KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Nordrhein-Westfalen-Plan – 60 Millionen Euro für nachhaltige Campus-Entwicklung an der FH Aachen

15.06.2026

Das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes – der Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur – stellt 2,3 Milliarden Euro für die Bereiche Hochschule, Forschung, Lehre und Transfer bereit. 60 Millionen Euro aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan fließen in die nachhaltige Campus-Entwicklung der FH Aachen. Mit der Investition werden die Gebäude A, B, C und W auf dem Campus Eupener Straße erworben, in denen insbesondere die Themen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik bearbeitet werden. Die Liegenschaft wird jetzt langfristig für die Hochschule gesichert, so dass sich der Standort zum Aushängeschild für Digitalisierung und digitales Ressourcenmanagement entwickeln kann. Zukünftig wird die FH über alle sieben Gebäude auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal verfügen.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes überreichte am Montag, 15. Juni 2026, die Förderzusage für die nachhaltige Ausrichtung am Campus Eupener Straße an Rektor Prof. Dr. Thomas Ritz und Kanzler Volker Stempel.

Ministerin Ina Brandes MdL sitzend an Ihrem Schreibtisch

„Wir investieren das Geld aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur konsequent in die großen Zukunftsthemen und die hervorragende Ausstattung unserer Hochschulen. Exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Robotik verändern schon jetzt alle Lebensbereiche der Menschen in rasantem Tempo. Die Millionen-Investition aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan wird den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der FH helfen, aus ihren Innovationen marktreife Produkte zu entwickeln, die das Leben der Menschen besser machen.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

Am Standort Eupener Straße befinden sich die beiden größten und profilierten Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Wirtschaftswissenschaften. Die Fachbereiche sind stark nachgefragt und haben zuletzt zu einem Aufwuchs an Studienplätzen in neu geschaffenen Studiengängen an der FH und zu interdisziplinärer Zusammenarbeit beigetragen. Wichtiges Entwicklungspotenzial liegt im Schwerpunkt der Digitalisierung mit dem „Institut für Digitalisierung“ (IDA) und dem „Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik“ (MASKOR). Vor Ort wird etwa zu „autonomem Fahren“ und „Virtual Reality in Science and Industry“ geforscht. 

Rektor der FH Aachen Prof. Dr. Thomas Ritz: „Es ist ein gutes Signal an die Gesellschaft, dass wir das Geld, welches wir uns bei den kommenden Generationen leihen, in deren Zukunft investieren. Am Campus Eupener Straße setzen wir die Vision um, einen Ort für Transformation und neue Formen der Zusammenarbeit an der FH Aachen zu schaffen.“

Kanzler der FH Aachen Volker Stempel: „Der Campus Eupener Straße soll schwerpunktmäßig zu einem Campus für Digitalisierung, Unternehmertum, Transfer und Gründen entwickelt werden. Damit zeigen wir, dass Digitalität und Präsenz zusammengehören. Wir möchten das Konzept Präsenzhochschule 2.0 am Campus Eupener Straße pilothaft umsetzen.“  

In Zukunft sollen mehr innovative und agile Formen des Studierens, Lehrens und Arbeitens angeboten werden. Ziel ist es, eine Präsenzhochschule 2.0 zu entwickeln, die Lern- und Begegnungsflächen so attraktiv gestaltet, dass Studentinnen und Studenten ebenso wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Austausch vor Ort suchen und zwanglos ins Gespräch kommen können. Diese Gespräche sind oft Grundlage für neue Ideen oder Forschungsarbeiten. Zum Konzept gehören zum Beispiel offene, lichtdurchflutete Gruppenräume, einladende Sitztreppen und ein neues digitales Energiemanagement zur Gebäude- und Raumdigitalisierung, etwa in Form von interaktiven Forschungsräumen. Zudem sollen das etablierte Gründerzentrum und der so genannte „Makerspace“ stärker eingebunden werden, in dem Menschen zusammenkommen, um eigene Ideen, Projekte und Erfindungen handwerklich oder digital umzusetzen.

Zukunftsinvestitionen für Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschungseinrichtungen

Aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur stehen insgesamt 2,3 Milliarden Euro für die Bereiche Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschung zur Verfügung. Mit dem Geld werden Investitionen finanziert, die auf die großen Zukunftsthemen einzahlen und den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken und nach vorne bringen: Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, die Bekämpfung der großen Volkskrankheiten sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Gefördert werden hochwirksame Investitionen, die maximale Wirkung entfalten können und deren Finanzierung aus dem laufenden Haushalt nicht vorgesehen war.

Hintergrund Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur

Der Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur ist das größte Infrastruktur- und Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren stellt die Landesregierung insgesamt rund 31,2 Milliarden Euro für Investitionen bereit. Ergänzend garantiert die Landesregierung den Kommunen für insgesamt zwölf Jahre die Höhe der Investitionspauschalen im Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) und stellt damit weitere 27,6 Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereit. Sollten die Steuereinnahmen sinken, werden die Pauschalen aus Mitteln des Landeshaushalts aufgestockt. Zusätzlich entlastet das Land die Kommunen durch eine anteilige Übernahme kommunaler Altschulden. 

Aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan entfallen rund 21,3 Milliarden Euro auf die Kommunen, während knapp 10 Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes investiert werden. Schwerpunkte des Programms sind insbesondere der Ausbau und die Modernisierung von Kitas und Schulen sowie der Verkehrsinfrastruktur. Darüber hinaus sind Investitionen in Gesundheitsversorgung, energetische Sanierung und Klimaschutz, Sport, Digitalisierung sowie in Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft vorgesehen. Grundlage der Finanzierung sind neben Landesmitteln dem Land zustehende Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, aus dem Nordrhein-Westfalen rund 21,1 Milliarden Euro erhält.

Insgesamt soll der Nordrhein-Westfalen-Plan dazu beitragen, bestehende Investitionsrückstände abzubauen, wichtige Infrastruktur zu modernisieren und neue Projekte schneller umzusetzen. Städte, Gemeinden und weitere Träger erhalten damit verlässliche Rahmenbedingungen, um zentrale Vorhaben vor Ort anzustoßen und Infrastruktur langfristig zu stärken.