Hochschule Bonn-Rhein-Sieg als erste Hochschule für Angewandte Wissenschaften erfolgreich
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat bundesweit zehn neue Graduiertenkollegs für eine Förderung ausgewählt. Vier davon stammen aus Nordrhein-Westfalen – damit waren alle nordrhein-westfälischen Einreichungen erfolgreich. Die Graduiertenkollegs bieten strukturierte Qualifizierungs- und Forschungsprogramme, die Doktorandinnen und Doktoranden innerhalb eines definierten Zeitraums zur Promotion begleiten. Damit dienen sie der intensiven Förderung von wissenschaftlichen Karrieren in einer frühen Phase. Die neuen Kollegs starten ab Herbst 2026 und werden für zunächst fünf Jahre gefördert.
Zum Stichtag, 1. Mai 2026, fördert die DFG bundesweit 212 Graduiertenkollegs, die bereits ihre Arbeit aufgenommen haben und unterschiedlich weit in der Förderung sind. Davon stammen 40 und damit fast 19 Prozent aus Nordrhein-Westfalen – so viele wie in keinem anderen Bundesland.
„Spitzenforschung ‚made in NRW‘ braucht Spitzentalente. Kein anderes Bundesland hat bei der Vergabe der Graduiertenkollegs so gut abgeschnitten wie Nordrhein-Westfalen. Ambitionierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler finden hier die besten Möglichkeiten, ihre Forschung voranzutreiben und sich in ihrer entscheidenden Karrierephase optimal weiterzuentwickeln. Mein Glückwunsch gilt allen beteiligten Hochschulen. Sie sind Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“
Erstmals in der Geschichte des Förderprogramms wird ein Graduiertenkolleg eingerichtet, bei dem eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) als mitantragstellende Einrichtung beteiligt ist. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat gemeinsam mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn für das Forschungsvorhaben „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“ den Zuschlag erhalten. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen Klimawandel, öffentlicher Gesundheit und urbaner Nachhaltigkeit. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wie sich steigende Temperaturen und Luftqualität auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Dabei werden besonders Städte in sehr warmen Regionen betrachtet, die an einem Fluss oder einer Meeresküste liegen. In dem interdisziplinären Verbund arbeiten Sozialwissenschaften, Biodiversitäts- und Ökosystemforschung und Medizin zusammen.
Thematisch decken die nordrhein-westfälischen Graduiertenkollegs eine große Bandbreite ab: von Friedensbemühungen verfeindeter Kulturen über Fragen der Transformation von der erdölbasierten Chemieproduktion zu nachhaltigen, biobasierten Rohstoffen und erneuerbaren Energien bis hin zur Erforschung von Gelen mit lebensähnlichen Funktionen, die zur Verabreichung von Arzneimitteln oder als Gerüst für den Gewebeaufbau eingesetzt werden.
Die bewilligten Graduiertenkollegs aus Nordrhein-Westfalen
- GRK 3125 „Versöhnung und ihre Äquivalente im transkulturellen Vergleich“
Antragstellende Hochschule: Universität Bonn
Sprecherin: Prof. Christine Gisela Krüger
Fördersumme: rund 5,9 Millionen Euro
- GRK 3199 „Tolerant, Nachhaltig, Effizient: Überwindung des Toleranz-Effizienz-Dilemmas für robuste und flexible (bio)chemische Prozesse der Zukunft“
Antragstellende Hochschule: TU Dortmund
Sprecher: Prof. Hannsjörg Freund
Fördersumme: rund 7,1 Millionen Euro
- GRK 3204 „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“
Antragstellende Hochschule: Universität Bonn
Sprecher: Prof. Nico Mutters
Mitantragstellende Einrichtung: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Fördersumme: rund 6,5 Millionen Euro
- GRK 3207 „Adaptive weiche Materie durch Programmierung kolloidaler Gele mit biologischen Bausteinen (EMERGE)“
Antragstellende Hochschule: RWTH Aachen
Sprecher: Prof. Andrij Pich
Fördersumme: rund 6,6 Millionen Euro
Darüber hinaus wurden von insgesamt 18 zur Entscheidung stehenden Fortsetzungsanträgen elf Anträge von der DFG bewilligt, die für die regulär letzte Förderperiode weitergefördert werden. Auch ein Antrag mit nordrhein-westfälischer Beteiligung wurde eingereicht und bewilligt.
- GRK 2740 „Immunmikrotop: Mikroumgebungsbedingte, metabolische und mikrobielle Signale zur Regulation der Immunzell-Pathogen-Interaktion“
Antragstellende Hochschule: Universität Erlangen-Nürnberg; beteiligte Hochschulen: Universität Regensburg und das Universitätsklinikum Köln
Fördersumme: rund 6,4 Millionen Euro
Weitere Informationen zu den ausgewählten Graduiertenkollegs erhalten Sie hier: https://www.dfg.de/de/aktuelles/neuigkeiten-themen/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung-nr-16