KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Kulturministerin Brandes startet dritte Förderrunde für Forschungsvolontariate an Kunstmuseen

24.02.2026
Thema: Kultur

Nordrhein-Westfalen stellt bis zu 2 Millionen Euro für einzigartige Ausbildung von 25 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereit

Mit dem bundesweit einzigartigen Programm „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ stärkt das Land die Qualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Programm verbindet Forschung und Praxis in enger Zusammenarbeit von Museen und Universitäten. Begleitet werden die Volontärinnen und Volontäre durch eine Koordinationsstelle an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die ein ergänzendes Vernetzungsprogramm anbietet. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in zweijährigen Projekten zur Sammlungsforschung oder zu Fragen von Bildung und Vermittlung.

In der aktuellen Förderrunde nehmen 25 Volontärinnen und Volontäre an 24 Museen ihre Arbeit auf. Das Land hat für das Programm rund 2 Millionen Euro bereitgestellt. Am Dienstag, 24. Februar 2026, kamen die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Haus der Universität Düsseldorf zur Auftaktfeier zusammen.


Ministerin Ina Brandes

„Unser Forschungsvolontariat ist bundesweit einzigartig: Unsere Volontärinnen und Volontäre erschließen Sammlungen, entwickeln neue Vermittlungsformate und machen die Museen in Nordrhein-Westfalen noch vielfältiger und attraktiver. Die Forschungsvolontariate verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Museumsarbeit und werden von der engen Zusammenarbeit von Museen, Hochschulen und der Koordinationsstelle an der Heinrich-Heine-Universität getragen. Ich freue mich sehr auf die Projekte der kommenden beiden Jahre.“

Kulturministerin Ina Brandes

Prof. Dr. Ulli Seegers, Projektleiterin „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ der Heinrich-Heine-Universität: „Für den wissenschaftlichen Nachwuchs bietet das Forschungsvolontariat die Möglichkeit, eigenständig zu forschen und gleichzeitig eng in die Museumspraxis eingebunden zu sein. Diese Verbindung ist entscheidend für eine nachhaltige Qualifizierung im Museumsbereich.“


Die Bandbreite der Forschungsprojekte ist breit: So wird beispielsweise am Ruhr Museum in Essen der Nachlass der Galeristin und Fotografin Christine Boeckmann wissenschaftlich aufgearbeitet. Im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm entsteht mit dem „Zeitreise Labor“ ein Angebot, in dem Kinder bis zehn Jahre den Umgang mit Sammlungsbeständen aktiv mitgestalten können. Am August-Macke-Haus Bonn werden bislang wenig beachtete Nachlässe von Künstlerinnen erschlossen und für Forschung und Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Bei der Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute werden zudem inklusive Zugänge zu audiovisueller Kunst weiterentwickelt.

Hintergrund

Seit 2020 bietet das Ministerium für Kultur und Wissenschaft das Förderprogramm „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Museen an. Seither konnten 51 Projekte an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis abgeschlossen werden. Die ersten beiden Jahrgänge hat das Land bereits mit insgesamt rund 4 Millionen Euro gefördert.

Die Volontariate im Überblick Sammlungsforschung

MuseumThema
Kunstmuseum Mülheim an der RuhrErforschung der Erwerbungen (Provenienzen) der grafischen Sammlung von 1945 - 1980er Jahre
Zentrum für verfolgte Künste GmbH, SolingenKarl Schwesig (1898 - 1955) – Kunst als Widerstand. Erschließung, Kontextualisierung und museale Einbindung eines neuerworbenen Nachlasskonvoluts
Städtisches Museum GochVolontariat zur Erschließung des Nachlasses Hiltrud Neumann
Stiftung Ruhr Museum, EssenChristine Boeckmann & die Galerie im Riek – wissenschaftliche Aufarbeitung der frühen kunstfotografischen Ausstellungspraxis in Essen
Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, DuisburgKunst. Körper. Kanon – Bildhauerinnen im Fokus der Sammlungsforschung
Museum Folkwang EssenMehr als eine „Bilder-Galerie“? Skulptur und Plastik im Museum Folkwang, 1910 - 1963.
Ludwig Forum für Internationale Kunst AachenSammlungsschwerpunkt Osteuropa II
Siegerlandmuseum SiegenKunst[Stadt]Geschichte: Kunstwerke im Kontext stadtgeschichtlicher Narration
Museum Schloss Rheydt Mönchengladbachzur Kartografie des Herzogtums Jülich
Otto Pankok Stiftung HünxeDokumentation, Präsentation, Publikation
Josef Albers Museum Quadrat BottropVom Weiterbildungsinstitut für Bottrop zum Museumszentrum mit internationaler Strahlkraft – 50 Jahre Quadrat
Marta Herford gGmbHForschungsvolontariat Marta Sammlung: Tiefenerschließung / Objektakten
Kunsthalle Bielefeld100 Jahre. 100 Werke. 100 Fragen. Eine Neubetrachtung der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld
Museum Abtei Liesborn, Kreis WarendorfDer Nachlass Anton Mormann (1851 - 1940) – Westfälisches Kunsthandwerk zwischen Historismus und Kulturkampf
Museum August Macke Haus gGmbH BonnKünstlerinnennachlässe Marta Worringer und Mathilde (Fifi) Kreutzer
Gustav-Lübcke-Museum HammDie Sammlung Lübcke im Kontext des Kunst- und Antiquitätenhandels zum Ende des Langen 19. Jahrhunderts
LWL-Museum für Kunst und Kultur, MünsterErforschung der Sammlung für Lackkunst und Erarbeitung von Präsentationsmöglichkeiten im LWL-Museum für Kunst und Kultur
Kunsthalle RecklinghausenAufarbeitung der Sammlungs- und Ausstellungsaktivität der Kunsthalle Recklinghausen: die 1960er Jahre.
Osthaus Museum HagenDie Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte des Städtischen Kunstmuseums in der Weimarer Republik 1927 - 1933

Bildung und Vermittlung

MuseumThema
Stiftung IMAI – Inter Media Art InstituteStrategien einer inklusiven Teilhabe am Video Online-Archiv
Kunstmuseum BonnKinderrechte im Museum – partizipative Konzepte mit Kindern und Jugendlichen und ihre Transformationsprozesse für das Kunstmuseum Bonn
Museum Schloss Moyland, Bedburg-HauKarl Marx, Rudolf Steiner & Joseph Beuys – Über Demokratie sprechen
Gustav-Lübcke-Museum Hamm„Zeitreise Labor“: ein Kindermuseum zum Mitmachen, Lernen und selber Gestalten
Stiftung Insel Hombroich, NeussKritische Reflektion der „Nicht-Vermittlung“ und Erarbeitung eines institutionsspezifischen Vermittlungskonzepts für Hombroich
LVR-LandesMuseum BonnMuseum für Menschen mit unsichtbaren Erkrankungen