Land fördert Neubau für Forschung und Lehre am Campus Hörn mit 30,6 Millionen Euro
Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen bekommt einen Neubau für die Institute der Anorganischen und Organischen Chemie (AOC) auf dem Campus Hörn. Erkenntnisse aus diesen Schlüsseldisziplinen sind beispielsweise für die nachhaltige Energieversorgung, moderne Arzneimittel und Diagnostik von zentraler Bedeutung. So können etwa innovative Materialien und Werkstoffe für Batterien, Solarzellen oder Katalysatoren entwickelt werden. Von den über 62,2 Millionen Euro Baukosten trägt das Land mit rund 30,6 Millionen Euro ungefähr die Hälfte. Eine Fertigstellung des neuen Forschungs- und Lehrgebäudes ist in 2029 vorgesehen.
Am Montag, 31. August 2026, setzten Wissenschaftsministerin Ina Brandes, RWTH-Rektor Prof. Dr. Ulrich Rüdiger und Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW) den ersten symbolischen Spatenstich auf dem Campus Hörn.
„Spitzenforschung 'made in NRW‘ braucht moderne Gebäude und eine leistungsfähige Ausstattung. Die Exzellenz-Universität RWTH Aachen steht dafür, Erkenntnisse aus der Forschung konsequent in marktfähige Produkte weiterzuentwickeln. Von dem Chemie-Neubau profitiert deshalb sowohl der Wissenschafts- als auch der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“
Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen: „Dieses Gebäude ist gleich doppelt ein Gewinn für die RWTH Aachen. Einerseits braucht exzellente Forschung hochmoderne Rahmenbedingungen, die der Ersatzbau uns verschafft. Andererseits passt der ressourceneffiziente Bau sehr gut zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie und zeigt, was im Bausektor in Sachen Nachhaltigkeit bereits alles möglich ist.“
Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW: „Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer spürbarer, wie wir in den vergangenen Monaten erlebt haben. Dieses Projekt ist ein starkes Signal für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Bauweise und umweltfreundliche Planung.“
2029 sollen die Chemie-Institute von der Melatener Straße auf den Campus Hörn umziehen. Das betrifft anteilig auch die drei geförderten Exzellenzcluster der RWTH Aachen: The Fuel Science Center, Materie und Licht für Quanteninformation (ML4Q) und CARE – Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction.
Das neue Element auf dem Campus Hörn verbindet komplexe Laborinfrastruktur mit einer besonders ressourcenschonenden Bauweise. Der fünfgeschossige Neubau wird auf einer Fläche von 2.200 Quadratmetern spezialisierte Labor- und Messräume, einen Hörsaal und Büros enthalten. Zudem werden eine Fassade aus farbigem Industrieglas sowie eine markante Freitreppe im Atrium das Erscheinungsbild prägen. Anstelle klassischer Baustoffe sollen CO₂-reduzierter Zement und Stahl aus wiederverwertetem Schrott verbaut werden. Eine Photovoltaikanlage wird künftig Solarstrom in Höhe des jährlichen Bedarfs von zehn durchschnittlichen Privathaushalten produzieren. Heizung, Kühlung und Energieeffizienz sind auf dem neuesten energetischen Standard geplant. So wird beispielsweise eine Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut, die Wärme der Abluft aus Laboren, Hörsälen und Sanitärbereichen zum Vorheizen nutzt.
In Zeiten zunehmender Hitze- und Dürreperioden wird der BLB NRW verstärkt eine Außenbepflanzung setzen, die mit Trockenheit und Starkregen zurechtkommt. Zudem ist eine Begrünung des Daches im späteren Forschungsbetrieb geplant, um die Hochschule nachhaltiger und klimafreundlicher aufzustellen.