Frauen- und Kinderheilkunde, Geburtsmedizin und Neonatologie künftig unter einem Dach / Rund 748 Millionen Euro Förderung des Landes
Das Universitätsklinikum Köln baut ein hochmodernes Gebäude für Familienmedizin. Am Mittwoch, 30. September 2026, ist der Grundstein für das Großprojekt gelegt worden. Das neue Centrum für Familiengesundheit (CEFAM) vereint die medizinische Versorgung von Geburten, Neugeborenen, Kindern und Frauen unter einem Dach. Damit entstehen optimale Bedingungen für die Betreuung von Familien rund um die Geburt sowie für die Jugendmedizin. Wissenschaftsministerin Ina Brandes legte bei der Grundsteinlegung eine Postkarte mit in die Zeitkapsel. Auf der Karte zu sehen ist die Fördersumme des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 748 Millionen Euro für den Bau und die Ersteinrichtung des Neubaus auf dem Gelände der Uniklinik in Köln-Lindenthal.
„Mit dem CEFAM entsteht ein Neubau, der die Bedürfnisse von Familien konsequent in den Mittelpunkt stellt. Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin sowie die Versorgung von Früh- und Neugeborenen und ihrer Mütter werden hier unter einem Dach zusammengeführt. So entstehen beste Voraussetzungen für eine moderne medizinische Versorgung und eine enge Begleitung von Kindern und ihren Eltern. Wir investieren gezielt in moderne Universitätskliniken, die das Rückgrat unserer medizinischen Versorgung sind. Das gilt für die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte von morgen und die Erforschung neuer Therapien.“
Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln: „Mit der Grundsteinlegung für das Centrum für Familiengesundheit nimmt ein zentraler Baustein unseres baulichen Masterplans weiter konkrete Gestalt an. Das CEFAM ist das aktuell größte Bauprojekt auf unserem Campus und ein echter Quantensprung für unsere Infrastruktur. Durch die räumliche Bündelung von Notfall- und OP-Kapazitäten mit spezialisierten Pflegestationen und den Einsatz digitaler Planungsmethoden wie dem Building Information Modeling optimieren wir die Krankenversorgung sowie die betrieblichen Abläufe nachhaltig.“
Prof. Dr. Jörg Dötsch, Direktor der Kinder- und Jugendmedizin und Sprecher des CEFAM an der Uniklinik Köln: „Das CEFAM vereint die Frauenheilkunde, Geburts-, Kinder- und Jugendmedizin unter einem Dach, um Eltern von Anfang an eng in die Behandlung ihrer Kinder einzubinden. Mit 264 Betten, modernen Rooming-in-Möglichkeiten und einer gemeinsamen Station für Geburtsmedizin und Neonatologie schaffen wir ideale Voraussetzungen – insbesondere für die hochspezialisierte Betreuung von Risikoschwangerschaften und Frühgeborenen. Das neue Gebäude verbindet erstklassige Medizin mit einer familienfreundlichen Versorgungs- und Betreuungsinfrastruktur, die weit über reine Raumkonzepte hinausgeht und auch psychosoziale Hilfen sowie Lotsendienste umfasst.“
Der Neubau mit einer Nutzfläche von 21.000 Quadratmetern wird insgesamt zwölf Geschosse umfassen, die Bodenplatte ist bereits fertig. Geburtsmedizin, die Versorgung von Früh- und Neugeborenen sowie Frauen- und Kinderheilkunde werden im CEFAM zusammengeführt. Geplant sind sechs Kreißsäle mit zwei unmittelbar angegliederten Operationssälen für Kaiserschnitte sowie eine gemeinsame Station für Geburtsmedizin und Neonatologie (medizinische Versorgung von Neugeborenen). Zudem werden ein Operationsbereich mit acht Sälen und einem zusätzlichen septischen Operationssaal sowie ein Hubschrauberlandeplatz gebaut.
Auch die neue Zentrale Notaufnahme wird Teil des Neubaus. Sie wird direkt an das Zentralklinikum angebunden und ermöglicht dadurch kurze Wege zu Diagnostik und Behandlung. Die neuen OP-Bereiche werden mit Tunneln und Übergängen mit der bisherigen Infrastruktur der Uniklinik verbunden.
Bei Planung und Bau setzt die Uniklinik auf Building Information Modeling (BIM). Dabei werden Planungs- und Baudaten digital miteinander vernetzt, um Prozesse effizienter zu steuern. Zudem entsteht ein digitaler Gebäudezwilling, der künftig den Betrieb der hochkomplexen Klinikimmobilie unterstützen und die Grundlage für ein nachhaltiges Gebäudemanagement bilden soll.
Die Inbetriebnahme der neuen Zentralen Notaufnahme ist für Ende 2031 und die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Anfang 2033 geplant.