Sonderprogramm „Innovation und Zukunftsfähigkeit in der Amateurmusik“ unterstützt Vereine und Verbände mit knapp 700.000 Euro
Musik verbindet und schafft als universelle Sprache Gemeinschaft: Gerade in ländlichen Räumen ermöglicht Amateurmusik einen Zugang zur Kultur für Menschen, die keine Konzerthallen, Orchester oder Musikschulen in ihrer unmittelbaren Nähe haben. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft unterstützt das Engagement für Amateurmusik in den Jahren 2026 bis 2028 mit dem Sonderförderprogramm „Innovation und Zukunftsfähigkeit in der Amateurmusik“ mit einem Gesamtbudget in Höhe von 690.350 Euro. Die Förderung soll Freiräume schaffen, Möglichkeiten der Musikvermittlung auch in neuen Kooperationen auszuprobieren, um neue Zielgruppen anzusprechen.
„Musik ist eines unserer wichtigsten Kulturgüter. Je früher wir Kinder und Jugendliche mit musikalischer Ausbildung in Berührung bringen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Schatz gewinnen, der sie ein Leben lang begleitet. Chöre und Musikvereine leisten einen unschätzbaren Beitrag, die Begeisterung für Musik über viele Generationen an junge Menschen weiterzugeben. Mit unserem Förderprogramm unterstützen wir die Amateurmusik, sich weiterzuentwickeln, um auch neuen Zielgruppen Lust aufs Musizieren zu machen.“
Angesprochen sind die Amateurmusikverbände, die Mitglied in der Arbeitsgruppe Amateurmusik des Landesmusikrats NRW sind. Die geförderten Projekte sollen die Szene der Amateurmusik auch langfristig weiterentwickeln, für Kooperationen vor Ort öffnen und ermutigen, ganz neue Wege einzuschlagen. Denkbar sind etwa gemeinsame Proben und Aufführungen mit Kitas oder Schulen im Offenen Ganztag, Mitmach-Konzerte im örtlichen Altenheim oder musikalische Angebote in der Volkshochschule. Die Amateurmusikerinnen und -musiker sollen zudem darin bestärkt werden, Brücken zu professionellen Orchestern oder Konzerthäusern zu schlagen und so noch sichtbarerer zu werden. Ausdrücklich wünschenswert sind größere Projekte, zu denen sich viele Amateurmusikgruppen zusammenschließen. Auch strukturelle Vorhaben zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements oder zur Gewinnung von Nachwuchskräften sind möglich.
Bei der Umsetzung vertraut das Land auf die fachliche Expertise und die langjährige Erfahrung des Landesmusikrats NRW mit seinen rund 137.000 Mitgliedern. Das Sonderförderprogramm wird zusätzlich zur bestehenden langjährigen Förderung der Bildungs- und der Projektarbeit der Verbände und Vereine in Höhe von 1,7 Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt. Insgesamt fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Amateurmusik über verschiedene Programme, Projekte und Institutionen jährlich in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro.
Eine repräsentative Befragung des Deutschen Musikinformationszentrums aus dem April 2025 zeigt, dass die Amateurmusik großen Zuspruch erfährt. 21 Prozent aller Menschen in Deutschland ab sechs Jahren musiziert in der Freizeit. Das sind rund 16,3 Millionen Menschen und etwa zwei Millionen mehr als vier Jahre zuvor.
Bewerbungen sind ab sofort an den Landesmusikrat NRW unter diesem Link möglich.