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Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen

Mit der Gründung der "Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen" (KPF.NRW) entsteht in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe eine übergeordnete Beratungsinstanz, die die Forschungsaktivitäten in Nordrhein-Westfalen rund um unrechtmäßig entzogenes Kulturgut bündeln soll.

Die Erforschung der Herkunft von Sammlungsobjekten gehört zur Kernaufgabe für Kulturgut bewahrende Einrichtungen. Dennoch: Vielen Museen, Bibliotheken und Archiven in Nordrhein-Westfalen fehlen bisher die Ressourcen, um dem wichtigen Thema Provenienzforschung systematisch, flächendeckend und nachhaltig nachzugehen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt nun zwei miteinander korrespondierende Maßnahmen, die die Vernetzung im Bereich der Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen stärken. 

Mit der Gründung der "Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen" (KPF.NRW) entsteht in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe eine übergeordnete Beratungsinstanz, die die Forschungsaktivitäten in Nordrhein-Westfalen rund um unrechtmäßig entzogenes Kulturgut bündeln soll. Die Forschungsstelle Provenienzforschung, Kunst- und Kulturgutschutzrecht der Universität Bonn wird ein universitäres Netzwerk etablieren sowie NRW-spezifischen Forschungsfragen im Rahmen eines Promotionsstipendiums nachgehen. Ziel ist es, der Verantwortung gegenüber Opfern von unrechtmäßigem Kulturgutentzug durch eine nachhaltig aufgestellte Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen besser nachzukommen.

Die KPF.NRW wird in Bonn beim LVR-LandesMuseum angesiedelt und fungiert als Zentralstelle, an der Informationen rund um die Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen gesammelt und sichtbar gemacht werden. Ziel ist eine stärkere Transparenz und Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen, die Verknüpfung von Einzelprojekten sowie die Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Forschung im Land. Die Koordinationsstelle wird zudem Mitarbeitende von Kultureinrichtungen beraten und vernetzen. Sie sollen dabei unterstützt werden, gemäß der Prinzipien der Washingtoner Erklärung von 1998 sowie der gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände aus dem Jahr 1999, NS–verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu suchen und eine faire und gerechte Lösung herbeizuführen. 

Die KPF.NRW wird sich neben dem Arbeitsschwerpunkt zu NS-verfolgungsbedingten Entzügen auch Kulturgutentziehungen in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) sowie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) widmen. Teil des Aufgabenportfolios sind darüber hinaus Fragen zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Die Koordinationsstelle wird mit Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern entsprechender Disziplinen besetzt und von einem Fachbeirat interdisziplinär begleitet. 

Die vom Land über die KPF. NRW hinaus geförderte wissenschaftliche Mitarbeiterstelle wie auch das Promotionsstipendium an der Forschungsstelle Provenienzforschung, Kunst- und Kulturgutschutzrecht der Universität Bonn soll die universitäre Vernetzung zum Thema weiter vorantreiben. Das Promotionsvorhaben wird in der Provenienzforschung, zu Forschungen zum Kunst- und Kulturgütermarkt bzw. der Geschichte des Sammelns angesiedelt sein und einen engen thematischen Bezug zum Bundesland Nordrhein-Westfalen haben. 

Sie haben Fragen? Ihr Kontakt im Ministerium

  • Ruth Türnich
    Referat 423 (Visuelle Künste, Provenienz)
    E-Mail: ruth.tuernich [at] mkw.nrw.de