Immaterielles Kulturerbe in Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland ist 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes von 2003 beigetreten. Unter Immateriellem Kulturerbe sind Bräuche, Rituale, Feste, darstellende Künste, mündliche Ausdrucksweisen, Wissen und Fertigkeiten zu verstehen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und Gefühle von Identität und Kontinuität vermitteln. Gemäß der Konvention sollen im föderalen Staat die Bundesländer die kulturellen Ausdrucksformen auf ihrem Gebiet dokumentieren, erforschen, fördern und durch Bildungsprogramme vermitteln, um so das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt der Menschheit zu stärken.
Immaterielles Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen ist das Ministerium für Kultur und Wissenschaft an der Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beteiligt. Neben der Begleitung des Bewerbungsverfahrens fördert das Ministerium die Dokumentation und Forschung zum Immateriellen Kulturerbe und führt das Landesinventar Immaterielles Kulturerbe von Nordrhein-Westfalen (siehe unten).
Bewerbungsverfahren Der Weg zur Anerkennung
Die Bewerbung für die Aufnahme in die Listen des Immateriellen Kulturerbes ist mit einem mehrstufigen Verfahren verbunden, an dem die Bundeländer, die Kulturministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sind.
In Nordrhein-Westfalen können Gruppen und Gemeinschaften, die lebendige Traditionen ausüben und kreativ weitergeben, ihre Bewerbung beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft einreichen.
Das Bewerbungsverfahren erfolgt in Perioden und wird in sogenannten Bewerbungsrunden vollzogen. Die nächste Bewerbungsrunde erfolgt voraussichtlich vom 1. April bis 31. Oktober 2028.
Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft informiert, berät und begleitet die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe Nordrhein-Westfalen an der Universität Paderborn alle Interessierten bei dem Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren. Sie können sich jederzeit mit Ihren Fragen, Anliegen, Informations- und Beratungsbedarfen an die Landesstelle wenden.
Informationen und Kontakt: go.upb.de/Landesstelle-IKE-NRW
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe von Nordrhein-Westfalen
Die analoge Fotografie verbindet handwerklich-technisches Wissen mit künstlerischer Gestaltung und dem Erhalt fotografischer Überlieferung. Während umfassende Kenntnisse analoger Verfahren durch die Digitalisierung zunehmend aus dem Alltag verschwinden, erfahren diese als Freizeitbeschäftigung und künstlerische Ausdrucksform zugleich eine Wiederbelebung. Soziale Medien, Magazine, Video-Tutorials und Festivals eröffnen neue Wege, Wissen weiterzugeben und Praktizierende miteinander zu vernetzen.
Bewerbende Institution: Deutscher Fotorat e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2024
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2025
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Traditionelle Handwerkstechniken
Flechthecken sind eine kulturhistorisch gewachsene, spezifische Form der Feldeinfriedung. Diese ehemals in Europa weit verbreitete handwerkliche Technik unter Nutzung von gewachsenen Naturmaterialien ist auch heute für eine aktive Kulturlandschaftspflege wertvoll. So sind es insbesondere Ziele des Naturschutzes, die dieser Kulturform eine erneut aktuelle Bedeutung gegeben haben.
Bewerbende Institution: Heimatverein Nieheim e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2024
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2025
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Traditionelle Handwerkstechniken
Der Belecker Sturmtag verbindet die Erinnerung an die Verteidigung der Stadt Belecke während der Soester Fehde mit einer bis heute gemeinschaftlich getragenen Festpraxis. Zahlreiche lokale Gruppen, Vereine und Initiativen gestalten das Fest und beziehen Kinder und Jugendliche in seine Weitergabe ein. Zugleich dient die historische Erinnerung der Vermittlung eines zeitgemäßen Geschichtsbewusstseins und einer gegenwartsbezogenen Auseinandersetzung mit Frieden und Gewaltfreiheit.
Bewerbende Institution: Kultur- und Heimatverein BADULIKUM e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2022
Verbreitung: Warstein-Belecke (Nordrhein-Westfalen)
Zentraler Termin: Jährlich am Mittwoch vor Pfingsten
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale
Der Blumenkorso ist eine gemeinschaftlich gestaltete Festpraxis, bei der kunstvoll mit Blumen geschmückte Wagen in Umzügen präsentiert werden. Ein besonders prägnantes Beispiel stellt der Blumenkorso in Legden dar, bei dem Nachbarschaften, Familien und Vereine in aufwendiger Handarbeit Motivwagen mit Blüten gestalten.
Die NRW-Jury regt an, ökologische Fragen – insbesondere im Hinblick auf Herkunft und Verwendung der Blumen sowie nachhaltige Produktionsweisen – künftig stärker in die Weiterentwicklung der Praxis einzubeziehen.
Bewerbende Institution: Blumenkorso Legden e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026
Verbreitung: Legden (Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen), Bad Wildungen (Landkreis Waldeck-Frankenberg, Hessen), Wiesmoor (Landkreis Aurich, Niedersachsen), Niederlande, Belgien, Frankreich, Österreich und Italien
Zentraler Termin: Im Dreijahresrhythmus am dritten Septemberwochenende
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale
Das Bochumer Maiabendfest verbindet historische Überlieferungen mit einer gegenwärtigen, gemeinschaftlich getragenen Festkultur. Festumzüge, die Umsetzung einer Eiche, historische Gewänder, Musik und weitere Veranstaltungen prägen das mehrtägige Fest. Zahlreiche Gruppen und Vereine wirken an seiner Gestaltung mit und geben Wissen, Abläufe und Bräuche im gemeinsamen Handeln weiter, wodurch das Fest fest im städtischen Leben Bochums verankert bleibt.
Bewerbende Institution: Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2016
Verbreitung: Stadt Bochum (Nordrhein-Westfalen), insbesondere im Innenstadtbereich und im Stadtteil Harpen
Zentraler Termin: Jährlich am letzten Wochenende im April
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale
Die Bolzplatzkultur lebt vom freien, selbstorganisierten Spiel und von Regeln, die im gemeinsamen Tun entstehen, mündlich weitergegeben und situativ angepasst werden. Als offener und niedrigschwelliger Begegnungsraum bringt der Bolzplatz Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen und ermöglicht Teilhabe unabhängig von Herkunft, Sprache, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Zugleich werden im gemeinsamen Spiel Fairness, Teamfähigkeit und der Umgang mit Konflikten eingeübt.
Bewerbende Institution: DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH, Deutsche Sporthochschule Köln
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2018
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2026
Verbreitung: Deutschlandweit, insbesondere in urbanen Räumen, und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation
Das Brieftaubenwesen verbindet die Haltung und Zucht von Brieftauben mit umfangreichem Wissen über ihr Verhalten, ihre Biologie und artgerechte Lebensweisen. Die Praxis wird von Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft getragen und kontinuierlich an veränderte Umweltbedingungen und gesellschaftliche Vorstellungen angepasst. Der Austausch in Vereinen und auf überregionalen Veranstaltungen sowie die Weitergabe an jüngere Generationen tragen zur Fortführung des Wissens und Könnens bei.
Die NRW-Jury betont, dass die angestoßene Auseinandersetzung mit tierethischen Fragen – insbesondere im Hinblick auf Zucht, Gesundheit und Tierwohl – kontinuierlich weiterentwickelt und transparent vermittelt werden soll.
Bewerbende Institution: Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2018
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2022
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum
Das Buchbinderhandwerk verbindet handwerkliche Fertigkeiten mit der Gestaltung, Reparatur und Restaurierung von Büchern. Neben der kunsthandwerklichen Fertigung von Bucheinbänden kommt ihm insbesondere beim Erhalt alter Bücher und von Archivgut eine wichtige Funktion zu. Die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten werden in den Handwerksbetrieben im Rahmen der dualen Ausbildung an nachfolgende Generationen weitergegeben.
Bewerbende Institution: Bund Deutscher Buchbinder e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2021
Verbreitung: Bundesweit
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Traditionelle Handwerkstechniken
Die Chormusik in deutschen Amateurchören verankert gemeinsames Singen in breiten Teilen der Gesellschaft. Die vielfältigen Chorformen sowie die Einbindung von Menschen unterschiedlicher Herkunft zeigen die gesellschaftliche Breite der Kulturform. Zugleich bilden Amateurchöre einen wichtigen Bestandteil des Musiklebens, indem sie musikalisches Repertoire pflegen, künstlerischen Nachwuchs fördern und an zahlreichen Konzerten und Aufführungen mitwirken.
Bewerbende Institutionen: Verband deutscher KonzertChöre e. V.; Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2014
Verbreitung: Deutschlandweit
Zentraler Termin: Ganzjährig, Schwerpunkt in der Adventszeit
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste
Die international vernetzte und nicht-kommerzielle Demoszene verbindet Programmierung, Musik und digitale Gestaltung zu audiovisuellen Werken. Kreative Selbstbeschränkung und die Aneignung immer neuer technischer Plattformen prägen ihre Praxis. Trotz fortlaufender technischer Umbrüche ist es der Szene gelungen, ihre Kultur über mehrere Generationen weiterzugeben. Demopartys, Online-Aktivitäten, Archive und die Arbeit von Vereinen und Gruppen verbinden dabei persönlichen Austausch mit digitaler Vernetzung.
Bewerbende Institution: Digitale Kultur e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2021
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Darstellende Künste; Gesellschaftliche Bräuche, Feste und Rituale
Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zeichnet sich durch eine hohe Dichte und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen aus – von Schauspiel, Oper und Tanz bis zu Konzerten und performativen Formaten. Theater und Orchester schaffen Räume gemeinsamen Erlebens und Austauschs und reagieren zugleich fortwährend auf gesellschaftliche, kulturelle und ästhetische Entwicklungen.
Bewerbende Institutionen: Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester; Deutscher Musikrat
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2014
Verbreitung: Deutschlandweit
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Darstellende Künste
Das Divertissementchen der Cäcilia Wolkenburg ist eine jährlich in der Karnevalszeit aufgeführte Kulturform, die Elemente von Operette, Revue, Schauspiel und Chorgesang verbindet. Die Aufführung in kölscher Mundart trägt zur Bewahrung und Aktualisierung sprachlicher Vielfalt bei.
Die NRW-Jury regt an, Fragen der Gleichberechtigung und der Darstellung von Geschlechterrollen künftig stärker zu reflektieren.
Bewerbende Institution: Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg im Kölner Männer-Gesang-Verein
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026
Verbreitung: Stadt Köln (Nordrhein-Westfalen)
Zentraler Termin: Jährlich während der Karnevalszeit
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste Gesellschaftliche Bräuche, Feste und Rituale
Falknerei, auch Beizjagd genannt, bezeichnet die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf freilebendes Wild. Der sachgerechte Umgang mit den Tieren setzt umfangreiches Erfahrungswissen voraus, das nicht allein theoretisch erlernt werden kann. Vereine tragen durch Erfahrungsaustausch, gemeinsame Beizjagden sowie die Weitergabe falknerischer und ornithologischer Kenntnisse wesentlich zur Fortführung der Praxis bei.
Bewerbende Institutionen: Deutscher Falkenorden – Bund für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde e. V.; Orden Deutscher Falkoniere; Verband Deutscher Falkner – Bund für Falknerei und Greifvogelschutz e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2014
Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit: seit 2021
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Gesellschaftliche Bräuche, Feste und Rituale; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum
Der Gymnicher Ritt ist eine Reiter- und Fußpilgerprozession, die jährlich an Christi Himmelfahrt in Erftstadt-Gymnich stattfindet. Die Kulturform verbindet religiöse, gesellschaftliche und festkulturelle Elemente und schafft einen öffentlichen Raum, in dem religiöse Tradition, lokales Selbstverständnis und soziale Begegnung miteinander verschränkt werden.
Die NRW-Jury erkennt an, dass die Kulturform über die religiöse Gemeinschaft hinaus gesellschaftliche Resonanz entfaltet.
Bewerbende Institutionen: Heimatverein Gymnich e. V.; Katholische Kirchengemeinde St. Kunibert Gymnich
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026
Verbreitung: Erftstadt-Gymnich (Nordrhein-Westfalen)
Zentraler Termin: Jährlich an Christi Himmelfahrt (zusätzlich eine Prozession am Pfingstmontag)
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale
Die Haubergswirtschaft verbindet gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung mit einer besonderen Form der Selbstorganisation. Die Anteilseigner tragen gemeinsam Verantwortung für die Bewirtschaftung und Gestaltung der Waldflächen und geben ihr Wissen bei Waldbegehungen, Wanderungen und gemeinschaftlichen Arbeiten weiter. Führungen, Umweltbildungsangebote und die Zusammenarbeit mit Schulen vermitteln die Praxis zudem an jüngere Generationen und fördern die Auseinandersetzung mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung.
Bewerbende Institution: Waldbauernverband NRW e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2018
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2018
Verbreitung: Siegerland und angrenzende Regionen
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Traditionelle Handwerkstechniken; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation
Planetarien verbinden naturwissenschaftliches Wissen mit einer immersiven Form der Vermittlung, die Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Bildungshintergründe anspricht. Das spezifische Wissen und Können zur Darstellung des Universums wird über Generationen weitergegeben und durch neue Vermittlungsformen fortentwickelt. Ehrenamtliche, Fachleute und Interessierte wirken dabei ebenso zusammen wie Planetarien, Fachgesellschaften und internationale Netzwerke.
Bewerbende Institution: Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2022
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2025
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum
Die klassische Reitlehre vermittelt Wissen und Können zur Ausbildung von Reitenden und Pferden und orientiert sich dabei an den Bedürfnissen sowie den natürlichen und individuellen Anlagen des Pferdes. Ihre komplexen Kenntnisse werden sowohl praktisch und mündlich als auch schriftlich weitergegeben. Vereine, Verbände, Betriebe und Landgestüte sowie Fachpublikationen und Vorträge tragen heute zur Vermittlung und Fortführung der Reitlehre bei.
Bewerbende Institution: Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrerverband e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2022
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2023
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum
Das Kneipp’sche Naturheilverfahren verbindet Wasseranwendungen, ausgewogene Ernährung, Heilpflanzen, Bewegung und eine ausgeglichene Lebensführung. Ein breites Netzwerk aus Kneipp-Vereinen, Heilbädern und Kurorten trägt zur Weitergabe und Weiterentwicklung des Wissens und der Praxis bei. Gesundheitstage, Kneipp-Anlagen, Bildungsangebote und die Vermittlung von Anwendungen im Alltag eröffnen unterschiedliche Wege, die Kulturform lebendig zu halten und an verschiedene Generationen weiterzugeben.
Bewerbende Institutionen: Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte; Kneipp-Bund e. V.; Stadt Bad Wörishofen
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2015
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig (hauptsächlich im Sommer)
Bereich: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum
Die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas erfordert komplexes Wissen und einen umfangreichen Erfahrungsschatz. Die Techniken werden in Glashütten und Glasstudios praktisch weitergegeben und kommen sowohl bei künstlerischen und architektonischen Gestaltungen als auch bei Restaurierungen, Spezialanfertigungen und Unikaten zum Einsatz.
Bewerbende Institutionen: Museum und Glasstudio Baruther Glashütte; LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim; Glashütte Lamberts Waldsassen
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2015
Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit: seit 2023
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Traditionelle Handwerkstechniken
Märchenerzählen lebt von der freien mündlichen Weitergabe überlieferter Erzählstoffe und der unmittelbaren Begegnung zwischen Erzählenden und Publikum. In dieser „Erzählgemeinschaft“ werden die Geschichten bei jedem Erzählen neu aktualisiert und interpretiert. Die Praxis regt Sprache und Fantasie an, spricht Menschen unterschiedlicher Alters- und Bevölkerungsgruppen an und eröffnet durch die in vielen Kulturen vorhandenen mündlichen Erzähltraditionen Möglichkeiten für interkulturelle Begegnung und Verständigung.
Bewerbende Institution: Europäische Märchengesellschaft e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2015
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen
Die Martinstradition im Rheinland verbindet Laternenumzüge, gesungene Martinslieder und die nachgestellte Mantelteilung zu einem regional verankerten Brauch am 11. November und wird von Martinsvereinen, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Familien und weiteren Engagierten gemeinschaftlich getragen. Die Weitergabe umfasst neben Liedern und Laternen auch praktisches Wissen zur Organisation und Durchführung der Umzüge. Zugleich wird die Tradition kontinuierlich an gesellschaftliche Veränderungen angepasst: durch konfessionsübergreifende Öffnung, inklusive Teilhabe und neue Formen der Zusammenarbeit.
Bewerbende Institution: Martinsbund
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2018
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2026
Verbreitung: Rheinland; weitere Martinsbräuche deutschlandweit verbreitet
Zentraler Termin: Um den 11. November
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale
Der Osterräderlauf verbindet eine Vielzahl überlieferter handwerklicher Techniken mit einer gemeinschaftlich getragenen Festpraxis. Vom Anbau und Dreschen des Langhalmroggens über das Wässern und Stopfen der Räder bis zu ihrem Lauf vom Osterberg sind zahlreiche Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Bewerbende Institution: Dechenverein Lügde e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2014
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2018
Verbreitung: Lügde
Zentraler Termin: Ostersonntagabend
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste; Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur; Traditionelle Handwerkstechniken
Das Papiertheater verbindet darstellende Kunst mit Kreativität, Präzision und handwerklichem Geschick. Historische Vorlagen stehen dabei neben modernen Szenen und neuen Formen der Inszenierung. Eine lebendige, international vernetzte Szene trägt die Tradition heute weiter. Festivals, Workshops, schulische Angebote und Seminare vermitteln die erforderlichen Fertigkeiten an unterschiedliche Generationen und erschließen zugleich immer neue Zugänge zu dieser kleinformatigen Theaterform.
Bewerbende Institutionen: Haases Papiertheater; Papiertheater INVISIUS; Forum Papiertheater e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2021
Verbreitung: Bundesweit
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Darstellende Künste
Der Rheinische Karneval wird von einer großen Vielfalt lokaler Ausprägungen, Vereine und gemeinschaftlicher Aktivitäten getragen. Dabei schafft er vielfältige Möglichkeiten der Begegnung und Teilhabe und kann Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander verbinden. Auch jenseits der großen Karnevalshochburgen und -organisationen wird die Kulturform in zahlreichen lokalen Varianten gelebt und fortentwickelt. Charakteristisch ist zudem die humorvolle Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen, die insbesondere in Liedern, Büttenreden und Motivwagen zum Ausdruck kommt.
Bewerbende Institutionen: Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e. V.; Festausschuss Bonner-Karneval e. V.; Comitee Düsseldorfer Carneval e. V.; FestAusschuss Aachener Karneval e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2014
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2014
Verbreitung: Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf und darüber hinaus
Zentraler Termin: Zwischen November und Februar
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste
Die „Rotwelsch-Dialekte“ verbinden sprachliche Praxis mit kulturellem Wissen, das über Generationen weitergegeben wird und eng mit der Geschichte verfolgter und marginalisierter Gruppen verbunden ist. Heute werden sie in verschiedenen Regionen bei Festen, Bräuchen und kulturellen Veranstaltungen gepflegt und zugleich für neue Formen der Vermittlung geöffnet. Sprachkurse, Lehrpfade, Stadtführungen, Theater, Musik und digitale Angebote tragen zu ihrer Weitergabe und gegenwärtigen Nutzung bei.
Bewerbende Institution: Internationale Gesellschaft für Sondersprachenforschung (IGS)
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2024
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2025
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen
Die Ruhrfestspiele verbinden seit ihrer Entstehung Kunst, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe. Getragen von der Stadt Recklinghausen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund schaffen sie mit Theater, Tanz, Musik, Performances, Ausstellungen und Diskussionsformaten einen Ort des Austauschs zwischen Kunst, Arbeit und Öffentlichkeit. Vermittlungsangebote und partizipative Projekte beziehen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ein und tragen den Solidaritätsgedanken generationenübergreifend weiter.
Bewerbende Institution: Ruhrfestspiele Recklinghausen GmbH
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2024
Verbreitung: Recklinghausen
Zentraler Termin: Mai bis Juni
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste
Das Schützenwesen wird in Deutschland in vielfältigen regionalen und lokalen Ausprägungen gelebt und hat sich im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen fortlaufend weiterentwickelt. Als egalitär ausgerichtete Vereinigungen prägen Schützenvereine und -bruderschaften vielerorts ganzjährig das lokale kulturelle und soziale Leben und können dabei gemeinschaftsbildend und integrierend wirken. Neben den Schützenfesten tragen Jugendarbeit, die Weitergabe von Wissen und Praktiken sowie die Pflege regionaler und europäischer Verbindungen zur Fortführung und Weiterentwicklung der Kulturform bei.
Die NRW-Jury versteht ihre Empfehlung als Ermutigung für die Schützen, auf dem Weg der gleichberechtigten Einbeziehung von Frauen und von gesellschaftlichen Minderheiten in ihre Gemeinschaften weiter voranzuschreiten.
Bewerbende Institutionen: Deutscher Schützenbund e. V.; Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2014
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2015
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste
Das Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung verbindet musikalische Praxis mit den Erfahrungen und Anliegen der Arbeiterbewegung und ihr nahestehender Bewegungen. Die Liedtradition war stets international vernetzt und stand in engem Austausch mit anderen Kunstformen. Trotz zeitweiliger Verbote und Unterdrückung wurde sie immer wieder neu angeeignet und weiterentwickelt und bleibt bis heute lebendig – etwa durch neu entstehende Lieder im Kontext von Arbeitskämpfen.
Bewerbende Institution: Interessengemeinschaft „Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung“, Dr. Joachim Hetscher
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2014
Verbreitung: Deutschlandweit
Zentraler Termin: Ganzjährig sowie speziell am 1. Mai
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste; Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation
Das Steigerlied ist eine Hymne des Bergbaus und hat eine bis heute anhaltende Popularität erlangt. Es wird in aktiven und ehemaligen Bergbauregionen Deutschlands gesungen. Unterschiedliche regionale Fassungen und vielfältige Aufführungsanlässe zeigen die Wandelbarkeit der Liedtradition. Praktizierende, Vereine und Bergbaumuseen tragen durch gemeinsames Singen, Vermittlungsprogramme und neue Formate wie Steigerlied-Flashmobs dazu bei, das Lied und die damit verbundenen Überlieferungen an kommende Generationen weiterzugeben.
Bewerbende Institution: Ruhrkohle-Musik e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2020
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2023
Verbreitung: Deutschlandweit
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste
Beim Sternsingen ziehen Kinder und Jugendliche um den Dreikönigstag als Heilige Drei Könige von Haus zu Haus, singen Sternsingerlieder, bringen den Segen für das neue Jahr und sammeln Spenden für Kinderhilfsprojekte. Das regional unterschiedliche Liedgut wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die heute deutschlandweit verbreitete Praxis verbindet damit religiöse Überlieferung, gemeinschaftliches Engagement und solidarisches Handeln.
Bewerbende Institution: Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026 (rückwirkend durch Verfahrensanpassung)
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2015
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Januar
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste; Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste
Die um den Teckel (Dachshund, Dackel) entwickelte kulturelle Praxis ist eine vielschichtige Ausdrucksform gelebter Alltagskultur, die Zucht, Haltung und Nutzung mit sozialen, symbolischen und gemeinschaftlichen Dimensionen verbindet. In Vereinsstrukturen wird Wissen generationenübergreifend weitergegeben und in gemeinschaftlichen Aktivitäten gepflegt. Zugleich ist der Teckel als kulturelle Figur in Alltagskultur, Bildtradition, Literatur, Karikatur und populärkulturellen Kontexten präsent und verweist auf eine langfristige gesellschaftliche und kulturelle Einbettung, die über seine Funktion als Jagd- und Gebrauchshund hinausgeht.
Die NRW-Jury regt an, die angestoßene Auseinandersetzung mit tierethischen Fragen – insbesondere im Hinblick auf Zucht, Gesundheit und Tierwohl – kontinuierlich weiterzuentwickeln und transparent zu vermitteln.
Bewerbende Institution: Deutscher Teckelklub 1888 e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2026
Verbreitung: Weltweit
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste (Musik, Theater, Tanz); Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; Anderes
Die traditionelle Flussfischerei an der Siegmündung verbindet überliefertes Wissen über Gewässer, Fischbestände und Fangmethoden mit handwerklichen Fertigkeiten wie Netzstricken und Korbflechten. Die Fischerei-Bruderschaft bewahrt dieses Wissen heute auch unabhängig von der eigentlichen Nutzung der Gewässer für den Fischfang. Durch Museum, Bildungsarbeit und die Pflege des Naturschutzgebietes Siegaue verbindet sie die Weitergabe der Kulturform mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.
Bewerbende Institution: Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2014
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2016
Verbreitung: Mündung der Sieg in den Rhein (Nordrhein-Westfalen)
Zentraler Termin: Ganzjährig, Schwerpunkt: Fischerfest im Juli
Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; Traditionelle Handwerkstechniken
Die Trinkhallenkultur verbindet Nahversorgung mit einer besonderen Form alltäglicher Begegnung im öffentlichen Raum. An der Ausgabeschwelle werden nicht nur Waren gekauft, sondern Gespräche geführt, Kontakte gepflegt und Zeit miteinander verbracht. Als niedrigschwellige, generationenübergreifend genutzte Treffpunkte sind Trinkhallen in den Quartieren des Ruhrgebiets verankert. Trotz veränderter Konsumgewohnheiten und städtebaulicher Entwicklungen bleiben sie ein prägender Bestandteil regionaler Alltagskultur.
Bewerbende Institution: Marie Enders
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2020
Verbreitung: Städtische Räume, insbesondere Ruhrgebiet
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste
Der Zirkus verbindet artistische und akrobatische Fertigkeiten mit Elementen aus Theater, Tanz, Musik, Sport und Technik zu einer eigenständigen Form der darstellenden Kunst. Seine unterschiedlichen Formen reichen vom Familien- und Großzirkus bis zum Varieté und entwickeln sich im gegenseitigen Austausch fort. Neben den darstellerischen Fähigkeiten werden auch Kenntnisse zur Gestaltung von Vorstellungen, Beleuchtung und Musik in Zirkusunternehmen sowie spezialisierten Schulen weitergegeben.
Die NRW-Jury betont die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Zirkus unter Berücksichtigung kolonialer Aspekte sowie mit dem Verhältnis von Mensch und Tier.
Bewerbende Institution: European Circus Association e. V.
Landesinventar Immaterielles Kulturerbe NRW: seit 2022
Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: seit 2023
Verbreitung: Deutschlandweit und darüber hinaus
Zentraler Termin: Ganzjährig
Bereich: Darstellende Künste
Forschungsprojekt L:IKE - Lernwerkstatt Immaterielles Kulturerbe für schulische Bildung in NRW
Seit Anfang 2024 wird in der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft erforscht, wie Immaterielles Kulturerbe im schulischen Unterricht vermittelt, diskutiert und aus verschiedenen Fachperspektiven reflektiert werden kann. Der Forschungsbereich soll in Theorie und Didaktik wissenschaftlich aufbereitet werden, um konkrete Unterrichtsreihen und -materialien sowie Handreichungen für Lehrkräfte und Studierende zu entwickeln.
Informationen und Ansprechpersonen zum Projekt unter: go.upb.de/LIKE
Sie haben Fragen? Ihr Kontakt zum Ministerium
Claudia Determann
Tel.: 0211/896-4449
E-Mail: claudia.determann[at]mkw.nrw.de (claudia[dot]determann[at]mkw[dot]nrw[dot]de)
Sie haben Fragen zur Antragsstellung? Ihr Kontakt zur Landesstelle Immaterielles Kulturerbe
Kontaktdaten und Informationen erhalten Sie unter go.upb.de/Landesstelle-IKE-NRW