Kulturministerin Brandes: Das Projekt hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, sich für Kunst und Kultur stark zu machen
Der Bedarf an kulturellem Leben ist groß – genauso wie die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Diese zentrale Erkenntnis haben zehn Freiwilligenagenturen aus der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Nordrhein-Westfalen (lagfa) und Kulturfördervereine aus dem Dachverband (DAKU) nach dem zweijährigen Landesprojekt „Freiwilligenagenturen:Kultur:Vernetzt“ gewonnen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft hatte für den strukturierten Austausch zwischen Freiwilligenagenturen, Kulturvereinen und Interessengemeinschaften rund 425.000 Euro bereitgestellt.
In zehn Städten und Gemeinden haben Freiwilligenagenturen gemeinsam mit Kulturfördervereinen sowie mit Künstlerinnen und Künstlern, Theatern, Bibliotheken und vielen weiteren Kulturorten und -initiativen Formate entwickelt, um Freiwillige für ein Engagement in der Kultur zu gewinnen.
„Die große Vielfalt und die hohe Qualität des kulturellen Angebots verdanken wir einer starken freien Szene, starken Institutionen – und einem großen ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagement. Freiwillige Helferinnen und Helfer halten die Gemeinschaft zusammen und leisten im besten Sinne wertvolle Integrationsarbeit. Das gilt ganz besonders für Menschen unterschiedlicher Generationen. Deshalb brauchen wir das Engagement junger Leute ebenso wie das der vielen Menschen aus der Boomer-Generation, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand eintreten und sich sinnvoll und dauerhaft vor Ort engagieren wollen. Das Projekt ‚Kultur:Vernetzt‘ hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, sich für Kunst und Kultur stark zu machen.“
Im Projekt vertreten sind die Freiwilligenagenturen aus Bottrop, Essen, Gütersloh, Hagen, Herten, Ibbenbüren, Kamp-Lintfort, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Rheine. An allen zehn Standorten haben die kreativen Ideen der vergangenen zwei Jahren zu dauerhaften Formaten geführt: In Essen sind dank der Kooperationen zwischen Vereinen weitere Kunstaktionen rund um den Treffpunkt „City Nord“ geplant. In Hagen gibt es regelmäßige Kultur-Speeddatings zur Nachwuchsgewinnung, auch ein Freiwilligentag nur für Kultur steht im kommenden Jahr an. In Kamp-Lintfort wurden im Rahmen des Projektes zwei Vereinsgründungen begleitet - KlangRevier Kamp-Lintfort e.V. und Skateboard Gemeinschaft Kamp-Lintfort e.V. – und erstmalig ein Netzwerk junger Kultur aufgebaut.
Bereits jetzt haben die Freiwilligenagenturen rund 130 Vereine und Organisationen angeworben und beraten. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt werden auch allen anderen Agenturen des Landes zur Verfügung gestellt. Somit ist gesichert, dass das Programm „Freiwilligenagenturen:Kultur:Vernetzt“ in allen 130 Agenturen der Landesarbeitsgemeinschaft nachhaltig auch über den Projektzeitraum hinaus wirkt.
Partner des Projektes ist zudem der Dachverband der Kulturfördervereine (DAKU). Kulturfördervereine engagieren sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Kultur – von Museen, Ausstellungen, Bibliotheken über Konzerthäuser, Theater, Festivals und Musikschulen bis hin zu historischen Bauwerken. 90 Prozent der Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Gemeinsam haben die beiden Verbände lagfa und DAKU in sechs Regionalveranstaltungen die Akteurinnen und Akteure der Freiwilligenagenturen und der Kulturfördervereine vernetzt. Als ein erstes Ergebnis hat sich das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine Nordrhein-Westfalen gegründet.
Das Abschlussfest im Schirrhof Kamp-Lintfort ist daher keinesfalls als ein Ende gedacht, sondern als ein Anfang. Im Anschluss an die Präsentation der einzelnen Standorte bot der Nachmittag Mitmach-Angebote und Workshops – etwa zu Themen wie Qualifizierung, Vernetzung oder Künstliche Intelligenz. Unter anderem stellte sich das Projekt „Handwerk trifft Kultur“ der Kreise Minden-Lübbecke und Herford vor, das bis 2025 vom Land gefördert wurde. Der Schirrhof selbst ist dank des Landesprogramms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ zu einem Treffpunkt für kulturelle Vielfalt geworden und bietet beispielsweise Konzerte, Lesungen und Ausstellungen.