Rückkehr nach NRW: Land fördert exzellenten Forschungsnachwuchs mit 3,75 Millionen Euro

Drei junge Spitzenwissenschaftler aus der Schweiz, Kanada und England forschen künftig in Nordrhein-Westfalen

10.07.18

Das Kultur- und Wissenschaftsministerium holt drei herausragende Forschertalente aus dem Ausland zurück: Sie erhalten jeweils bis zu 1,25 Millionen Euro über fünf Jahre, um an einer Universität in Nordrhein-Westfalen eine eigene Forschergruppe aufzubauen. Die drei Nachwuchsforscherinnen und -forscher haben sich in der aktuellen Ausschreibungsrunde des Rückkehrprogramms durchgesetzt. Mit dem deutschlandweit einzigartigen Programm hat das Land bisher 29 hochqualifizierte Nachwuchskräfte für die Forschung in NRW gewonnen.

Die aktuelle Ausschreibung richtete sich an Nachwuchsforscherinnen und -forscher aller Fachbereiche, die mit ihren herausragenden Ideen zu den Veränderungsprozessen der modernen Gesellschaft beitragen können. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung sind: eine Promotion, Forschungstätigkeit im Ausland und ein herausragendes wissenschaftliches Profil.

Die drei ausgewählten Rückkehrerinnen und Rückkehrer können ihre Forschungstätigkeit im Laufe des Jahres 2018 an einer nordrhein-westfälischen Universität ihrer Wahl aufnehmen. Eine Expertenjury entschied sich nach einem zweitägigen Auswahlsymposium für folgende Personen:

Dr. Michael Kues

Michael Kues war zuvor als PostDoc am Institut National de la Recherche Scientifique in Kanada sowie an der University of Glasgow in Großbritannien tätig. Dort untersuchte er die Erzeugung und Kontrolle komplexer Photonenzustände mittels optischer integrierter Bauteile und Telekommunikationskomponenten. In seiner Forschergruppe geht es künftig darum, maschinelles Lernen mit Hilfe photonischer Quantenschaltkreise zu erforschen. Ziel ist es, eine kostengünstigere, effizientere Informationsverarbeitung zu ermöglichen. Die im Projekt zu entwickelnden Systeme sind von großem Interesse für neuartige industrielle Anwendungen.

Dr. Anne Milek

Anne Milek arbeitete bislang als Oberassistentin am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Sie hat dort im Bereich der klinischen Psychologie mit Schwerpunkt Kinder/Jugendliche und Paare/Familien geforscht. In ihrem zukünftigen Forschungsvorhaben wird sie sich mit Familieninteraktionen bei Stressbewältigung bzw. Burnout beschäftigen. Das Ziel wird sein, einen direkten Transfer der Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung zu schaffen.

Dr. Patrick Rockenfeller

Patrick Rockenfeller war bisher als PostDoc an der Universität Graz sowie an der University of Kent tätig. Dort hat er die Rolle von Lipiden, wie Fette und Öle, beim Alterungsprozess untersucht. In seinem zukünftigen Forschungsvorhaben wird er erforschen, welche Rolle Lipide spielen, wenn Zellen auf verschiedene Umgebungseinflüsse und veränderte Situationen reagieren. Untersucht werden diese Reaktionen, sogenannte zelluläre Stressantworten, im Zusammenhang von Zellgesundheit, Zelltod und Alterung. Der Ansatz zielt darauf ab, die biologischen Prozesse des Alterns sowie die daraus resultierenden körperlichen Veränderungen besser zu verstehen.

Das NRW-Rückkehrprogramm wurde 2007 vom Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Mehr Informationen unter: www.rueckkehrprogramm.nrw.de