KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Land stärkt Kunstvereine in Nordrhein-Westfalen mit 425.000 Euro

15.05.2026
Thema: Kultur

19 besondere Ausstellungen und Programme werden gefördert. / Kulturministerin Ina Brandes: Kunstvereine tragen mit ihrem Engagement und ihren Angeboten Kultur in die Gesellschaft

Sie sind Entdecker und Vermittler und werden von einem breiten ehrenamtlichen Engagement getragen: Kunstvereine unterstützen mit ihren Ausstellungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Gleichzeitig bieten sie jungen Kuratorinnen und -kuratoren Erfahrungen in der Gestaltung von Museumsarbeit. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft stellt im Jahr 2026 insgesamt 425.000 Euro zur Verfügung, um 19 besondere Ausstellungsprojekte sowie Maßnahmen zur Profil- und Programmförderung von Kunstvereinen zu unterstützen.


Ministerin Ina Brandes MdL sitzend vor einer Pressewand

„Kunstvereine tragen mit ihrem Engagement und ihren innovativen Angeboten Kultur in die Gesellschaft. Damit bereichern sie ganz wesentlich unsere Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen, die in ihrer Exzellenz und Vielfalt einzigartig ist in Europa. Von der Arbeit der Kunstvereine profitieren junge Künstlerinnen und Künstler, die oft zum ersten Mal die Gelegenheit bekommen, ihre Werke zu präsentieren, ebenso wie das Publikum, das sich auch dank der Förderung des Landes auf neue künstlerische Entdeckungen freuen darf.“

Kulturministerin Ina Brandes

Insgesamt 19 Projekte von 15 Kunstvereinen aus Nordrhein-Westfalen werden im Jahr 2026 vom Land unterstützt. Dazu zählt die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland der 1984 in Zagreb geborenen Künstlerin und Autorin Dora Budor im Bonner Kunstverein. Gezeigt wird ein neuer Werkkomplex von Dora Budor, der sich auch mit der architektonischen und materiellen Ge-schichte des Gebäudes beschäftigt, in dem der Bonner Kunstverein seit 1987 untergebracht ist.

Auch der Westfälische Kunstverein Münster präsentiert mit der schwedischen Künstlerin und Autorin Sanna Helena Berger eine Künstlerin zum ersten Mal in Deutschland. Ein besonderes Vorhaben kann die Temporary Gallery aus Köln mit Hilfe der Kunstvereinsförderung umsetzen: Im Rahmen des Projektes „Eltern und Kinder willkommen!“ möchte der Verein sich dauerhaft für den Besuch von Kindern und Familien öffnen. Dazu gehört etwa die Einrichtung eines Spielbereichs im Ausstellungsraum und das Angebot von Kinderbetreuung bei ausgewählten Veranstaltungen.

Anders als die zumeist von den Kommunen getragenen Kunstmuseen sind Kunstvereine zumeist gemeinnützige Einrichtungen, die von den Beiträgen und dem Engagement ihrer Mitglieder getragen werden. In der Regel konzentrieren sie sich nicht auf das Sammeln von Kunst, sondern auf Ausstellungen und die einhergehende Diskussion über die Kunst. Mit über 300 Vereinen und rund 120.000 Mitgliedern bilden sie ein einzigartiges, dezentrales Netzwerk in Deutschland. Aufgrund ihrer besonderen Struktur und Geschichte wurde die „Idee und Praxis der Kunstvereine“ 2021 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Der älteste Kunstverein in Nordrhein-Westfalen ist der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf, der 1829 von Künstlern und Professoren der Kunstakademie gegründet wurde.