch Projekte bewerben, die „noch ganz am Anfang stehen“, aber ernsthaftes Interesse und Engagement mitbringen. Aus der Bewerbung sollte schlüssig hervorgehen, in welchen Schritten die Idee unter Beteiligung welcher Partner weiterentwickelt werden soll und auf welchen konkreten Bedarf diese aufbaut.

Muss der maximale Förderbetrag von 50.000 Euro pro Projekt für die Bewerbungsphase ausgeschöpft werden?

Nein, der maximale Förderbetrag muss nicht zwingend ausgeschöpft werden. Die Entwicklung eines umsetzreifen Konzeptes kann allerdings aufwendiger sein, als dies zu einem frühen Zeitpunkt möglicherweise erscheint. Das Programmbüro kann hier eine entsprechende Einschätzung geben.

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Sie haben Fragen? Ihr Kontakt

  • Programmbüro "Dritte Orte"
    c/o startklar a+b GmbH
    Burgmauer 20
    50667 Köln
    E-Mail: info [at] dritteorte.nrw