Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung verleiht den Kunstpreis des Landes in den Sparten Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst und Visuelle Künste.

Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit dem Kunstpreis Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung wieder eine zentrale Auszeichnung ins Leben gerufen, um die herausragende Leistung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu würdigen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird einmal jährlich an eine bedeutende Künstlerin bzw. einen bedeutenden Künstler oder ein Künstlerkollektiv in einer der fünf Kunstsparten Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst oder Visuelle Künste verliehen, deren Schaffen in enger Beziehung zum Land Nordrhein-Westfalen steht. Ein vergleichbarer Preis ist zuletzt vor über 50 Jahren als „Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen“ verliehen worden.

Darüber hinaus verleiht die Landesregierung zusätzlich den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler, um den künstlerischen Nachwuchs zu stärken. 

Preisträgerin des Kunstpreises Nordrhein-Westfalen 2021

In 2021 erhielt Mary Bauermeister den zentralen Kunstpreises des Landes Nordrhein-Westfalen. Die in Rösrath bei Köln lebende bildende Künstlerin wurde nach einstimmigen Beschluss der Jury für ihr herausragendes künstlerisches Gesamtwerk geehrt.

Bauermeister ließ sich nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken Mitte der 1950er Jahre in Köln nieder. Ihr Atelier in Köln gilt als Geburtsstätte der Fluxus-Bewegung und der Kunststadt Köln. Dort fanden in den frühen 1960er Jahren erste Veranstaltungen und Performances von u.a. Nam June Paik, John Cage und Otto Piene in Deutschland statt. Nach einer Einzelausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam im Jahr 1962 zog Bauermeister nach New York, wo sie als eine der ersten Künstlerinnen vom Kunstmarkt akzeptiert und gefeiert wurde. Eine Wertschätzung, die ihr in den USA deutlich früher als in Deutschland zuteil wurde, wo sie noch lange im Schatten des berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen stand, mit dem sie zwischen 1967 und 1973 verheiratet war. Bauermeisters Werk umfasst neben Zeichnungen und Gemälden vor allem Objektbilder und Installationen sowie Landschaftsgestaltungen. Das Werk bewegt sich zwischen den Themenfeldern Kunst, Poesie, Natur, Musik, Mathematik, Esoterik und Wissenschaft – stets im Verbund mit gesellschaftlichen und politischen Diskursen. Ihre Arbeiten sind unter anderem im Besitz des Museum of Modern Art, des Whitney Museum, des Guggenheim Museum (alle in New York), des Hirshhorn Museum in Washington, des Stedelijk Museum und des Museum Ludwig in Köln. Bauermeister ist im Jahr 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Mitglieder der Jury unter Vorsitz von Ministerin Pfeiffer-Poensgen waren in 2021:

  • Visuelle Künste: Prof. Mischa Kuball (Künstler und Professor für public art an der KHM, Köln und Förderpreisträger 1992)
  • Literatur: Dr. Ulla Hahn (Dichterin, Schriftstellerin)
  • Musik: Dr. Wolfram Goertz (Musikredakteur u.a. Rheinische Post, Die Zeit)
  • Darstellende Kunst: Rita Thiele (Dramaturgin, zuletzt Chefdramaturgin am Hamburger Schauspielhaus)
  • Baukunst: Prof. Karl-Heinz Petzinka (Architekt, Rektor der
    Düsseldorfer Kunstakademie und Förderpreisträger 1981)

Nominierungsverfahren

Die jeweiligen Nominierungen für die Preise werden über ein zweistufiges Benennungsverfahren ermittelt, eine Eigenbewerbung ist ausgeschlossen. Vorschlagsberechtigt sind ausgewählte Führungspersönlichkeiten in Kunst und Kunsthochschulen sowie ausgewählte Kulturjournalistinnen und -journalisten. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft nimmt diese Vorschläge entgegen und gibt sie mit Empfehlungen an eine siebenköpfige Expertenjury weiter. Diese Jury unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten entscheidet über die Vergabe der Preise.