29.03.2019

Spitzenforschung zu Cyber-Sicherheit: Exzellenzcluster CASA an der Universität Bochum eröffnet

Menschliches Verhalten und IT-Sicherheit im Fokus – Ministerin Pfeiffer-Poensgen: Großer Gewinn für Nordrhein-Westfalen als Forschungsstandort für IT-Sicherheit

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung ist das neue Exzellenzcluster zur IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum eröffnet worden. Im fachübergreifenden Exzellenzcluster CASA (Cyber Security in the Age of Large-Scale Adversaries) entwickeln Forscherinnen und Forscher künftig Abwehrstrategien gegen mächtige Angreifer des Cyber-Space. Bund und Land fördern CASA im Rahmen der Exzellenzstrategie in den nächsten sieben Jahren mit mehr als 35 Millionen Euro. Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen betonte bei der Auftaktveranstaltung im Dampfgebläsehaus die führende Rolle Nordrhein-Westfalens in der IT-Sicherheitsforschung.

„Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Exzellenzcluster CASA verfolgen einen besonderen interdisziplinären Ansatz, der das Zusammenspiel von menschlichem Verhalten und IT-Sicherheit in den Fokus rückt. Ich bin mir sicher, dass diese Herangehensweise Nordrhein-Westfalen als Standort für IT-Sicherheitsforschung in Deutschland und Europa weiter stärken wird“, sagte die Ministerin.

„Die Art der Vernetzung und Kooperation im Cluster ist eine Blaupause für unsere Gesamtstrategie Creating Knowledge Networks“, sagte Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität Bochum. „Wir schaffen Wissensnetzwerke, die auf Spitzenforschung basieren und in denen fachübergreifend Lösungen für die großen Fragen unserer Zeit entstehen – beispielsweise für die vielfältigen Herausforderungen in der IT-Sicherheit.“

Viele Cyber-Angriffe kommen heute von mächtigen Organisationen – insbesondere von staatlichen Institutionen wie Geheimdiensten. Diese stellen ein besonderes Risiko dar, da sie langfristig agieren und über erhebliche technische Fähigkeiten und Ressourcen verfügen. Abwehrmaßnahmen gegen diese potenten Angreifer zu erarbeiten, ist Ziel des Exzellenzclusters CASA. Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Informatik, Kryptographie, Elektrotechnik, Mathematik und Psychologie werden hier gemeinsam neue Sicherheitslösungen erarbeiten.

Das Cluster CASA ist am Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit (HGI) der Ruhr-Universität Bochum angesiedelt. Das Institut gilt international als eine der führenden Forschungsstätten auf diesem Feld. Es bietet Europas größtes Ausbildungsprogramm für IT-Sicherheit und verfügt über umfangreiche akademische und industrielle Netzwerke.

Die Forschung zur IT-Sicherheit ist seit Jahren ein wichtiger Standortfaktor für die Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen. 30 Hochschulinstitute und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen forschen hier auf diesem Gebiet und machen Nordrhein-Westfalen zu einem führenden Standort der IT-Sicherheitsforschung. Die Eröffnung des Exzellenzclusters CASA und die geplante Neuansiedlung des Max-Planck-Instituts für Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre in Bochum sind weitere Meilensteine für die Standortentwicklung im Bereich der IT-Sicherheitsforschung.

Exzellenzstrategie

Mit der Exzellenzstrategie stärken Bund und Länder die universitäre Spitzenforschung. Gefördert werden Exzellenzcluster zu bestimmten Forschungsfeldern und Exzellenzuniversitäten als strategische Unterstützung herausragender Universitätsstandorte. Mit zwei geförderten Exzellenzclustern (CASA und RESOLV) bewirbt sich die Universität Bochum um den Titel als Exzellenzuniversität. Die Begutachtung, an der auch Ministerpräsident Armin Laschet und Ministerin Pfeiffer-Poensgen teilnehmen, findet am 17. und 18. April statt. Die Entscheidung fällt am 19. Juli.

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