KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Landesregierung, Unternehmen und Forschung setzen starke Impulse für die Zukunft der Pharmaindustrie

22.04.2026

Ministerin Neubaur, Minister Laumann und Ministerin Brandes stellen mit Branchenvertretern Chancenpapier mit kon-kreten Handlungsempfehlungen vor

Die Pharmaindustrie in Nordrhein-Westfalen verbindet Tradition und Innovation: Einst wurde hier der Wirkstoff für Aspirin entdeckt – heute arbeiten weltweit führende Unternehmen an den Arzneimitteln der Zukunft. Doch drängende Herausforderungen wie hohe Energiekosten, Lieferengpässe und fehlende Fachkräfte setzen die Unternehmen unter Druck. Wie Zukunftsfähigkeit und Resilienz des Pharmastandorts Nordrhein-Westfalen gestärkt werden können, legen Landesregierung, Industrie und Wissenschaft jetzt in einem gemeinsamen Chancenpapier dar. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Wissenschaftsministerin Ina Brandes haben das Chancenpapier mit konkreten Handlungsempfehlungen zusammen mit Branchenvertretern am Mittwoch, 22. April 2026, in Düsseldorf vorgestellt. Ziel ist es, Produktion, Beschäftigung und Innovationskraft zu sichern und Nordrhein-Westfalen zu einem führenden Standort für innovative Pharmaunternehmen und Start-ups zu entwickeln und gleichzeitig ein attraktiver Standort für die Arzneimittelherstellung insgesamt zu sein.


Ministerin Ina Brandes

„Nordrhein-Westfalen hat eine europaweit einmalig hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Das macht uns attraktiv für die klügsten Köpfe der Welt. Davon profitieren die Pharmaunternehmen ebenso wie alle Menschen, die auf Medikamente angewiesen sind. Der schnelle Transfer von Pharma-Forschung im Labor zur Produktion im industriellen Maßstab macht Europa unabhängiger von Importen und kann das Leben schwerkranker Menschen retten. Der Pharmadialog ist ein wertvolles Format, den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen weiter zu stärken.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

„Medikamente sind keine Luxusgüter – sie sind Daseinsvorsorge. Wer die Versorgung der Bevölkerung sichern will, braucht eine starke Pharmaindustrie im eigenen Land. Nordrhein-Westfalen hat dafür beste Voraussetzungen: exzellente Forschung, gewachsene Industriestrukturen und echte Stärken in Biotechnologie und personalisierter Medizin. Mit dem Chancenpapier setzen wir heute den Rahmen, damit diese Stärken nicht nur erhalten bleiben, sondern wachsen – und damit hier in Nordrhein-Westfalen die Arzneimittel von morgen entwickelt und produziert werden."

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur

„Im Hinblick auf die geopolitische Weltlage birgt die enorme Abhängigkeit von Drittstaaten bei der Arzneimittelproduktion große Gefahren für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung – sowohl in der Regelversorgung als auch für die Krisenvorbereitung. Es muss uns daher gelingen, Produktionskapazitäten in Nordrhein-Westfalen und Deutschland dauerhaft zu halten und auszubauen. Genauso klar ist aber auch: Auch bei der Arzneimittelversorgung brauchen wir in der gesetzlichen Krankenversicherung stabile und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen. Und für eine langfristige Stabilisierung führt auch mit Blick auf die Arzneimittelversorgung kein Weg an der Wiedereinführung einer einnahmenorientierten Gesundheitspolitik vorbei. Dies kann am Ende den Pharmastandort Nordrhein-Westfalen sogar stärken: Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und unnötige Bürokratie abschaffen, hilft das auch den pharmazeutischen Unternehmen. Ein starker Pharmastandort Nordrhein-Westfalen trägt zudem zur Wertschöpfung bei, schafft Arbeitsplätze und sorgt für Einnahmen in der Sozialversicherung. Gesundheit, Wirtschaft und Forschung müssen daher gemeinsam gedacht und gestaltet werden. Hier brauchen wir ein ganzheitliches Konzept.“

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Das Chancenpapier ist im Rahmen des Ende 2024 gestarteten Pharmadialogs NRW im engen Austausch von Wirtschaftsministerium, Gesundheitsministerium und Wissenschaftsministerium mit Vertreterinnen und Vertretern von Industrie und Forschung entstanden. Dabei haben die Beteiligten zahlreiche Handlungsempfehlungen erarbeitet, die konkrete Orientierung für eine nachhaltige Stärkung des Pharmastandortes Nordrhein-Westfalen geben sollen.

Zentrale Ziele sind:

  • Nordrhein-Westfalen zu einer führenden Region für eine wettbewerbsfähige und resiliente Pharmaindustrie weiterzuentwickeln
  • Produktionskapazitäten für Arzneimittel zur Versorgung der Bevölkerung dauerhaft im Land zu halten und auszubauen
  • Forschungsaktivitäten vor Ort zu stärken, insbesondere in den Bereichen Biotechnologie und personalisierte Medizin
  • Rahmenbedingungen für klinische Studien und Translation weiter zu verbessern und vorhandene Potenziale in Forschung und Hochschulmedizin gezielt zu nutzen
  • Die Zukunft der Gesundheitswirtschaft aktiv zu gestalten – durch enge Verzahnung von Gesundheitssektor, Unternehmen und Forschungseinrichtungen
  • Fachkräfte für die Branche dauerhaft zu sichern
  • Bürokratische Hürden gezielt abzubauen und dabei die Qualität und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten

Die Akteurinnen und Akteure des Pharmadialogs NRW sind sich einig, ihre intensive Zusammenarbeit fortzusetzen, die Handlungsempfehlungen aktiv zu begleiten und deren Fortschritte regelmäßig zu evaluieren, um den Pharmastandort Nordrhein-Westfalen zu stärken.

Das Chancenpapier des Pharmadialogs NRW ist hier abrufbar.