Fields-Medaille geht nach Nordrhein-Westfalen: Mathematiker Peter Scholze erhält weltweit renommierten Preis

Kultur- und Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen gratuliert Bonner Professor zur hohen Auszeichnung

01.08.18

Die „Internationale Medaille für herausragende Entdeckungen in der Mathematik“, wie der Preis offiziell heißt, wurde in diesem Jahr beim Internationalen Mathematikerkongress (ICM) in Rio de Janeiro an den Bonner Mathematikprofessor Dr. Peter Scholze verliehen. Er ist erst der zweite Deutsche, der diese herausragende Auszeichnung erhält. Mit der Verleihung ist ein Preisgeld von 15.000 kanadischen Dollar (ca. 10.000 Euro) verbunden.

Die Fields-Medaille ist eine der bedeutendsten internationalen Auszeichnungen für Mathematiker. Sie wird an Wissenschaftler verliehen, die unter 40 Jahre sind und sich in besonderer Weise auf dem Gebiet der mathematischen Forschung hervorgetan haben. Alle vier Jahre zeichnet die Internationale Mathematische Union (IMU) zwei bis vier herausragende junge Mathematiker mit der Medaille aus. Man bezeichnet die Fields-Medaille auch als „Nobelpreis“ der Mathematik.

Die nordrhein-westfälische Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen würdigte den Preisträger mit den Worten: „Mit dieser hohen Auszeichnung wird das brillante Wirken von Professor Scholze einmal mehr geehrt. Die Fields-Medaille zeichnet aber nicht nur geleistete Arbeiten aus, sondern ist auch Ansporn für die weitere Forschung. Dass in Bonn nun zwei Fields-Medaillen-Träger tätig sind, zeigt die Stärke des mathematischen Lehr- und Forschungsstandorts Bonn.“

Peter Scholze wurde nach seinem Studium an der Universität Bonn im Jahr 2012 dort auch promoviert und erhielt noch im selben Jahr, mit nur 24 Jahren, einen der fünf Lehrstühle am international renommierten Hausdorff Center for Mathematics. Damit war Scholze der jüngste W3-Professor in ganz Deutschland – und ist es bis heute.

Scholze ist ein Ausnahmetalent und gilt schon jetzt als einer der weltweit führenden Mathematiker. Bereits in sehr jungen Jahren hat er fundamentale Fragen in der arithmetischen algebraischen Geometrie beantwortet, die jahrzehntelang ungelöst waren. Dies gilt vor allem für seinen Beweis der sogenannten Langlands-Vermutung. Mit seiner Theorie der sogenannten perfektoiden Räume hat er zudem das Methodenspektrum der Mathematik in ungeahnter Weise erweitert. Seine Arbeiten haben ihm in der mathematischen Welt höchste Anerkennung eingebracht, was zahlreiche Auszeichnungen belegen.

Einziger deutscher Preisträger der Fields-Medaille war bisher der in Gelsenkirchen geborene Gerd Faltings. Er erhielt die Auszeichnung im Jahr 1986 für seine Arbeit im Bereich der Algebraischen Geometrie. Faltings ist seit 1995 Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn.

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