KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Exzellenz-Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen: Starke Förderung der exzellenten Hochschulen für sieben Jahre

13.10.2026

Fünf Exzellenzstandorte, 15 Exzellenzcluster: Mindestens eine Milliarde zusätzliche Förderung / Landesregierung empfängt Hochschulen in der Staatskanzlei

Nordrhein-Westfalen ist in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern klar führend. Mit dem jüngsten Erfolg der Universität zu Köln und dem Verbund aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund hat das Land seine Spitzenposition weiter ausgebaut. Für die kommenden sieben Jahre zählen nun drei Hochschulen zum Kreis der Exzellenzuniversitäten (RWTH Aachen, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Universität zu Köln). Zwei weitere Hochschulen (Ruhr-Universität-Bochum und die TU Dortmund) bilden einen Exzellenzverbund. Außerdem gibt es 15 Exzellenzcluster in Nordrhein-Westfalen – zusätzlich zu den fünf Exzellenzstandorten sind diese an der Universität Münster, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität Siegen angesiedelt. Einer ersten Prognose zufolge bringt die Exzellenzstrategie mindestens eine Milliarde Euro zusätzlich an die Hochschulen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst und Wissenschaftsministerin Ina Brandes haben die acht Hochschulen am Dienstag, 13. Oktober 2026, in der Staatskanzlei empfangen, um die herausragende Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu würdigen.


„Nordrhein-Westfalen steht für Spitzenforschung und wissenschaftliche Exzellenz. Fünf Exzellenzstandorte sowie 15 Exzellenzcluster im Land zeigen eindrucksvoll, welche Stärke und internationale Strahlkraft der Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen besitzt. Dafür hat die Landesregierung hervorragende Rahmenbedingungen geschaffen und gezielte Investitionen getätigt, wie mit der Research Alliance Ruhr als zentrales Projekt der Ruhr-Konferenz. Das zahlt sich jetzt aus: Durch die Exzellenzstrategie fließt mindestens eine Milliarde Euro zusätzlich an die Hochschulen. Das ist eine großartige Nachricht für unseren Wissenschaftsstandort. Exzellente Forschung ist eine wesentliche Grundlage für die Innovationskraft unseres Landes. Wir haben unseren Standort in den letzten Jahren strategisch gestärkt, jetzt ernten wir die Früchte unserer Arbeit. Das zeigt auch die Entscheidung der WHU – Otto Beisheim School of Management, ihren Hauptsitz nach Düsseldorf zu verlagern. Von der Stärke unserer Hochschulen profitieren dabei Wissenschaft und Wirtschaft, genauso wie die Hunderttausenden jungen Menschen, die in Nordrhein-Westfalen studieren und forschen. In einem immer schnelleren technologischen Wandel eröffnen uns die Exzellenzuniversitäten neue Chancen für innovative Produkte, für gute Arbeitsplätze, für Wohlstand und soziale Sicherheit auch in Zukunft.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst
Ministerin Ina Brandes MdL sitzend vor einer Pressewand

„Ein großes Lob an die exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das möglich gemacht haben! Nordrhein-Westfalen ist der Spitzenstandort für Wissenschaft und Forschung in Deutschland und Europa. Mit der RWTH Aachen, der Universität Bonn, der Universität zu Köln und dem Verbund aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund zählen nun fünf nordrhein-westfälische Universitäten zur internationalen Forschungsspitze. Dazu kommen noch die 15 Exzellenzcluster in Nordrhein-Westfalen. Damit steht fest: In keinem anderen Bundesland gibt es so viel wissenschaftliche Exzellenz wie bei uns. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Hochschulen in den kommenden Jahren weiter entfalten werden. Besonders wichtig ist mir, dass die Universitäten ‚Spitzenforschung made in NRW‘ für die Menschen machen. Sie arbeiten mit ihren herausragenden Forscherinnen und Forschern daran, neue Erkenntnisse, Innovationen und Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

Der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatten am 2. Oktober 2026 mitgeteilt, dass die Universität zu Köln sowie das Ruhr Innovation Lab als neue Exzellenzstandorte in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert werden. Die RWTH Aachen und die Universität Bonn wurden bereits zuvor als Exzellenzstandorte gefördert. Ihnen gelang es, den begehrten Status zu verteidigen, wie im März 2026 bekanntgegeben worden war.

Vor der Entscheidung hatte eine Gruppe aus international renommierten Expertinnen und Experten die Bewerber vor Ort begutachtet. Ministerpräsident Hendrik Wüst und Wissenschaftsministerin Ina Brandes hatten die Hochschulen bei ihren Bewerbungen eng begleitet und waren bei den Begehungen mit der Expertenkommission jeweils vor Ort.

Die neue Förderperiode der Exzellenzstandorte beginnt am 1. Januar 2027 und läuft sieben Jahre. Universitäten können in der Exzellenzförderung jährlich zwischen 10 und 15 Millionen Euro erhalten, Universitätsverbünde zwischen 15 und 28 Millionen Euro. Die Cluster werden seit dem 1. Januar 2026 für sieben Jahre gefördert – mit bis zu 10 Millionen Euro im Jahr.

Das Land unterstützt die Universitäten in der Exzellenzstrategie über die Grundfinanzierung hinaus seit 2026 mit jährlich 13,5 Millionen Euro: So erhalten die Hochschulen für jedes eingeworbene Cluster 900.000 Euro, etwa um zusätzliche Professuren zu ermöglichen. Zudem ist geplant, die drei Exzellenzuniversitäten künftig jährlich zusätzlich mit 3 Millionen Euro zu fördern; das Ruhr Innovation Lab soll 4,5 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund waren erstmals gemeinsam angetreten. Das Ruhr Innovation Lab verbindet die Forschungsstärken der Universitäten, die zusammen über drei Exzellenzcluster verfügen. Basis der gemeinsamen Bewerbung ist die vom Land geförderte Universitätsallianz Ruhr, in der die beiden Partner zusammen mit der Universität Duisburg-Essen seit 2007 vielfältige gemeinsame Strukturen geschaffen haben. Seit 2021 baut die Universitätsallianz Ruhr ihre Spitzenforschung international und interdisziplinär mit der Research Alliance Ruhr aus. In der Aufbauphase wurde sie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 75 Millionen Euro unterstützt. Seit 2025 sind die Mittel in Höhe von jährlich 48 Millionen Euro verstetigt.

Die Universität zu Köln konnte den begehrten Status zurückgewinnen, den sie schon von 2012 bis 2019 erreicht hatte. Die Universität verfügt über fünf Exzellenzcluster und zählt damit zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands. Die drei Exzellenzuniversitäten in Köln, Bonn und Aachen bilden künftig einen europaweit einzigartigen Wissenschaftshotspot – in unmittelbarer Nähe zum Forschungszentrum Jülich und zu zahlreichen herausragenden außeruniversitären Instituten.

Universitäten, die den Titel „Exzellenzuniversität“ erreichen beziehungsweise behalten wollen, müssen über mindestens zwei Exzellenzcluster verfügen, Universitätsverbünde über drei. Besonders erfolgreich war die Universität Bonn, die 2025 acht Exzellenzcluster einwarb – mehr als jede andere Universität in Deutschland.

Hintergrund

Die Förderlinie Exzellenzuniversitäten dient der dauerhaften Stärkung der Universitäten entweder als Einzelinstitution oder als Verbund von Universitäten auf der Grundlage langfristiger gemeinsamer strategischer Ziele in einer dauerhaft ausgerichteten Kooperation sowie dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung auf Basis erfolgreicher Exzellenzcluster. In der Förderlinie der Exzellenzuniversitäten stellen Bund und Länder derzeit jährlich insgesamt rund 148 Millionen Euro zur Verfügung.