Land fördert den Aufbau mit rund 2 Millionen Euro / Geschäftsstelle wird an Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität angesiedelt
Künstliche Intelligenz (KI) verändert teils grundlegend, wie Werke entstehen, präsentiert und entlohnt werden. Gleichzeitig eröffnet KI neue kreative Möglichkeiten für Kunst und Kultur. Damit die Künstlerinnen und Künstler in Nordrhein-Westfalen die Chancen der KI nutzen und ihre Herausforderungen meistern können, ermöglicht das Land jetzt ein bundesweit einzigartiges Angebot: das neue Kompetenznetzwerk „K3 KI.Kunst.Kultur – NRW Kompetenznetzwerk“. Es verbindet 23 Institutionen aus Kultur, Hochschulen und Kulturpolitik. Eingerichtet und vermittelt werden Fort- und Weiterbildungen, mehrmonatige Schulungen sowie künstlerische Residenzen. Den Aufbau und Betrieb der K3-Geschäftsstelle in Dortmund fördert das Land ab Sonntag, 1. März 2026, bis zunächst 31. Dezember 2028 mit rund 2 Millionen Euro.
In einem europaweiten Vergabeverfahren für das Kompetenznetzwerk K3 KI.Kunst.Kultur setzte sich ein Konsortium unter Federführung des Theaters Dortmund durch. Die dort angesiedelte Akademie für Theater und Digitalität übernimmt als eine der führenden Kulturinstitutionen im Bereich Digitalität die Einrichtung der Geschäftsstelle. Am Freitag, 27. Februar 2026, wurde das neue Netzwerk an der Akademie vorgestellt.
„Künstliche Intelligenz bedeutet für Künstlerinnen und Künstler eine große Chance – und ist gleichzeitig
in manchen Bereichen auch eine riesige Herausforderung: Viele Künstlerinnen und Künstler fragen sich, was die Entwicklungen für ihren Beruf und ihr Handeln bedeuten. Wir unterstützen unsere kreativen Köpfe, indem wir das großartige Wissen über KI in Kunst und Kultur in unserem Land besser vernetzen, vergrößern und nutzbarer machen. Mit dem K3-Netzwerk sind wir bundesweit Vorreiter. Davon profitieren unsere Kulturhäuser und ihre Angebote, die nirgendwo in Europa so vielfältig sind wie in Nordrhein-Westfalen.“
Marcus Lobbes, Intendant der Akademie für Theater und Digitalität: „Mit dem Kompetenznetzwerk und der Geschäftsstelle in Dortmund entsteht erstmals eine koordinierende Struktur für Kulturschaffende und Graduierte, welche die Begegnung von Kunst und KI nicht als kurzfristigen Trend, sondern als langfristige kulturpolitische Aufgabe versteht. NRW setzt damit ein starkes Zeichen: KI wird nicht isoliert gefördert, sondern als Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses begriffen, als etwas, das unsere künstlerischen Prozesse, unsere Institutionen und unser Verständnis von ffentlichkeit von Grund auf neu verhandelt.“
Kernelemente des Netzwerkes sind:
- Ein Weiterbildungsangebot für alle interessierten Kulturschaffenden in Nordrhein-Westfalen rund um das Thema KI in Kunst und Kultur. Dabei werden bestehende Angebote vernetzt und sichtbar gemacht und neue Angebote in Präsenz und online angeboten. Themen werden beispielsweise die Nutzung und Arbeitsweise von digitalen Tools, Fragen des Urheberrechts oder Auswirkungen der KI auf Kunst und Gesellschaft sein.
- Eine KI-Akademie als mehrmonatiges Programm für ausgewählte Künstlerinnen und Künstler. Hier können diese Kompetenzen im Umgang mit KI verbessern, die Arbeitsweise der KI verstehen und künstlerische Erfahrungen sammeln. Die Umsetzung erfolgt flexibel über Präsenz- und Onlineveranstaltungen sowie über eine digitale Lernerlebnisplattform.
- KI-Fellows: Ergänzend zum Weiterbildungsangebot sollen Residenzen für Künstlerinnen und Künstler ermöglicht werden, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit künstlerischen Fragestellungen rund um KI ermöglichen. Residenzorte sind die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, das Center for Literature auf Burg Hülshoff sowie das Kulturforum Witten.
Das Netzwerk verbindet Wissen von Forschung und Hochschulen mit künstlerischer Praxis in Kulturinstitutionen und den Kunst- und Musikhochschulen. Die 23 verbundenen Institutionen sind: Akademie für Theater und Digitalität (Theater Dortmund), Burg Hülshoff - Center for Literature, Cologne Game Lab (TH Köln), DLR Projektträger, Dortmunder U (Digitale Kultur), FH Dortmund, Folkwang Universität der Künste, Hochschule für Musik Detmold, Hochschule für Musik und Tanz Köln, KI-Campus (Stifterverband), KISD (TH Köln), KoproduktionsLabor (Dortmunder U), Kulturforum Witten, Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Kulturrat NRW e.V., Kunstakademie Düsseldorf, Kunstakademie Münster, Kunsthochschule für Medien Köln, MiR.LAB, Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, storyLab kiU (FH Dortmund), TU Dortmund, WittenLab an der Universität Witten/Herdecke.
Die Geschäftsführung des Kompetenznetzwerks K3 KI.Kunst.Kultur übernimmt Dr. Philipp Bojahr, der seit vielen Jahren erfolgreich an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, innovativen Technologien und kultureller Vermittlung arbeitet, etwa für das Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln sowie das Siegerlandmuseum in Siegen.
Stimmen zum Kompetenznetzwerk „K3 KI.Kunst.Kultur“:
Alexander Kalouti, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund: „Mit der Ansiedlung dieser landesweiten Initiative in Dortmund betonen wir die Rolle unserer Stadt als zentraler Impulsgeberin für die Zukunft von KI in Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Wir unterstreichen damit die enge Vernetzung unserer Kulturinstitutionen mit Hochschulen und führenden Forschungseinrichtungen, die ein einzigartiges Umfeld für Qualifizierung, Austausch und Innovation bietet. KI wird hier kulturell reflektiert und künstlerisch genutzt, nicht technisch überhöht.“
Dr. Philipp Bojahr, designierter Geschäftsführer K3 KI.Kunst.Kultur: „Besonders wichtig für unser Konzept ist der Wissenstransfer zwischen den beteiligten Hochschulen und Kulturinstitutionen. Die Geschäftsstelle versteht sich als Übersetzerin und Ermöglicherin: Sie bringt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der KIForschung in anwendungsnahe Formate, qualifiziert Kulturschaffende im Umgang mit KI und gibt zugleich Impulse aus der künstlerischen Praxis zurück in Forschung und Lehre. So entsteht ein Kreislauf aus Wissen, Erprobung und Reflexion, der Innovation im Schnittpunkt von KI, Kunst und Kultur nachhaltig fördert.“
Prof. Dr. Nina Gerlach, Rektorin Kunstakademie Münster: „Das Kompetenznetzwerk nimmt Künstlerinnen und Künstler als erkenntnisstiftende Instanzen neuster Technologien ernst. Studierenden der Kunst- und Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen werden damit je nach eigenem Entwicklungsstand bezüglich KI ideale Bedingungen für ihre ästhetisch-experimentellen Reflexionen geboten.“
Lorenz Deutsch, Vorsitzender Kulturrat NRW: „Für Künstlerinnen und Künstler sind Chancen und Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz gleich groß. Es ist großartig, dass wir uns mit dem Kompetenznetzwerk mit diesen Fragen systematisch beschäftigen.“
Jasmin Vogel, Vorständin Kulturforum Witten AöR: „Mit den KI-Fellowships entsteht ein Raum, in dem künstlerische Praxis und technologische Entwicklung wirklich aufeinandertreffen. Das Kulturforum Witten bringt dafür seine Stärke als Ausstellungs-, Aufführungs- und Vermittlungsort ein: Hier werden neue Formen künstlerischer Produktion mit KI nicht nur erprobt, sondern auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Die Einbindung ins Netzwerk ist dabei entscheidend – denn was in Witten und darüber hinaus entsteht, soll nachhaltig in die kulturelle Praxis in Nordrhein-Westfalen ausstrahlen.“
Martin Wegner, Geschäftsleitung Gesellschaft, Innovation, Technologie beim DLR Projektträger: „Die Geschäftsstelle ist genau die richtige Initiative, die die Kulturszene jetzt braucht. Als DLR Projektträger bringen wir unsere langjährige Expertise, auch in der Gestaltung von KI-Innovationen, ein. Mit PINK, der Plattform für Innovative Netzwerke in der Kultur, verfügen wir über eine etablierte Struktur, die starke Partnerschaften in der Kultur ermöglicht und dadurch auch den Transfer zukunftsweisender KI-Projekte stärkt. Wo Kultur auf KI trifft, entsteht Zukunft – und wir freuen uns, diesen Prozess von Beginn an gemeinsam mit den Netzwerkpartnern zu gestalten.“