KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Nordrhein-Westfalen bundesweit an der Spitze: Köln und der Verbund Bochum/Dortmund werden Exzellenzuniversitäten

02.10.2026

Die Universität zu Köln und das Ruhr Innovation Lab aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund erhalten für sieben Jahre den Exzellenzstatus

Nordrhein-Westfalen baut seine Führungsposition in der deutschen Spitzenforschung weiter aus: Die Universität zu Köln und das Ruhr Innovation Lab aus Ruhr-Universität Bochum und Technischer Universität Dortmund werden als neue Exzellenzstandorte in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert. Das haben Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Freitag, 2. Oktober 2026, mitgeteilt.

In Nordrhein-Westfalen gibt es künftig vier Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünde. Damit ist Nordrhein-Westfalen bundesweit führend. Die Universität Bonn und die RWTH Aachen hatten ihren Status bereits im Frühjahr erfolgreich verteidigt. Die neue Förderperiode beginnt am 1. Januar 2027 und läuft sieben Jahre. Universitäten können in der Exzellenz-Förderung jährlich zwischen 10 und 15 Millionen Euro erhalten, Universitätsverbünde zwischen 15 und 28 Millionen Euro.


„Herzlichen Glückwunsch an die Universität Köln sowie an die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund zu diesem herausragenden Erfolg. Beide Bewerbungen haben in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren gegen große Konkurrenz überzeugt. Das ist eine großartige Nachricht für die Universitäten und für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Die Entscheidung ist ein besonderer Erfolg für unser Land und zeigt eindrucksvoll, welche Stärke und internationale Strahlkraft der Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen besitzt. Vor allem das Ruhrgebiet hat sich in den vergangenen Jahren zu einem starken und international sichtbaren Wissenschafts- und Innovationsstandort entwickelt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Research Alliance Ruhr, die als zentrales Projekt der Ruhr-Konferenz die internationale Spitzenforschung der Universitätsallianz Ruhr bündelt. Der neue Exzellenzverbund knüpft an diese Stärke an und gibt dem Wissenschaftsstandort Ruhr zusätzlichen Schub. Nordrhein-Westfalen baut damit seine herausragende Stellung im bundesweiten Exzellenzwettbewerb weiter aus. Exzellente Forschung ist eine wesentliche Grundlage für die Innovationskraft unseres Landes. Von der Stärke unserer Hochschulen profitieren dabei Wissenschaft und Wirtschaft, genauso wie die Hunderttausenden jungen Menschen, die in Nordrhein-Westfalen studieren und forschen. In einem immer schnelleren technologischen Wandel sind es unsere exzellenten Universitäten, die diesen Wandel zu neuen Chancen machen. Chancen für neue, innovative Produkte, für gute Arbeitsplätze, für Wohlstand und soziale Sicherheit auch in Zukunft.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst
Ministerin Ina Brandes MdL sitzend vor einer Pressewand

„Nordrhein-Westfalen ist DER Spitzenstandort für Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Diesen Anspruch bestätigt der Erfolg in der Exzellenzstrategie. Ich gratuliere der Universität zu Köln und dem Ruhr Innovation Lab aus der Ruhr-Universität und der TU Dortmund sehr herzlich zu ihrem Erfolg. Gemeinsam mit der Universität Bonn und der RWTH Aachen gehören damit künftig fünf nordrhein-westfälische Universitäten zur internationalen Forschungsspitze – so viele wie in keinem anderen Land. Was das Ruhr Innovation Lab in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist unglaublich. Es zeigt: Exzellenz ist immer dann möglich, wenn gemeinsame Stärken gesucht werden. Die Universität zu Köln hat den Exzellenzstatus völlig verdient zurückgewonnen. Mit fünf Exzellenzclustern ist sie bereits eine der forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands, und sie wird ihre Kraft in den kommenden Jahren noch weiter entfalten. Der Ministerpräsident und ich haben die Universitäten auf diesem Weg eng begleitet und waren bei den Begehungen mit der Expertenkommission vor Ort dabei. Umso mehr freuen wir uns heute über diesen Erfolg. Der Erfolg unserer Universitäten ist ein eindrucksvoller für Spitzenforschung ‚made in NRW‘. Wir schaffen damit beste Voraussetzungen für neue Erkenntnisse, Innovationen und Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zum Wohl der Menschen.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum: „Wir sind überwältigt von diesem großartigen Erfolg! Im Ruhr Innovation Lab ist es uns ein Anliegen, zu einer zukunftssicheren Gesellschaft beizutragen. Damit Universitäten besser auf neue Herausforderungen reagieren können, wollen wir in unserem Verbund neue Modelle hochschulübergreifender Kooperation testen. Wir werden auch Freiräume in der Forschung eröffnen und den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Politik stärken.“


Prof. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund: „Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, Wohlstand zu erhalten, die Vertrauenswürdigkeit digitaler Systeme zu stärken und die Werte unserer Demokratie zu wahren. Wir danken dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen herzlich für die tatkräftige Unterstützung im Antragsverfahren.“


Prof. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln: „Die Entscheidung in diesem hochkompetitiven Wettbewerb ist ein großer Erfolg für die gesamte Universität zu Köln. Für uns heißt Exzellenz Verantwortung. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Gesellschaft durch unsere Forschung und Lehre nachhaltig positiv zu prägen. Die Anerkennung stärkt unsere Position als eine der führenden europäischen Universitäten, die Wissen fördert, Wandel vorantreibt und eine große gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Ich danke allen, die den Bewerbungsprozess mit enormem Einsatz gestaltet und mitgetragen haben. Besonders hervorheben möchte ich unsere strategischen Partnerschaften in unserer Heimatregion, dem Rheinland. Der Stadt Köln verdanken wir eine weltoffene und vielfältige Umgebung sowie eine feste Verwurzelung in der städtischen Gesellschaft und Wirtschaft. Ein ganz besonderer Dank gilt dem Land Nordrhein-Westfalen, das uns während der Bewerbungsphase großartig begleitet und unterstützt hat – vor allem Frau Ministerin Brandes und ihrem gesamten Team im Ministerium für Kultur und Wissenschaft.“


Vor der Entscheidung hatte eine Gruppe aus international renommierten Expertinnen und Experten die Bewerber vor Ort begutachtet. Die Exzellenzkommission – bestehend aus 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder – entschied nun auf Basis dieser Gutachten über die weitere Förderung.

Bereits im Mai 2025 hatte Nordrhein-Westfalen bei der Vergabe der Exzellenzcluster einen bundesweiten Spitzenplatz erreicht. Insgesamt 15 der bundesweit 70 geförderten Exzellenzcluster sind an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Damit liegt das Land vor allen anderen Bundesländern. Die Cluster werden seit dem 1. Januar 2026 für sieben Jahre gefördert.

Das Land unterstützt die Universitäten in der Exzellenzstrategie über die Grundfinanzierung hinaus seit 2026 mit jährlich 13,5 Millionen Euro: So erhalten die Hochschulen für jedes eingeworbene Cluster 900.000 Euro, etwa um zusätzliche Professuren zu ermöglichen. Zudem ist geplant, die drei Exzellenzuniversitäten künftig jährlich zusätzlich mit 3 Millionen Euro zu fördern; das Ruhr Innovation Lab soll 4,5 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund traten erstmals gemeinsam an. Das Ruhr Innovation Lab verbindet die Forschungsstärken der Universitäten, die zusammen über drei Exzellenzcluster verfügen. Basis der gemeinsamen Bewerbung ist die vom Land geförderte Universitätsallianz Ruhr, in der die beiden Partner zusammen mit der Universität Duisburg-Essen seit 2007 vielfältige gemeinsame Strukturen geschaffen haben. Seit 2021 baut die Universitätsallianz Ruhr ihre Spitzenforschung international und interdisziplinär mit der Research Alliance Ruhr aus. In der Aufbauphase wurde sie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 75 Millionen Euro unterstützt. Seit 2025 sind die Mittel in Höhe von jährlich 48 Millionen Euro verstetigt.

Die Universität zu Köln konnte den begehrten Status zurückgewinnen, den sie schon von 2012 bis 2019 erreicht hatte. Die Universität verfügt über fünf Exzellenzcluster und zählt damit zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands. Die drei Exzellenzuniversitäten in Köln, Bonn und Aachen bilden künftig einen europaweit einzigartigen Wissenschaftshotspot – in unmittelbarer Nähe zum Forschungszentrum Jülich und zu zahlreichen herausragenden außeruniversitären Instituten.

Zu den bundesweit zehn Exzellenzstandorten, die den Status bereits erreicht haben, konnten jetzt noch bis zu fünf weitere hinzukommen. Neben den beiden Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen waren auch Verbünde der Universitäten Bremen und Oldenburg, der Rhein-Main-Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz und der Universitäten Gießen und Marburg im Rennen. Die Universitäten Freiburg, Hannover, Jena, Kiel und Würzburg sowie die Medizinische Hochschule Hannover hatten sich jeweils einzeln beworben.

Erfolgreich waren außerdem: Die Universität Freiburg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Verbund aus der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Universitäten, die den Titel „Exzellenzuniversität“ erreichen beziehungsweise behalten wollen, müssen über mindestens zwei Exzellenzcluster verfügen, Universitätsverbünde über drei. Besonders erfolgreich war die Universität Bonn, die 2025 acht Exzellenzcluster holte – mehr als jede andere Universität in Deutschland.

Hintergrund

Die Förderlinie Exzellenzuniversitäten dient der dauerhaften Stärkung der Universitäten entweder als Einzelinstitution oder als Verbund von Universitäten auf der Grundlage langfristiger gemeinsamer strategischer Ziele in einer dauerhaft ausgerichteten Kooperation sowie dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung auf Basis erfolgreicher Exzellenzcluster. In der Förderlinie der Exzellenzuniversitäten stellen Bund und Länder derzeit jährlich insgesamt rund 148 Millionen Euro zur Verfügung.