Eine Sängerin vor Publikum

Förderung für „Soziokulturelle Zentren“

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert über die LAG Soziokultur NW die vier Handlungsfelder allgemeine Projektförderung, Konzeptförderung zur künstlerischen Profilierung, Kooperation von kommunalen Theatern und soziokulturellen Zentren sowie Investitionsförderung.

LAG Soziokultur NRW Landesregierung unterstützt künstlerische Projekte soziokultureller Zentren

Die LAG Soziokultureller Zentren NW vergibt seit 1986 alljährlich die vom Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellten Fördermittel für projektbezogene soziokulturelle Arbeit. Die inhaltlichen Kriterien der für zusätzliche Vorhaben vorgesehenen Landesmittel sind: Dezentralität, Selbstverwaltung, Strukturausgleich, Bürgernähe sowie die Förderung regional und überregional bedeutsamer oder modellartiger Projekte. Die Projektförderungen sollen explizit nicht nur in Ballungsräumen erfolgen, sondern sind bevorzugt für dezentrale, bürgernahe Angebote in eher ländlichen und unterversorgten Regionen vorgesehen. In den größeren Städten werden vorwiegend innovative Projekte gefördert, während in den kleineren Städten die kulturelle Grundversorgung und die Qualifizierung der Veranstaltungsarbeit unterstützt werden.

Diese Landesförderung initiiert häufig die kulturelle Profilbildung vorwiegend kleinerer Einrichtungen und erhöht die Chancen, auch von den Kommunen beziehungsweise Kreisen, weitere Mittel einzuwerben. Die LAG Soziokultur NW hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe übernommen, jeweils jährlich ein Konzept für die Verteilung der Mittel zu erarbeiten und die verwaltungsmäßige Abwicklung des Verfahrens zu gewährleisten. Das allgemeine Projektbudget der LAG Soziokultur wird per Jury vergeben.

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Seite der LAG Soziokultureller Zentren NW.

Schwerpunkte bilden Konzeptförderung zur künstlerischen Profilierung

Allgemeines

Das Ziel der Konzeptförderung ist die Weiterentwicklung der künstlerischen Schwerpunkte der soziokulturellen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Diese leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel auf der Stadtteilebene und auf der regionalen Ebene. Hierbei spielen die Künste eine zunehmend wichtige Rolle. Durch diese Förderung werden die Zentren bei der Entwicklung künstlerischer Konzepte unterstützt. Die Landesregierung fördert diese Konzeptentwicklung im Zuge einer Projektförderung in einem dreijährigen Förderzeitraum. Der letzte Förderturnus lief vom 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2018.

Fördervoraussetzungen

Zuwendungsempfänger sind soziokulturelle Zentren in Nordrhein-Westfalen. Die Zentren sollten in der Regel eine mehrjährige Erfahrung mit professionellen künstlerischen Projekten aufweisen, die in ein Gesamtkonzept eingebunden sind. Zentren, die bei der Konzeptförderung Berücksichtigung finden, können für die Kofinanzierung keine Mittel aus der allgemeinen Projektförderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in Münster einsetzen.

Förderantrag

Bestandteil des Förderantrags ist ein auf drei Jahre angelegtes künstlerisches Konzept, das die folgenden Fragen beantwortet: 

  • Welches bestehende künstlerische Profil des jeweiligen Zentrums soll in welchen Schritten weiterentwickelt werden?
  • Welches eventuell neue künstlerische Profil des jeweiligen Zentrums wird in welchen Schritten angestrebt?
  • Welche Sparten beziehungsweise welche interdisziplinären oder performativen Ansätze sollen im Vordergrund stehen?
  • Welche Künstlerinnen und Künstler (mit Biografie) sollen beteiligt werden?
  • Wer übernimmt die künstlerische Betreuung des Konzeptes?
  • Welche Publikumsschichten und Zielgruppen sollen erreicht werden?
  • Welche Wirkungen auf den Stadtteil/die Stadt/die Region werden erwartet?
Bildung inhaltlicher Schwerpunkte im Förderzeitraum 2015 bis 2018

Bei ihrer Bewertung werden die Jury und die Kulturabteilung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft ein künstlerisches Engagement vorrangig auf folgenden Gebieten berücksichtigen:

  • Interkultureller Dialog, Integration, Heimat und Migration
  • Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche
  • Kunst und Kultur für Seniorinnen und Senioren und generationsübergreifende Projekte, demografischer Wandel
  • Gesellschaftlicher Wandel am Arbeitsplatz, unbezahlte Tätigkeit und ehrenamtliches Engagement
  • Verantwortung übernehmen im Kontext urbaner Entwicklungsprozesse

Die Berücksichtigung eines der oben genannten Themenfelder ist nicht Voraussetzung dieser Konzeptförderung. Angestrebt wird jedoch in jedem Fall ein modellhafter Projektcharakter, dessen Erfahrungen auch auf andere soziokulturelle Zentren übertragen werden können.

Jury

Die Förderentscheidung des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgt auf der Grundlage der Empfehlung einer Fachjury, die vom Ministerium berufen wird.

Beendigung der Förderung

Die Förderung läuft im Regelfall über maximal drei Jahre. Die Zuwendungszusage für das zweite und dritte Jahr kann widerrufen werden, wenn das Ministerium für Kultur und Wissenschaft auf der Grundlage einer Evaluation zu dem Ergebnis kommt, dass das eingereichte Konzept nicht entsprechend umgesetzt wird.

Evaluation

Die Zentren sind zu einer Selbstevaluation in Form eines Jahresberichts verpflichtet. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft beauftragt zusätzlich eine geeignete Agentur, eine Evaluation der Konzeptförderungen durchzuführen.

Weitere Informationen

Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie die Ansprechpartner in den Dezernaten 48 der jeweiligen Bezirksregierungen finden Sie hier.

Kooperation Kommunale Theater und soziokulturelle Zentren

Neuer Förderbereich für die Kooperationen zwischen kommunalen Theatern und soziokulturellen Zentren

Auf der Basis des 2004 in Nordrhein-Westfalen begonnenen Erfolgsmodells der Förderung von Kooperationen zwischen Kommunaltheatern und freien Ensembles wurde 2011 ein neuer Bereich geschaffen, der einen Anreiz für die Kooperation von soziokulturellen Zentren mit Kommunaltheatern bietet, wenn sinnvoll, auch unter Einbeziehung freier Theater. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Bereiche Interkultur, postmigrantisches Theater, Projekt im urbanen Raum und partizipatorische Projekte. Diese Förderung mit insgesamt bis zu 100.000 Euro hat bereits sehr interessante Produktionen hervorgebracht. 

Freie Künstlerinnen und Künstler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der soziokulturellen Zentren haben in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gerade im Bereich der partizipatorischen Projekte und der künstlerischen Workshops mit Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft Pionierarbeit geleistet. Sie werden gewissermaßen als Expertinnen und Experten an ungewöhnlichen Projektkonstellationen beteiligt, die den Rahmen einer künstlerischen Arbeit im Theater sprengen und etwa den Stadtraum oder andere unkonventionelle „Bühnen“ nutzen.

Projektförderung bei der LAG Soziokultureller Zentren NW beantragen

Bei den Kooperationen müssen finanzielle, räumliche, personelle, künstlerische und intellektuelle Ressourcen gemeinsam genutzt und vernetzt werden. Antragstellerinnen und Antragsteller sollten auch hier aufgrund der stabileren finanziellen Gesamtsituation in der Regel die Kommunaltheater sein. Die Ausschreibung der Förderung mit in der Regel insgesamt maximal 100.000 Euro erfolgt jährlich in Kooperation mit der LAG Soziokultureller Zentren NW.

Seit 2004 besteht darüber hinaus ein bundesweit bislang einmaliges Förderbudget, das gezielt Kooperationsprojekte zwischen freien Ensembles und kommunalen Theatern ermöglicht. Diese Förderung mit in der Regel insgesamt maximal 370.000 Euro hat ebenfalls sehr interessante Produktionen hervorgebracht, bei denen die freien und kommunalen Theater konzeptionell gemeinsam federführend sind. Die formale Abwicklung und Präsentation liegt bei den Kommunaltheatern. Auf diese Weise werden für beide Seiten ästhetische Experimente ermöglicht.

Sie haben Fragen? Ihr Kontakt im Ministerium

  • Claudia Liethen
    Tel.: 0211 896-4805
    E-Mail: claudia.liethen[at]mkw.nrw.de