KULTUR UND WISSENSCHAFT

IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Universitätsallianz Ruhr: Neues Research Center für nachhaltige Chemie eröffnet

25.03.2026

Ministerin Ina Brandes bei Eröffnungsfeier im Deutschen Bergbau Museum in Bochum

Die Universitätsallianz Ruhr baut ihre internationale Spitzenforschung immer weiter aus: Mit dem Research Center „Chemical Sciences and Sustainability“ hat die Allianz aus Ruhr-Universität Bochum, Technischer Universität Dortmund und Universität Duisburg-Essen ihre herausragenden Kompetenzen in der Erforschung umweltfreundlicher chemischer Prozesse gebündelt. Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft, besuchte am Mittwoch, 25. März 2026, die Eröffnungsfeier des Research Centers im Deutschen Bergbau-Museum Bochum.

Das Center widmet sich unter anderem der Frage, wie die chemische Industrie ohne fossile Rohstoffe auskommen kann. Die Erkenntnisse sollen auch in der Biotechnologie und Medikamentenherstellung Anwendung finden.


Ministerin Ina Brandes

„Das Ruhrgebiet zeigt, wie erfolgreicher Strukturwandel durch Wissenschaft gelingt. Mit der Research Alliance Ruhr bringen die drei Universitäten der Region ihre Stärken zusammen und schaffen damit ein international sichtbares Zentrum für Spitzenforschung in den zentralen Zukunftsfeldern von Wissenschaft und Forschung. Hier entstehen die Ideen und Technologien, die wir für Klimaschutz, Innovationen und wirtschaftliche Stärke brauchen.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

Das Research Center „Chemical Sciences and Sustainability“ der drei Ruhrgebietsuniversitäten basiert auf der Expertise zahlreicher erfolgreicher Forschungskonsortien. Dazu zählt auch das Exzellenzcluster RESOLV, der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund. RESOLV war im vergangenen Jahr zum dritten Mal in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern erfolgreich und ist aktuell der einzige Chemie-Exzellenzcluster in ganz Deutschland. Der Auftakt der dritten Förderperiode des Exzellenzclusters wurde am Mittwoch ebenfalls gefeiert.


Prof. Dr. Gabriele Sadowski, Direktorin des Research Centers „Chemical Sciences and Sustainability“: „Die Einrichtung des Research Centers erlaubt es uns, Grenzen zwischen den drei Universitäten und zwischen Fachdisziplinen zu überwinden. Jenseits der traditionellen universitären Strukturen schafft das Research Center ein einzigartiges Forschungsumfeld, das Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern aus der ganzen Welt anzieht.“


Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen zusammen mit Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum und Prof. Dr. Manfred Bayer, Rektor der Technischen Universität Dortmund: „Für den Chemie-Standort Nordrhein-Westfalen ist das Research Center ein Gewinn. Wir bündeln hier die Stärken von drei Universitäten, die auf diesem Gebiet forschen und eng kooperieren, unterstützt von der Landesregierung und in fruchtbarer Zusammenarbeit mit starken Partnern in der Forschung, darunter drei Max-Planck-Institute. Dieses stimmige Gesamtpaket ermöglicht uns, international herausragende Forscherpersönlichkeiten in unsere Region zu holen und dauerhaft hier zu halten.“


In insgesamt vier Research Centern und einem College for Social Sciences and Humanities bündeln die drei Hochschulen ihre Kompetenzen, um zentrale Zukunftsfragen interdisziplinär und international zu bearbeiten. Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Nachhaltigkeit, Energie und Digitalisierung.

Insgesamt konnten schon 35 der über 50 geplanten Professuren besetzt werden – unter anderem mit renommierten Humboldt-Professorinnen und -Professoren sowie Forscherinnen und Forschern von internationalen Spitzenuniversitäten. Am Research Center „Chemical Sciences and Sustainability“ sind zwölf Professuren vorgesehen, wovon bereits sechs besetzt sind. Für das Research Center wurde zudem hochmoderne Infrastruktur geschaffen. So wurde beispielsweise im vergangenen Oktober der Forschungsbau CALEDO an der TU Dortmund eröffnet, an dem mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär arbeiten können.

Hintergrund

Seit 2021 baut die Universitätsallianz Ruhr ihre Spitzenforschung international und interdisziplinär mit der Research Alliance Ruhr aus. Dazu gehören vier naturwissenschaftlich-technische Research Center und ein geistes- und sozialwissenschaftliches College. Die Schwerpunkte der drei weiteren Research Center sind „One Health Ruhr“, „Trustworthy Data Science and Security“ und „Fu-ture Energy Materials and Systems“. Insgesamt werden mehr als 50 neue Forschungsprofessuren an den drei Universitäten der Universitätsallianz Ruhr eingerichtet.

Die Research Alliance Ruhr wurde von der Ruhr-Konferenz initiiert und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 75 Millionen Euro in der Aufbauphase unterstützt. Seit dem Jahr 2025 wurden die Mittel in Höhe von jährlich 48 Millionen Euro verstetigt.

Seit 2007 arbeiten die drei Ruhrgebietsuniversitäten unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) strategisch eng zusammen. Mit mehr als 110.000 Studierenden und rund 14.000 Forschenden gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.