KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Schneller, günstiger, verbindlicher – Neue Masterplanung im Hochschulbau wird auf die Universitäten Bonn und Wuppertal erweitert

04.05.2026

Das neue Verfahren für den Hochschulbau wird derzeit an sieben Hochschulen genutzt und sukzessive auf alle Standorte ausgerollt

Den Hochschulbau in Nordrhein-Westfalen schneller, günstiger, verbindlicher machen – mit diesem Anspruch wurde die Neue Masterplanung im Hochschulbau eingeführt. Bislang arbeiten schon fünf Hochschulen im Land mit dem Verfahren. Jetzt starten auch die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Bergische Universität Wuppertal den neuen Prozess. Entsprechende Vereinbarungen unterzeichneten das Wissenschaftsministerium, das Ministerium der Finanzen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) und die beiden Universitäten am Montag, 4. Mai 2026, in Düsseldorf. Sukzessive soll die Neue Masterplanung auf alle Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ausgerollt werden.


Ministerin Ina Brandes

„Die Neue Masterplanung ist ein Meilenstein für den Hochschulbau in Nordrhein-Westfalen. Bisher liefen viele Planungs-, Prüfungs- und Genehmigungsprozesse nacheinander zwischen vielen Beteiligten und mit teils langen Prüfungsschleifen. Jetzt wird das Verfahren von Beginn an mit allen am Bau Beteiligten parallel bearbeitet und spart bis zu 30 Prozent Zeit und damit auch Geld. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hochschulen mit der Neuen Masterplanung neue Freiheiten sinnvoll nutzen und in kürzerer Zeit, mit weniger Geld mehr Bauvorhaben realisieren. Mit der Exzellenzuniversität Bonn und der Universität Wuppertal profitieren jetzt schon sieben Hochschulen vom neuen Verfahren.“

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft

„Moderne Infrastruktur ist grundlegend für die Leistungsfähigkeit unserer Hochschulen. Deshalb ordnen wir die Planung grundlegend neu, treffen Entscheidungen früher und bringen alle Beteiligten von Anfang an an einen Tisch. Mit dem zweiten Rollout setzen wir gezielt dort an, wo der Handlungsdruck besonders hoch ist. Unser Ziel ist klar: Wir wollen schneller bauen, verlässlich planen und mit den vorhandenen Mitteln mehr erreichen. Die ersten Erfahrungen mit der Neuen Masterplanung zeigen, dass der Ansatz wirkt und mehr Tempo macht, wo wir es bisher verloren haben: in der Planungsphase.“

Dr. Marcus Optendrenk, Minister der Finanzen

Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW: „Ich freue mich, dass wir jetzt auch die Universität Bonn und die Universität Wuppertal in das Verfahren aufnehmen. Zum Start ins dritte Jahr steht fest: Die Neue Masterplanung ist eine Erfolgsgeschichte. Bereits in den ganz frühen Projektphasen arbeiten wir eng miteinander verzahnt und sind besser aufeinander abgestimmt. Das beschleunigt Planungsprozesse, sorgt für schnellere, verbindliche Entscheidungen und damit frühzeitig für eine klare Priorisierung. So können wir im BLB NRW unsere Kapazitäten gemeinsam mit den Hochschulen gezielter auf die Projekte konzentrieren, die kurzfristig am dringendsten umgesetzt werden müssen.“


Die Einführung der Neuen Masterplanung läuft seit April 2024: Vor zwei Jahren starteten die Universität Paderborn, die Hochschule Bielefeld und die Universität Duisburg-Essen in die Pilotphase. Im vergangenen Frühjahr wurden die RWTH Aachen und die FH Dortmund in das Verfahren aufgenommen. Anhand der bisherigen Erkenntnisse wird die Neue Masterplanung fortlaufend weiterentwickelt und standardisiert. Mit den Universitäten Bonn und Wuppertal sind nun sieben Hochschulen Teil der Neuen Masterplanung.


Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn: „Die Exzellenzuniversität Bonn braucht im internationalen Wettbewerb exzellente Rahmenbedingungen für Forschung, Lehre und Transfer. Dass wir nun in die neue Masterplanung des Landes aufgenommen werden, ist ein wichtiger Schritt zum richtigen Zeitpunkt: Nachdem wir in der Exzellenzstrategie erneut als erfolgreichste Universität Deutschlands abgeschnitten haben, schafft das neue Verfahren verlässliche Grundlagen und starke Perspektiven für die strategische Zukunftsentwicklung unserer Universität. Dafür danke ich der Landesregierung sehr herzlich.“


An der Universität Bonn (rund 31.000 Studentinnen und Studenten) soll mit Hilfe der Neuen Masterplanung schnell ermittelt werden, welche Bauvorhaben prioritär bearbeitet werden, um die Infrastruktur für Lehre und Forschung an der Exzellenzuniversität weiter zu verbessern und Standorte gezielt weiterzuentwickeln. Mit ihren acht Exzellenzclustern ist die Universität Bonn bundesweit führend und bereits heute eines der Aushängeschilder der Wissenschaftslandschaft in Nordrhein-Westfalen, das mit der Neuen Masterplanung langfristig weiter gestärkt und gesichert wird.


Prof. Dr. Birgitta Wolff, Rektorin der Universität Wuppertal: „Die neue Masterplanung des Ministeriums ist ein wichtiger, begrüßenswerter Schritt, dem die Bergische Universität als Neuzugang nun hoffnungsvoll entgegenblickt, um Teil eines schlankeren Verfahrens für die nachhaltige Entwicklung der baulichen Infrastruktur unserer Universität zu sein. Dass der Bedarf vor Ort oft kurzfristiger und dessen zentrale Planung langfristig ist, liegt in der Natur der Sache. Umso wichtiger ist jede Verbesserung als Meilenstein auf dem Weg zu einem transparenten, beschleunigten und gemeinsamen Vorgehen im Hochschulbau.“


An der Bergischen Universität Wuppertal (rund 20.000 Studentinnen und Studenten) bestehen angesichts einer überwiegend mehr als 50 Jahre alten Infrastruktur große Sanierungsbedarfe auf dem 93.000 Quadratmeter großen Hauptcampus Grifflenberg. Durch die Vorteile der Neuen Masterplanung soll die Gebäudesubstanz aus den 1970er Jahren effizienter erneuert werden, um das hohe Niveau von Lehre, Forschung und Transfer an der Universität Wuppertal für die Zukunft zu sichern.

Bislang war die Hochschulstandortentwicklungsplanung (HSEP) die Grundlage für Neubauten an Hochschulen. Sie beschreibt, wie eine Hochschule in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren aussehen soll. Sie ist vage, weil ein sehr langer Zeitraum abgebildet wird und Entwicklungen über diesen langen Zeitraum prognostiziert werden müssen. Zugleich ist sie detailliert, etwa mit genauen Angaben zu Flächennutzung und -größe. Die HSEP hat sich aus einer Reihe von Gründen als nicht praktikabel für den Hochschulbau herausgestellt.

Kern der Neuen Masterplanung ist eine enge Zusammenarbeit des Wissenschaftsministeriums, des Ministeriums der Finanzen, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW und der jeweilen Hochschule von Beginn an, um Bauprozesse zu verschlanken und zu beschleunigen. Die Neue Masterplanung fokussiert nach dem Trichterprinzip die Planung auf jene Maßnahmen, die tatsächlich dringend umgesetzt werden müssen. Das setzt Ressourcen frei und kann Verfahren beschleunigen. Nur die finanzierbaren und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen werden weiterverfolgt. Es erfolgt keine Planung „für die Schublade“. Nachrangige Bedarfe werden im nächsten Durchgang der Neuen Masterplanung unter dann aktuellen Rahmenbedingungen betrachtet.

An den fünf Hochschulen, an denen die Neue Masterplanung bereits läuft, hat sich das Verfahren bislang bewährt. Die gezielte Priorisierung führt dazu, dass sich Hochschule und BLB NRW auf wenige, dringliche Projekte konzentrieren. Die Planungskapazitäten werden viel effizienter eingesetzt, was zu mehr Tempo und damit Kosteneinsparungen führt. So kann in kürzerer Zeit mehr gebaut werden: An der Universität Paderborn und an der Hochschule Bielefeld werden mit dem neuen System Ersatz- und Ergänzungsflächen geplant. Dank der Zeitersparnisse der Neuen Masterplanung sind die Verfahrensschritte bis zum Baustart schon weit vorangekommen. Ein weiteres Beispiel: An der FH Dortmund hat die Neue Masterplanung dazu geführt, dass die Hochschule perspektivisch an einem Standort konsolidiert wird. Dies hat die Planungen für Neubauten der Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und Informationstechnik sowie die Schaffung neuer Seminarräume und Hörsäle der FH deutlich beschleunigt.

Die sukzessive Ausweitung der Neuen Masterplanung hat zudem den Vorteil, dass die Hochschulen von den bisherigen Erfahrungen profitieren. So wurden etwa einheitliche Kennwerte und Instrumente entwickelt, die überall genutzt werden können. Dazu gehören Gebäudesteckbriefe, welche eine einfache Übersicht über den Zustand der verschiedenen Liegenschaften einer Hochschule ermöglichen, sowie eine Priorisierungsmatrix, die die verschiedenen Perspektiven aller Beteiligten auf die jeweiligen Bedarfe in einem gewichteten Punkteraster zusammenfasst. Der BLB NRW hat zudem ein Berechnungstool entwickelt, das frühzeitig einen ersten Kostenrahmen ermittelt.

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